Vollständige Version anzeigen : Weltwirtschaftskrise
Germane45
26-10-2008, 19:10
Können wir schon davon im eigenen Land reden?
Ich denke schon.
Alle dt. Autobauer sind aktuell das beste Beispiel.
Vom Rattenschwanz der von der Autoindustrie abhängig ist, mal nicht zu Reden.
Die Banken tun ihr übriges dazu, um den Karren noch weiter in den Dreck zu fahren.
Kaum eine nimmt die staatl. Hilfe in Anspruch.
Was geht hier ab? :confused:
wie so wird in diesem komischen land immer gleich zappenduster jesehen :confused:
Irgendwie fände ich es gar nicht so verkehrt wenn die ganze Finanzblase mal wirklich platzen würde.
Was da überall an Geldern unterwegs ist die sich alle gegenseitig leihen - das kann eigentlich nicht wirklich gut sein, denke ich.
ich finde die banken sollten gar kein geld vom staat bekommen
schlieslich haben se das mit ihrer geld gier auch selber eingebrockt
Germane45
26-10-2008, 20:10
Naja, Geld bekommen die ja nicht wirklich.
Sind ja eher Bits und Bytes die als Bürgschaften durchs Netz ziehen.
Aber diese Bürgschaften würden den Bankenbossen doch erhebliche finanzielle Einbußen einbringen.
Nur konnte die Finanzblase nicht später platzen?
Jetzt muss ich mein neuestes Fondpaket wieder einlagern. :motz:
SailedAway
26-10-2008, 22:26
schwein gehabt, mein finanzberater hat mein geld noch rechtzeitig zurückgezogen. Joa wie du schon sagst das packet bringt den Managern einiges an Einbußen und genau deshalb wird es nicht angenommen. Ja wir befinden uns in einer Rezession und das war eigentlich schon monatelang abzusehen
ahitsawin
26-10-2008, 22:27
Die Rezession hat noch gar nicht richtig begonnen, lediglich die Autobauer verspüren jetzt erste Nachfragerückgänge - das wird sich in den nächsten Monaten durch alle Branchen ziehen.
Wirtschaftswachstum ist nur noch mit hoher Inflation möglich, ansonsten wäre Rezession noch gut für Deutschland - ich denke nämlich es geht eher in Richtung Depression.
Wer dieses Jahr Aktien oder Fonds gekauft hat, der hat sich darüber wohl nicht besonders gut informiert :p
DAX-Ziel innerhalb der nächsten 3-5 Monate: Marke 2500 wird nach unten durchbrochen, und sollten sich unsere Politiker weiter wie ein Hühnerhaufen aufführen und die Unternehmen weiter Negativmeldungen nur in der Salamitaktik veröffentlichen, während sich aber fundamental gar nichts ändert, ist ein DAX von unter 1500 denkbar.
Alles nur Schwarzmalerei? typisch deutsch? Wer dem Geschwätz der Politiker im TV mehr Glauben schenkt soll das tun, das ist immer das einfachste, wen es interessiert sollte sich lieber umfassend darüber informieren wie unser Staats-, Wirtschafts- und vor allem Finanzsystem eigentlich funktioniert.
Dann merkt man mit etwas Mathematik schnell dass es unmöglich ist es so ohne grosse Änderungen weiterzuführen (und Änderungen gab es bisher keine einzige, ständig wird nur Geld auf den Berg Probleme geworfen, in der Hoffnung die sieht dann erstmal keiner mehr).
Spätestens 2009 kommt die Wirtschaftskrise mit voller Wucht, und die Finanzkrise ist vielleicht jetzt kurz aufgeschoben - aber definitiv nicht aufgehoben, da kommt noch einiges^^
Germane45
27-10-2008, 10:01
Wer dieses Jahr Aktien oder Fonds gekauft hat, der hat sich darüber wohl nicht besonders gut informiert :p
Du gehst ja Hart mit mir ins Gericht. ;) :)
Auch wenn ich Schimpfe, ich habe immer schon etwas gezockt.
Allerdings auch nur mit Summen die mir nicht Weh tun.
Sicher habe ich das Problem kommen sehen, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Das war aus meiner Sicht erst in den letzten Wochen erkennbar.
Gibt ja genug Wirtschaftspresse.
Ich werde das halt wieder aussitzen, wie damals nach dem 11. September.
Nur wird das diesmal wohl ne längere Sitzung werden. ^^
Ich stimme dir voll zu, das spätestens nächstes Jahr noch einiges auf uns zukommt. Da können wir uns alle Warm anziehen. :hmm:
Elrod Cater F-K
27-10-2008, 12:08
Wer dieses Jahr Aktien oder Fonds gekauft hat, der hat sich darüber wohl nicht besonders gut informiert :p
Also manche Leute haben nicht die Zeit und die Lust sich regelmäßig zu informieren die vertrauen halt ihrem Banker. Und viele Medien haben das vorher ja auch nicht erwähnt oder haben es verharmlost
Alles nur Schwarzmalerei? typisch deutsch? Wer dem Geschwätz der Politiker im TV mehr Glauben schenkt soll das tun, das ist immer das einfachste, wen es interessiert sollte sich lieber umfassend darüber informieren wie unser Staats-, Wirtschafts- und vor allem Finanzsystem eigentlich funktioniert.
Du bist lustig viele die es studiert haben verstehen es ja noch nicht mal richtig wie soll ein normaler Mensch das können der andere sachen zu tun hat?? Wenn man da nicht mitten drin sitzt bekommt man nur die hälfte mit und so war es schon immer :)
LordMordred
27-10-2008, 12:32
Also das nur Autobauer das merken halte ich für ein Gerücht. Also in fast sämtlichen Firmen, zu denen ich durch ehemalige Komilitonen so Kontakt habe, sprechen von Umsatzrückgängen bzw. Auftragsrückgängen von bis zu 33%. Die einzigen bei denen dies Ausbleibt, sind Firmen die hauptsächlich ins Ausland liefern.
Sicher ist , dass es jetzt erstmal nicht weiter aufwärts geht, aber ob es gleich zu ner Talfahrt kommen muss, vermag ich nicht abzusehen. Was mich viel mehr anspeibt ist, dass es wieder die Mittelständler trifft. Ich schätze, diese Art wird in den nächsten Jahren gänzlich aussterben.
Wenn doch mal die auch dafür zahlen müssten, die den Sch*** fabriziert haben, aber nein, ein Herr Ackermann verzichtet großzügigerweise auf seine Bonuszahlung, die derzeit eh sehr mau ausgefallen wären, da diese vom Aktienkurs abhängen. Macht dabei einen auf dicke Hose und bekommt dafür auch noch Unsummen an Kohle. Den Herren, die dafür die Verantwortung tragen, bei denen würde ich alles pfänden und auf Hartz IV setzen. Mit der ganzen Kohle könnte man die ein oder andere Bank mit Sicherheit sanieren.
ahitsawin
27-10-2008, 20:14
Also manche Leute haben nicht die Zeit und die Lust sich regelmäßig zu informieren die vertrauen halt ihrem Banker. Und viele Medien haben das vorher ja auch nicht erwähnt oder haben es verharmlost
Und wer keine Zeit/Lust dazu hat, und seinem Banker vertraut hat, der hat eben verloren...ich find es immer wieder interessant, wie einfach es sich manche Leute machen - der Banker ist ein Verkäufer, er verkauft Produkte, und je mehr und je risikoreicher sie sind, desto mehr Provision bekommt er.
Wer ein Auto kauft, besucht 10 verschiedenen Händler, handelt teilweise um jeden Euro, vor allem bei Gebrauchtwagen - aber einem Banker vertraut man blind sein ganzes Vermögen an^^
Du bist lustig viele die es studiert haben verstehen es ja noch nicht mal richtig wie soll ein normaler Mensch das können der andere sachen zu tun hat?? Wenn man da nicht mitten drin sitzt bekommt man nur die hälfte mit und so war es schon immer :)
Das sehe ich überhaupt nicht so, es braucht weder Studium noch jahrelang Zeit das Grundgerüst unseres Finanzsystems zu verstehen - dass es niemand bis ins kleinste Detail durchblickt ist klar, aber das ist auch völlig unnötig.
Wenn man mir ein Haus anbietet dass im Sumpf gebaut wurde muss ich mir auch nicht anschauen in welcher Farbe das Zimmer oben links im Obergeschoss gestrichen ist um das Angebot sofort abzulehnen ;)
So etwas will mir einfach nicht in den Kopf :bang:
Verrückter Handelstag in Frankfurt: VW-Aktien haben wegen der geplanten Machtübernahme durch Porsche um 146 Prozent zugelegt. Das hielt den Dax knapp im Plus - doch ohne den Effekt wäre es neun Prozent nach unten gegangen. Alle anderen Top-Aktien verloren, am heftigsten die der Postbank.
Ok, dass die Postbank an Wert verliert weil sie eine Lücke von 1Mrd. hat und das Rettungspaket nicht annehmen will ist ja noch einigermaßen verständlich.
Warum aber sollte VW plötzlich 150% mehr Wert sein - nur weil Porsche noch ein paar Aktien kauft.
(Ja, ich verstehe das Prinzip schon... das meine ich nicht!)
Verkauft VW deswegen jetzt plötzlich mehr Autos? Sind die deswegen vor dem ganzen gefeit - oder was?
Der Finanzmarkt führt sich mit so etwas in meinen Augen komplett ad Absurdum. *kopfschüttel*
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586855,00.html
Ach so: Bemerkenswert ist ja auch, dass ein Sportwagenbauer (also eher was für die Klasse mit viel Geld) einen Konzern steuern will der 'Volkswagen' heisst, ne? :eg:
Put Optionen 4tw :D
Naja mal im Ernst, sowas gehört nunmal einfach zum System und da muss man nun hald durch. Klar, der Auslöser des Ganzen lässt einem vielleicht ein bisschen wütend werden aber passiert wäre es so oder so.
Es ist auch normal dass in solchen Phasen der Staat einspringen muss, klar ist es nicht wirklich fair wenn Gewinne an Private gehen und für die Verluste dann alle einstehen müssen, aber letztendlich waren wir alle gierig und wir alle wollten möglichst viel Geld verdienen und keiner Fragt wirklich wo das Geld herkommt. Die Gier geht weit über die Grossanleger und Manager hinaus... ich kenne in meinem Umfeld(mich mit einbezogen) eigentlich niemand der sein Vermögen in Gold im Keller lagert, alle haben es in irgendwelchen Finanzprodukten angelegt und alle wollten nur einfach einen möglichst grossen Profit daraus schlagen.
Dumm ist nur, dass in den letzten Jahren immer lieber wie wild bei den Steuern gespaart wurde(ich kann beim besten Willen nicht verstehen weshalb alle Leute immer tiefere Steuern wollen... letztendlich bringt das nur den reichsten paar % wirklich etwas, aber da sind wir wieder bei der Gier), anstatt Staatsschulden zu tilgen, die unausweichliche Verschuldung des Staates während einer Rezession hat so einfach die grösseren Folgen als wenn man in den Jahren zuvor systematisch die Schulden abgebaut hätte.
Ich hoffe einfach, dass die Gesellschaftlichen und Finanzpolitischen Änderungen, welche durch die Kriese ausgelöst wurden ein bisschen länger anhalten als nur 2-3 Jahre. Dass sogar Leute wie Alan Greenspan ihre lange vertretenen Ansichten revidieren lässt hoffen: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/der_tiefe_fall_des_maestros_1.1168828.html
Elrod Cater F-K
28-10-2008, 17:31
Und wer keine Zeit/Lust dazu hat, und seinem Banker vertraut hat, der hat eben verloren...ich find es immer wieder interessant, wie einfach es sich manche Leute machen - der Banker ist ein Verkäufer, er verkauft Produkte, und je mehr und je risikoreicher sie sind, desto mehr Provision bekommt er.
Wer ein Auto kauft, besucht 10 verschiedenen Händler, handelt teilweise um jeden Euro, vor allem bei Gebrauchtwagen - aber einem Banker vertraut man blind sein ganzes Vermögen an^^
na so war das nicht gemeint ich denke die meisten trauen den Banker nicht über den Weg. Aber wenn man zig Angebote verglichen hat (was ja gar nicht so leicht ist bei den Fachchinesisch) sich dann für etwas entschiedet und man wird nicht informiert wenn da was im Busch ist finde ich das schon scheisse. Und wo soll sich der Normale Mensch informieren?? Wenn ich jetzt Focus Money schreibe sagen viele da kann man direkt die Bild kaufen…. Also muss man den Banker etwas vertrauen (leider)
Aber du hast recht man versucht sich das Leben ZU leicht zu machen und schieb dann alles auf andere oder verschliesst bei schwierigen Aufgaben die Augen.
Das sehe ich überhaupt nicht so, es braucht weder Studium noch jahrelang Zeit das Grundgerüst unseres Finanzsystems zu verstehen - dass es niemand bis ins kleinste Detail durchblickt ist klar, aber das ist auch völlig unnötig.
Wenn man mir ein Haus anbietet dass im Sumpf gebaut wurde muss ich mir auch nicht anschauen in welcher Farbe das Zimmer oben links im Obergeschoss gestrichen ist um das Angebot sofort abzulehnen ;)
Ja ok das stimmt auch wieder. Aber dann sag mir bitte wo das Grundgerüst aufhört und das Detail anfängt?
raptorsf
28-10-2008, 22:04
der Thread-Titel ist schon mal falsch oder zumindest etwas limitiert - es ist bzw. wird eine Globale Rezession geben.
Und es ist weder richtig auf ein paar einzelne einzuschlagen (wie z.B. Hr. Ackermann) oder das ganze mit Schadenfreude zu betrachten, denn schlussendlich wird es jeden irgendwo negativ treffen - spätestens bei der Rente.
Wer aber jetzt nicht investiert hat entweder kein Geld oder traut der Marktwirtschaft nicht - also los Leute, kauft Aktien, egal welche! :) (für diesen Tipp will ich ausnahmsweise auch keine Provision)
PS: Der deutsche Fiskus nutzt ja jetzt die Stunde und will noch ein paar Millionen bei Steueroasen eintreiben... Das wird auch ein Eigentor werden...
Germane45
28-10-2008, 22:34
Natürlich kann jetzt nur jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben.
Aber um den Fall Ackermann einmal aufzugreifen............
Dieser Mann war maßgeblich an der Ausarbeitung des dt. Rettungspakets mit beteiligt.
In Anspruch nehmen will er es aber nicht.
Über die Gründe kann man nur Spekulieren, bzw. ablästern? :ka:
also los Leute, kauft Aktien, egal welche! :) (für diesen Tipp will ich ausnahmsweise auch keine Provision)
Sehr gefährlicher Tipp. ^^
Genauso gut könnte man russ. Roulette spielen? ;)
Die nächsten Wochen werden hoffentlich zu einer Entspannung der Lage führen.
Nur muss die Zockerei von Aktionären aufhören, die mit z.B. geliehenen Aktien versuchen, sich ne goldene Nase zu verdienen.
Das beste Beispiel ist wohl gerade die VW Aktie.
ahitsawin
28-10-2008, 22:46
Was heute mit VW passiert ist, zeigt doch deutlich die Fehler im System.
Niedersachsen besitzt 20% und handelt damit nicht, Porsche hat einen Anteil von ca. 43%. Ausserdem hat Porsche zusätzlich Optionen zum Kauf der Aktien in Höhe von 32%, also zusammen schon 75%.
Das heisst 95% der Aktien sind in festen Händen, dieser Besitz wird nicht verkauft. Es passiert was im Markt normal ist: nur noch 5% der Aktien sind handelbar bzw. im Umlauf, sprich das Angebot sinkt stark, d.h. der Preis steigt (sofern jemand kaufen möchte).
Der Hammer an der Sache: ca. 15% der VW-Aktien wurden von Fonds, Banken usw. geshortet - d.h. sie wurden "leer" verkauft, also verkauft ohne sie zu besitzen (also auf fallende Kurse gesetzt).
Diese Gruppe hat Porsche dieses Wochenende voll auflaufen lassen - sie wollen VW wirklich übernehmen.
Nun passierte, was passieren musste: diejenigen die leer verkauft haben, müssen ihrem Käufer (zu 99% wahrscheinlich die Optionen von Porsche) die Aktie liefern - sprich sie selbst kaufen und dann weitergeben (wohl an Porsche^^).
Und nun wirds interessant - 15% müssen gekauft werden, aber nur 5% sind vorhanden - der Aktienkurs kann nur noch explodieren, und alle naked seller sind von Porsche auf legale und faire Weise den Regeln des Marktes nach ausgenommen worden :D
Ich finde das gerade sehr amüsant, ein genialer Schachzug von Porsche^^
Sehr witzig bereits die Äusserungen der Deutschen Bank dazu, es lägen wohl Manipulationen vor und VW müsste man vom Handel aussetzen - Schwachsinn!
Porsche hat die Aktien ganz normal mit Optionen gekauft, und zwar von Leuten die die Aktie noch gar nicht haben sondern auf fallende Kurse setzen und zum späteren Zeitpunkt mit gefallenem Kurs die Aktie geliefert hätten - jetzt hat Porsche aber soviel gekauft, das es kaum noch welche gibt, und verlangt Lieferung - das so hoch gelobte Instrument des "Leerverkaufs" wurde gnadenlos nach Regeln des Marktes ausgenutzt - die Shortseller sind diesmal die Verlierer und jammern jetzt rum!
Das VW heute auf einmal das wertvollste Unternehmen der gesamten Welt geworden ist, entspricht natürlich nicht der Realität - aber an der Börse wird nur eine Ware gehandelt - sprich Aktien - und die sind nunmal sehr knapp geworden, das man den Unternehmenswert danach bewertet ist, und das sieht heute wirklich jeder, einfach nur Schwachsinn^^
Hab ich doch gestern schon gesagt :D
http://www.cncforen.de/showpost.php?p=1564289&postcount=12
RoteZora
01-11-2008, 11:10
Bin da auf ein Gedicht gestoßen, gar nicht mal so unwahr.
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
Trifft ziemlich genau die Probleme, die es heute gibt oder?
Achja, das Gedicht ist von
Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
jo weils für den einfachen menschen so ziemlich das gleiche ist wie damals.
LordMordred
04-11-2008, 09:24
Wirklich sehr schönes und passendes Gedicht. :thx:
RedBasti
04-11-2008, 10:48
Ich fand es schon sehr bedenklich neulich in einer Vorlesung zum frühen Amerika zu hören, dass der Anteil des Besitzes der wohlhabensten 10% in Amerika um 1760 prozentual dem entspricht, was heute in Deutschland die obersten 10% haben.
Kommt die Sklavenhaltung wieder oder ist sie schon längst in moderner Form vorhanden? :ka:
Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt... bzw. nicht mit sklavenhaltung sondern mit Raubrittern :). Konnte sie mir aber noch nicht beantworten :D
Ach ja, interessant ist wie sich die Verteilung des Besitzes in Amerika weiterentwickelt hat... ich meinte einer meiner Profs hat mal so nebenbei erwähnt dass es ganz interessant sei, dass die Besitzverteilung in den USA noch extremer geworden sei als währen der Sklavenhaltung... sollte das wirklich stimmen (muss heute Abend mal n bisschen nachforschen) wäre da doch eine gewisse ironie dahinter ^^
LordMordred
06-11-2008, 09:27
Also ich habe schon einen hervorragenden Kündigungsschutz. Mir ist nicht zu kündigen, denn Sklaven können nur verkauft werden :rolleyes: .
Ich fand es sehr interessant, am Abend der US-Wahl, gab es eine Diskussionsrunde und dort gab es zwei Aussagen die mir im Gedächtnis blieben, leider weiß ich nicht mehr wie die Herren hießen.
Die eine Aussage von einem Börsianer, der 30% seines Vermögens durch den Crash verloren hatte. Die Börse erholt sich wieder, das war schon immer so, dass es bei einer Finanzkrise steil bergab geht, bis die Regierungen ein Sicherheitsnetz spannen, danach erholt sich das wieder.
Gratulation, also machen die Deppen einfach so weiter, weil es ja so ist, dass wenn es bergab geht, die Staaten dazu gezwungen sind Ihre Fehler auszubügeln. Freude, Freude, Freude
Die andere Aussage war, wenn wir was aus der Finanzkrise lernen können, dann das es eben nicht reicht, dass die oberen paar Prozent immer mehr haben, sondern dass die breite Masse mehr Geld haben muss. Nur befürchte ich diese Lehre, wäre daraus nur gezogen worden, wenn Individuen, wie der ersterwähnte, nicht nur 30% verloren hätten sondern wirklich alles, so dass sie nicht mehr wissen, woher sie morgen ihr täglich Brot herbekommen können.
Daher geh ich von aus, alles bleibt wie es war bis zum nächsten Weltkrieg, der mit Sicherheit einen kompletten Reset verursacht, und dann beginnt das Spiel von vorne, eventuell wenn wir uns wirklich anstrengen und der Welt einen Gefallen tun wollen mit einer intelligenten vorherrschenden Spezies.
Germane45
23-11-2008, 21:53
Es wird hoffentlich nicht ganz so schlimm, wie Du befürchtest.
Noch sind die Auswirkungen für und ja nicht sonderlich sichtbar.
Zumindest für die meisten von uns.
Aber lt. Financial Times haben wir im kommenden Jahr das Schlimmste seit dem letzten Krieg zu erwarten.
Stellt sich auch die Frage, wie gehen wir hier im Lande als Bevölkerung damit um? :ka:
Indem wir uns dran gewöhnen noch mehr Obdachlose zu bekommen, das Leute unsere Scheiben Wischen wollen und wir vor dem anbetteln noch weniger sicher sind als jetzt schon.
Ansich doch herrlich, gerade die, die als Menschliche Ressource schon jetzt wenig wert sind ( "Faule / Dumme Hauptschüler die mit x Ehrenrunden keinen Abschluss haben und vergleichbares ) werden demnächst schön billig sein. Gartenarbeit für 50cent die Stunde hat doch auch was :).
Die Intelligenteren werden schon Legale oder zur not auch Illegale ( was stören mich gesetze die eh nur für die kleinen aber nicht für die Großen gelten? ) Möglichkeiten finden um zu Geld zu kommen... leider auch wieder zu Lasten der erstgenannteren... ^^.
Ansich nicht weiter schlimm... die eine oder andere Schöne Wohnung wird frei und der eine odere andere wird Vorteile aus den Nachteilen der meisten ziehen... und alle werden nicken und zufrieden sein so wie es ja Standard in unserem Lande ist. :)
gersultan
25-11-2008, 12:27
Früher konntest du halt auch mit einem geringem Schulabschluss oder sogar gar keinem eine Lehre oder zumindest einen Job finden. Heute sind im unterem Lohnsegment viele Jobs weggefallen (automatisiert) oder man erwartet für alles mögliche irgendwelche Bescheinigungen das man etwas kann. :rolleyes: Heutzutage in Deutschland zählt weniger was du wirklich kannst, sondern mehr, was du laut irgendwelchen Bescheinigungen können solltest :(
Auch das soziale Engagement von Firmen, so wie früher, ist meist nicht mehr gegeben, was oft geringere Löhne aufgefangen hat (Betriebswohnungen, -frisör, -einkauf etc.).
Navigator
28-11-2008, 21:34
hmm, ehrlich gesagt gersultan finde ich den Ansatz zu einfach. Der Grund dafür, da es für Menschen ohne oder mit geringer Ausbildung keinen Arbeitsplatz mehr gibt liegt an 2 Dingen, der erste ist, da auf Grund der technischen Entwicklung z.B. lesen und schreiben können ein muß ist. Das war vor Jahren noch anderes. Der zweite Punkt ist, daß die Ansprüche der Menschen extrem gestiegen ist. Die Gehaltsvorstellungen die oft an den Tag gelegt werden, paßen nicht mehr zu den Aufgaben die für diesen Ausbildungsgrad zur Verfügung steht. Die Erwartungshaltung ist längst so hoch, daß z.B. ein sagen wir einmal der Polsterer eines Autositzes genau den gleichen Anspruch formuliert wie der Ing. der diesen entwickelt hat.
Den Hinweis auf auf den angeblichen Jobkiller "Automatisierung" sollte ich eingentlich ignorieren, kann ich aber nicht. Das ist nichts als eine urbane Großstadtlegende. Jedenfalls für Leute die nach 1985 mit dem arbeiten begonnen haben. Seit einer Ewigkeit geben Unternehmen kaum noch Geld aus um Mitarbeiter durch automatisierte Technik zu ersetzen. Diese sind etwa bei einem Modellwechsel viel zu unflexible. Außer an mittelmäßigen deutschen Hochschulen und peinlichen Gewerkschaftlern ist das selbst von der IG Metall akzepiert.
Der Bereich in dem Technik Arbeitsplätze nimmt ist die Arbeitserleichterung. Beispiel: Heutige Produktionslinien sind an jedem Arbeitsplatz höhenverstellbar, die notwendigen Anbauelemente werden über frontal supply zugeführt, so daß der Mitarbeiter keinen unnötigen und vor allem unangenehme Bewegungen durchführen muß. Diese Effizienzsteigerung in der Produktion (meist einfach durch umstellen der Anlagen und Regale) sorgt für weniger Fehler und schnelleres Arbeiten und damit, daß Stück für Stück Mitarbeiter "überflüssig" werden.
Was das soziale Engagement angeht, teile ich deine Ansicht auch nur etwas. Ja das hat es früher gegeben. Bei allen Unternehmen? Nein. hat es nicht. Auch dies fällt in den Bereich "früher war alles besser". Aber interessanerweise ist dieses soziale Verhalten besonders durch die Gewerkschaften und Betriebsräte forciert worden. Es galt lange der Slogan, daß der Mitarbeiter nicht auf den Friseur des Unternehmens angewiesen sein soll, sonder lieber mehr verdienen soll um sich seinen Friseur aussuchen zu können. In diesem Zusammenhang sei für das Beispiel Betriebskindergärten noch erwähnt, daß für einen Betrieb höhere Anforderungen gelten als für staatliche oder kirchliche Einrichtung.
Und noch ein Nachsatz. Was mich in diesem Zusammenhang ärgert, ist das sinnlose geschmiere in den Medien, die völlig uninformiert alles abdrucken, was ihnen die Industrie zuwirft. Beispiel die Auto OEMs. Das am Markt Überkappazitäten herrschen ist seit 2-3 Jahren bekannt, man muß sich nur die mal die Tageszulassungen in D und Resteuropa ansehen. Da wird der Bankencrash ganz schamlos ausgenutzt um etwa Modernisierungen in den Werken vorzunehmen, die sowieso fälig waren. Und warum? Weil jetzt mit dem Hinweis auf die Krise die MA in Kurzarbeit geschickt werden können. Bestes Beispiel Audi in Ingolstadt. Behebt jetzt in Ruhe die letzen Fehler in den Produktionsanlagen für den neuen A4 und Q5 und läßt sich den Ausfall über Steuern finanzieren. Das schlimme ist dabei aber nicht der Versuch das zu tun, sondern das unsere Politiker das mitmachen.
Puh.
Das Soziale Engangement einiger Firmen war früher sicher höher, doch dafür fehlt bei den meisten schlicht und einfach das Geld. Wenn eine Branche, oder die ganze Wirtschaft boomt, ist das sicher wünschenswert und wird auch gemacht. Doch wenn das Geld nicht mehr da ist muss der Job einfach reichen.
Meine Firma hat z.B. fast Jahrzehntelang, ALLE Mitarbeiter mit 60 in die Pension geschickt (man muss sich die kosten dafür einmal vorstellen, Rentenalter in der Schweiz eigentlich 65. Die haben im schnitt pro Mitarbeiter der in die Pension gieng schätzungsweise 500'000 freiwillig, zusätzlich bezahlt). Doch das musste einfach aus finanziellen Gründen gestrichen werden. Ein Paradebeispiel ist auch Google, die haben das Geld und bieten bestmögliche Arbeitsbedingungen... 4 Tage für Google arbeiten, 1 Tag an einem frei wählbaren Projekt bezahlt mitarbeiten bei einer 100% anstellung, und und und... das geht jetzt... doch Google wird nicht immer in einer solchen Marktposition sein und dann werden dort die ganzen enormen Zusatzleistungen auch abgebaut.
gersultan
29-11-2008, 02:39
hmm, ehrlich gesagt gersultan finde ich den Ansatz zu einfach. ja sollte er ja auch, damit es von einer breiteren Palette begriffen wird.
Auch dies fällt in den Bereich "früher war alles besser". schon einen geschmeidigen Blick auf mein Geb-Datum geworfen? :D
aber kurz auf einen Punkt eingegangen:
Der Grund dafür, da es für Menschen ohne oder mit geringer Ausbildung keinen Arbeitsplatz mehr gibt liegt an 2 Dingen, der erste ist, da auf Grund der technischen Entwicklung z.B. lesen und schreiben können ein muß ist. Das war vor Jahren noch anderes. Der zweite Punkt ist, daß die Ansprüche der Menschen extrem gestiegen ist. Die Gehaltsvorstellungen die oft an den Tag gelegt werden, paßen nicht mehr zu den Aufgaben die für diesen Ausbildungsgrad zur Verfügung steht. Die Erwartungshaltung ist längst so hoch, daß z.B. ein sagen wir einmal der Polsterer eines Autositzes genau den gleichen Anspruch formuliert wie der Ing. der diesen entwickelt hat.
Nun auch die Menschen 'damals' konnten sehr wohl lesen und schreiben und sicher nicht schlechter als das, was so mancher Abiturent hier so manchmal abläßt oO
Der wichtigste Punkt ist und bleibt, dass die Firmen (und auch viele Angestelle/Arbeiter) vor allem ihrer eigenen Gewinnmaximierung hinterherlaufen. Somit stimme ich deinem 2. Punkt im Grundsatz zu, erweitere ihn um den Faktor 'Unternehmen' bzw. das 'alle' soviel wie möglich rausschlagen wollen. In diesem Zusammenhang stehen die Gewerkschaften auf der selben (gierigen) Stufe wie die Unternehmen. Soziales Gewissen geht da allen Seiten ab ...
raptorsf
12-12-2008, 10:41
das ganze wird glaub noch übler als ich noch vor ein paar Wochen dachte. Nur noch negativ Meldungen hört man (die 3 grossen US Autokonzerne und somit hunderte Zulieferer können voraussichtlich nur noch die Dezember Löhne zahlen und danach sind sie bankrott), Bank of America streicht 35'000 Stellen, die Börse crasht erneut - und das nur Nachrichten von heute.
Das wird die schlimmste Rezession die ich und wohl alle von uns je erlebt haben - und irgendwie sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels... das wird uns ALLE wirklich teuer kommen...
So schlimm wie die Nachrichten das machen ist es aber auch nicht.
Die Bank of Amercia hat letztens erst eine gekauft, das darauhin Kündigungen flattern ist klar. Das bei anderen Firmen auch gekündigt wird, liegt nicht daran das die zu wenig Arbeit haben, sondern eher daran das man das im moment den Medien besser glaubhafter machen kann. Ich denke mal das sehr viele Firmen auf so eine Chance nur gewartet haben.
Die drei grossen US Autokonzerne, hat jemand mitbekommen als die um Geld betteln wollten und die nur darauhin gefragt wurden wer von den Managern die gebettelt haben mit einem lienenflugzeug gekommen sind oder das Privatflugzeug verkaufen wollen? Das ist ein sehr nettes Beispiel wie die Manager denken, es ist zwar schade um die normalen Arbeiter die Arbeitslos werden, aber die Politiker sollen mal stärker an den Managern gehen. Dann klappt das gleich viel besser und wenn die dann sowiso schon dabei sind sollten die auch mal über ihre Diäten nachdenken, ob das nicht doch ein bischen zu viel ist was die bekommen und auch kürzungen vornehmen, glaubhaft werden die sowiso nicht mehr aber das wäre ein guter weg zur besserung.
Ich bin auch der Meinung das die Börse so wie die ist auch erst gar nicht hätte entsehen dürfen.
raptorsf
12-12-2008, 15:51
was mit den Bossen von GM, Chrysler und Ford passiert ist mir auch ziemlich egal bzw. da müssen wir uns (leider) keine Sorgen machen.
Aber in den USA arbeiten rund 200'000 Leute für diesee Firmen, 800'000 bei Zulieferern - die müssen eventuell im Januar gar nicht mehr zur Arbeit gehen, weil es diese Arbeitgeber dann gar nicht mehr gibt.
Wobei dann die US Autoindustrie nur der erste Dominostein ist der fällt. Lehman Brothers lies man auch ziemlich leichtfertig Konkurs gehen und danach hatten WELTWEIT alle Banken Probleme und auch andere gingen ein bzw. werden noch eingehen.
Das ganze sieht wirklich sehr düster aus - und dazu muss man nichtmal Pessimist sein um das so zu sagen...
Germane45
12-12-2008, 19:27
Das wird die schlimmste Rezession die ich und wohl alle von uns je erlebt haben - und irgendwie sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels... das wird uns ALLE wirklich teuer kommen...
Das sehe ich auch so.
Deutschland als Exportweltmeister z.B. wird die ganze Härte im kommenden Jahr zu spüren bekommen.
Der Rattenschwanz der sich daraus ergibt, ist noch gar nicht im vollen Umfang absehbar.
Besonders Schlimm ist die Haltung der Regierung.
Wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen werden wohl erst für den Wahlkampf eingesetzt und Parteiintern mißbraucht. :hmm:
Navigator
13-12-2008, 01:13
Ganz so negativ sehe ich es nicht.
Deutschland steht sogar noch besser da als die meisten anderen Länder. Im Vergleich zu den Briten haben wir den besseren Mix aus Dienstleistung und Produktiongesellschaft. Frankreich ist praktisch pleite und hat gar keinen Spielraum für Konjunkturpakete.
Was die Big 3 in Amiland angeht, so ist das ja nichts neues, daß diese schon lange nicht mehr Wettbewerbsfähig sind. Schlecht ausgebildete Mitarbeiter (60% nicht lesen - Interview mit einem US Arbeitsvermittler bei N-TV heute). Und wer mal erleben durfte, wie in US - Produktionsstätten Autos zusammengekloppt werden, will so ein Ding gar nicht fahren. TQM, Lean, Track & Traceing, 8D-Reports alles Fremdwörter.
Die Ing. haben die Trends der Welt verpaßt und taugen auch nicht viel. Allein GM hat ca. 0,6 Mrd € Schulden bei der Tochter Opel für Entwicklungsleistungen. Übrigens waren das genau die Entwicklungen, die jetzt dafür sorgen sollten das GM einen grünen Anstrich bekommt.
Ich schließe mich auch der Meinung an, daß es jetzt gerade ein günstiger Zeitpunkt ist all das umzustrukturieren, was man immer schon wollte, sich aber nie traute. Derzeit hinterfragen die Medien ja nichts mehr, sobald das Wort Wirtschaftskrise fällt.
Germane45
07-01-2009, 01:27
Aktuell habe ich den Eindruck, das die Banken damit beschäftigt sind, ihren Einfluss auf alle möglichen Gebiete auszuweiten.
Es geht nicht darum, anderen Firmen unter die Arme zu greifen, sondern in erster Linie die eigene Hand aufzuhalten.
Das bisher prominenteste Opfer ist wohl Adolf Merckle.
Einer der Reichsten und einflussreichsten Industriekapitäne Deutschlands.
Das dieser Mann den Freitod gewählt hat, kommt sicher nicht von ungefähr. :hmm:
Island erwischts au immer härter...
http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/wenn_die_pleite_des_staates_zur_realen_gefahr_wird_1.1718166.html
http://www.20min.ch/finance/dossier/finanzkrise/story/Eiszeit-in-Island-25981688
(Haben wir eigentlich echt kein generelles Thema zur Finanzkrise?)
Germane45
22-01-2009, 12:35
Man könnte doch das zweite Wort aus der Überschrift entfernen oder ändern. :ka:
Ich habs mal komplett umbenannt ;).
AUTOMOBILINDUSTRIE - Erholung ab Mitte 2009
Nach einigen weiteren harten Monaten für die deutschen Hersteller und Zulieferer rechnet der Automobilexperte Willi Diez von Mitte des Jahres an mit einer deutlichen Belebung des Marktes.
http://www.automobil-industrie.vogel.de/mixed/articles/167334/?nl=1&ACMP=NLC-ai_basis&attr=20-01-2009
Na dann schaunmermal...
Was ist eigentlich so mit Opel jetzt? Ist ja noch immer GM und bleibts auch oder passiert da was? Hab da seit längerem nichts mehr davon mitgekriegt.
Germane45
22-01-2009, 14:48
Der Automobilindustrie wird so viel Zucker in den Hintern geblasen, wie ansonsten nur aktuell den Banken.
Jetzt sollen auch die Spritschlucker und Umweltverpester steuerlich begünstigt werden.
Soviel zur Umweltpolitik von Frau Merkel. :rolleyes:
Quelle (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,602803,00.html)
Bei Opel ist, wie auch bei anderen Firmen, erst einmal Kurzarbeit angesagt.
Wie und in welchem Umfang wird noch ausgehandelt.
Quelle (http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/1/14/news-105083003/detail.html)
Nice, damit ebnet man den Weg weiterhin für "Produziert weiterhin die falschen Autos" damit der Kollaps wie im US Automarkt auch noch kommt :rolleyes:..
Weltwirtschaftskrise? :ka:
Muss an mir wohl total vorbei gehen. Bis auf schlechte Nachrichten den ganzen Tag über bekomm ich davon überhaupt nichts mit. Bei uns in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimabranche hört man die Leute nur noch meckern, da sie mit ihrer Arbeit nicht mehr hinterher kommen.
Wir haben derzeit bei uns im Büro alle außer einen Urlauber im Einsatz. Ich weiß momentan nicht mehr, was ich zuerst bearbeiten soll. Nebenbei klingelt das Telefon von morgens um 8 bis Abends um 17.30 Uhr durchgehend :shy:
Ich warte nur noch auf Anfang März, bis wir endlich wieder zwei neue Mitarbeiter bekommen. Die müssen zwar erstmal eingearbeitet werden, aber da nehme ich gerne ein paar Überstunden in Kauf. :p
Umsatzaussichten?? -->> neuer Umsatzrekord im Januar in Aussicht...
Naja, die Krise benötigt einen längeren Weg zum effektiven Endverbraucher. Blöd gesagt sind die Warenhäuser ja noch voll mit dem Mist. Aber wenn ich höre wie ein Konzern wie Sony 2 Milliarden Minus macht, stimmt mich das bedenklich, den direkt kommt auch der Ansatz Stellenabbau.
Und Island is auch ein tolles Beispiel, im Moment muss sich ja darum bemüht werden den Schaden so gering wie möglich zu halten, aber das wird sich alles erst gegen Mitte Jahr dann zeigen.
Germane45
25-01-2009, 17:49
Aber wenn ich höre wie ein Konzern wie Sony 2 Milliarden Minus macht, stimmt mich das bedenklich, den direkt kommt auch der Ansatz Stellenabbau.
Aktienunternehmen können sehr schnell so einen Riesenverlust verbuchen, da viele Werte ja um mehr als z.B. 50% und mehr, eingebrochen sind.
So schnell kann sich daher ein Gewinn in Verlust ändern.
Das viele Unternehmen von einer Krise bisher noch nichts spüren, liegt zum Teil auch daran, das diese in privater Hand sind, keine kurzfristen Ziele verfolgen sondern ihre Position mittel und langfristig am Markt festigen wollen.
Also mit ihrem Gewinn auch nicht zocken.
Unternehmen die nicht als Zulieferbetriebe für Aktiengesellschaften wie Opel, BMW, Bosch usw. tätig sind müsen sich wohl auch im Moment keine Sorgen machen.
Kommt aber wohl dann auch noch darauf an, was für eine Hausbank diese Unternehmen haben.
Auf jeden Fall wird auch eine Marktbereinigung stattfinden, so einige auf der Strecke bleiben.
Aktienunternehmen können sehr schnell so einen Riesenverlust verbuchen, da viele Werte ja um mehr als z.B. 50% und mehr, eingebrochen sind.Das ist genau der Punkt an dem ich mich frage: Aktien sollten ja eigentlich den gegenwärtigen Wert eines Unternehmens darstellen. Wie kann es dann sein, dass ein Unternehmen plötzlich nur noch die Hälfte wert sein soll?
Elrod Cater F-K
26-01-2009, 19:35
Unternehmen die nicht als Zulieferbetriebe für Aktiengesellschaften wie Opel, BMW, Bosch usw. tätig sind müsen sich wohl auch im Moment keine Sorgen machen.
Naja davon bin nicht überzeugt das ist ein riesiger Rattenschwanz….Langsam nehmen auch die kleinern Betriebe Notiz von der Wirtschaftskrise auch wenn es keine Zulieferfirmen sind.
Das sieht man bei uns und das sind wirklich popels Betriebe (hätte nie gedacht, dass die Krise sich so stark bei uns auswirkt)
Germane45
29-01-2009, 13:48
Das ist genau der Punkt an dem ich mich frage: Aktien sollten ja eigentlich den gegenwärtigen Wert eines Unternehmens darstellen. Wie kann es dann sein, dass ein Unternehmen plötzlich nur noch die Hälfte wert sein soll?
Grosse Aktiengesellschaften investieren ja auch in fremde Papiere.
Wenn diese verbrennen, wirkt sich das zwangsläufig auf die eigene Bilanz aus.
Meine Verluste z.B. liegen bei über 35%
Nur ich kann das aussitzen. :)
ahitsawin
29-01-2009, 21:20
Geld verbrennt nicht. Es wechselt nur den Besitzer. Wer als erstes am Hochpunkt wieder verkauft hat ist Gewinner, Verluste aussitzen können nur kleine Privatanleger, kein Konzern. Viele glauben auch nur es aussitzen zu können, in Wirklichkeit werden es Verluste bleiben, siehe "Volks"aktie Telekom.
Den Tiefpunkt haben wir noch nicht gesehen, der DAX wird wohl noch auf die 3k zugehen. Die Finanzkrise klopft gerade mal an der Tür der Realwirtschaft, sie ist längst nicht angekommen.
Aber auch wenn unser System diese Finanzkrise überlebt, es danach ein paar Jahre wieder Aufschwung auf Pump gibt - die dann folgende Krise wird bereits heute mit den Zinssenkungen der Zentralbanken vorprogrammiert und aufgrund der deutlich gestiegenen Geldmenge dann noch schlimmer werden wie diese. Immer so weiter, bis man grundlegende Gesetze des Systems ändert^^
Germane45
31-01-2009, 14:42
Im grossen und ganzen stimme ich Dir auch zu, so wie Du das darstellst.
Trotzdem vertrete ich weiterhin die Ansicht, das Geld verbrennen kann.
Wie will man den Wert von z.B. den Lehmann Brothers Papieren bezeichnen? :ka:
Zumal der Laden ja auch Pleite ist.
ahitsawin
31-01-2009, 20:12
Lehman ist pleite, der Wert der Papiere 0.
Trotzdem ist kein Geld verbrannt, sondern diejenigen die zum hohen Stand verkaufen haben das Geld derjeniger, die jetzt nicht mehr verkaufen können.
Wer den schwarzen Peter am Ende hat, hat sein Geld an den Verkäufer verloren, was der damit gemacht hat wissen wir nicht, aber ich gehe mal nicht davon aus dass er zur Bank gegangen ist, es sich hat auszahlen lassen, und die Scheine verbrannt hat :D
Germane45
01-02-2009, 18:17
Wie will man eine Wertberichtigung nennen, wenn es Heute 50 p.a. und Morgen 20 Wert ist?
Wenn der dt. Staat 3.stellige Mio. Beträge an Steuergeldern in Pleiteläden pumpt.
Für mich ist das verbranntes Geld, da sich niemand vorher daran bereichern konnte. :shy:
ahitsawin
01-02-2009, 19:13
Es konnte sich immer jemand daran bereichern, und wenn es kein Aktionär war, dann war es das Unternehmen.
Beispiel dafür zB Deutsche Telekom, immer nur am fallen, die Aktionäre müssen Wertberichtigungen vornehmen und machen Verlust.
Das Geld ist doch aber nicht verbrannt - die Aktionäre haben die Aktien ja nicht auf der Strasse gefunden, sondern sie wurden von der Telekom verkauft -> die Telekom hat all das Geld, hat sich bereichert, und die Aktionäre haben alle Verlust...
Germane45
11-02-2009, 18:47
Was ich mich in diesen schweren Zeiten allerdings auch Frage, wie man einen so unerfahrenen Politiker wie den ehem. Generalsekretär der CSU Guttenberg an die Spitze unserer Wirtschaft setzen kann. :confused:
Da gehört ein erfahrener Mann hin. Zum einarbeiten in dieses Thema ist eigentlich die falsche Zeit.
Germane45
19-03-2009, 21:15
Das nenne ich mal einfallsreichtum. :gf:
Das Repräsentantenhaus will in Amerika sein Geld zurück, das sich Manager in Form von Bonuszahlungen genemigen.
Dem von den Demokraten eingebrachten Gesetzentwurf zufolge soll dieser höchste Steuersatz für Boni an alle Angestellten gelten, die über ein Familienjahreseinkommen von mindestens 250.000 Dollar verfügen und deren Firmen mindestens fünf Milliarden Dollar aus dem staatlichen Rettungsfonds bekommen haben.
Der Steuersatz von 90% auf die Boni ist eine Idee, die auch hier aufgegriffen werden sollte.
-Quelle- (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614388,00.html)
RoteZora
20-03-2009, 08:25
Diese Manager holen das Geld aus Steuermitteln die für die Rettung der angeschlagenen Firmen bestimmt waren.
Quasi als Belohnung für ihr Missmanagement erhalten die Millionenenboni. Die Mitarbeiter werden entlassen oder auf Kurzarbeit gesetzt und diese Leute schämen sich nicht weiter ordentlich zuzugreifen.
Der Steuersatz sollte 120% betragen!
An diesen Beispiel sollten sich hier die Politiker mal ein Beispiel dran nehmen, aber nein stattdessen trauen die sich nicht oder wollen besser dastehen als die anderen Parteien jetzt erst recht mit der sicht auf die baldige Wahl.
Können wir nicht einfach die Politiker tauschen? Die hier in Deutschland die Politik machen bringen doch sowiso nix, stattdessen kann man auch Kindergartenkinder reinsetzten und sie Politik machen lassen, würde denke ich sogar mehr bringen als die jetztigen.
raptorsf
20-03-2009, 12:12
ihr seid ja ne Demokratie, dass heisst Ihr (das Volk) wählt die Regierung.
Naja, unsere war zwar auch schon besser...
Der Lieblingssatz eines ehemaligen Geschichtslehrers von mir lautet jeweils zu diesem Thema: "Jedes Land hat die Regierung, die es verdient." :p
LordMordred
20-03-2009, 13:29
Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten. Ich glaub Nietschke hat diese weisen Worte mal gesprochen.
Tolle Demokratie wenn man selbst das gefühl hat das die ganzen Politiker als Babys öfters von der Wickelkomode gefallen sind, wenn willst du da selbst Wählen wollen? Die taugen alle nichts.
Tja wie wahr Sprichwörter doch sein können.
ahitsawin
20-03-2009, 14:48
eben, wen will man denn wählen?
was wurde vor der letzten wahl alles von einigen parteien versprochen, und was wurde dann nur monate später umgesetzt?
stichwort - mit uns keine mwst erhöhung - usw.
wenn sich sowieso keiner an sein wahlprogramm hält, ist eine wahl sinnlos.
ich finde es auch sehr schade dass es überhaupt keine volksentscheide gibt,
wichtige themen müssen direkt vom volk bestimmt werden, das sind zB viele EU sachen, euro oder auch die ganzen konjunkturpakete sowie rettung des schwarzen lochs HRE
99% der bevölkerung will eine vereinfachung der steuergesetze, was passiert? nix, wird nur noch mehr und komplizierter
wieviel gesetze hat sogar schon das bundesverfassungsgericht kassiert? Beispiel pendlerpauschale, hab ich gestern brief bekommen mit der nachzahlung aus 2007
die politik vertritt doch das volk gar nicht mehr, die leben in ihrer eigenen welt...
ich werde dieses jahr nicht wählen gehen, weil ich eine partei stützen will, sondern ich werde wählen gehen um die grosse koalition zu schwächen indem ich einer kleineren, noch nicht regierenden partei meine stimme gebe...und da bin ich nicht der einzige, ist doch traurig sowas
ich finde es auch sehr schade dass es überhaupt keine volksentscheide gibt,
Wenn dann dosierte Volksentscheide bei einigen wenigen Themen. Bei Volksentscheidungen besteht immer die Gefahr, dass die meisten die globalen Auswirkungen von diversen Entscheidungen nicht nachvollziehen können.
Volksentscheidungen dann wenn das eher regionales betrifft, nicht überregional, national oder sogar internationale Auswirkungen hat.
[QUOTE=ahitsawin;1573177
ich werde dieses jahr nicht wählen gehen, weil ich eine partei stützen will, sondern ich werde wählen gehen um die grosse koalition zu schwächen indem ich einer kleineren, noch nicht regierenden partei meine stimme gebe...und da bin ich nicht der einzige, ist doch traurig sowas[/QUOTE]
Gut, aber dann wenigstens wählen gehen, damit man durch nicht wählen keiner Radikeln Partei den Rücken stärkt.
Germane45
20-03-2009, 15:57
Ein großes Problem ist ja auch leider der berufl. Werdegang von Politikern.
Fast alle sind doch Akademiker.
Erst Schule, dann Studium.
Danach ist doch berufl. keiner 'unten' angefangen.
Sie sind es von Anfang an gewohnt, über die 'Praktiker' ihr theoretisches Wissen zu verschütten.
Es fehlen Hemdsärmlige Politiker, die auch mal richtig gearbeitet haben.
Ich hab so den Eindruck als würden Politiker, sobald sie von der Kommunal- in die Landesliga aufsteigen, nur noch pöstchengeil und lobbygesteuert.
RoteZora
20-03-2009, 16:37
Das ist schon vorher so. Die sind meist so abgehoben, dass sie den Boden unter den Füßen verlieren, ganz egal, wo sie angefangen haben.
Auch auf Kommunalebene gibt es ganz große A-L. Da brauchen die die Landesebene nicht zu. Es gibt da auch nette Leute dabei, aber die sind rar und ob die auf Dauer so bleiben?
Germane45
20-03-2009, 16:41
Wir haben sicherlich gute Leute.
Wie z.B. unseren Kavalleristen.
(Ich persönlich mag ihn zwar nicht, aber ich will ihn ja auch nicht Heiraten). :D
Bei vielen gewinnt man sowieso den Eindruck, das man 2 Legislaturperioden überleben muss, um seine Rente im Sack zu haben.
___________________________________________________________
Mir macht im Moment auch eine evtl. Inflation sorgen.
Europa schmeisst mit Mrd. um sich.
Auch um gerade kl. Länder im Ostblock vor dem Staatsbankrott zu retten.
Amerika haut sogar 1.Billion raus.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
ahitsawin
20-03-2009, 17:40
Wenn dann dosierte Volksentscheide bei einigen wenigen Themen. Bei Volksentscheidungen besteht immer die Gefahr, dass die meisten die globalen Auswirkungen von diversen Entscheidungen nicht nachvollziehen können.
Volksentscheidungen dann wenn das eher regionales betrifft, nicht überregional, national oder sogar internationale Auswirkungen hat.
Das halte ich einfach für falsch. Ist doch völlig egal, ob es nur regional Landkreis XY oder national ganz Deutschland betrifft - das VOLK muss entscheiden, wie es leben möchte, nicht 5 Politiker die von 5 Konzernen gesponsort werden.
Warum sollte es regional einen Volksentscheid geben dürfen, ob um ein Dorf eine Umgebungsstrasse gebaut wird (mit allen positiven+negativen Konsequenzen), aber national darf nicht abgestimmt werden wenn jemand vor hat eine weitere Autobahn durch die ganze Republik zu bauen? Wo siehst du hier den Unterschied?
Und genauso ist es auch mit internationalen Entscheidungen, z.B. die Euroeinführung, andere Staaten stimmen darüber ab, einige haben dagegen gestimmt und da gibts halt weiterhin die alte Währung, und? Warum dürfen die Deutschen das nicht? Weil es den Euro dann wahrscheinlich gar nicht gegeben hätte? Kann ja sein, aber ist das dann deutsches Problem wenn der Entscheid z.B. dagegen gewesen wäre? Wohl kaum...
Was wäre passiert, hätte man über die Konjunkturpakete abgestimmt? Sagen wir, es wäre dagegen gestimmt worden, dann hätte es keine Abwrackprämie gegeben. Dann hätte Opel z.B. wahrscheinlich längst pleite gemeldet, und?
Die Mehrheit des Volkes soll entscheiden wie es mit unserem Land weitergeht.
Aus welchem Grund traust du den aktuellen Politikern denn mehr zu als dem Volk? Was hat Steinbrück vor 6 Monaten gesagt, "die Krise ist nur in den USA, Deutschland ist nicht betroffen", was war 2 Wochen später?
"Die HRE braucht nur XX Milliarden, und auch nur vorübergehend", mittlerweile braucht sie jede Woche XX Milliarden.
Genauso Gesetze wie Pendlerpauschale, ist nicht mal verfassungsgemäß gewesen, wo siehst du da bitte die Kompetenz?
ICH möchte gern selbst mitentscheiden dürfen bei wichtigen Themen, völlig egal was andere von meiner Kompetenz halten, Fakt ist ich muss schliesslich alle Entscheidungen mittragen.
In Grossbrittannien wird gestreikt, und schon gibts neue Gesetze.
In Frankreich wird randaliert, und Konzerne ziehen die Produktion zurück ins Inland.
In Deutschland passiert nix. Was davon zu halten ist, muss sich jeder selbst denken.
Gut, aber dann wenigstens wählen gehen, damit man durch nicht wählen keiner Radikeln Partei den Rücken stärkt.
Und was, wenn ich eine radikale Partei wähle?
Eigentlich ist es mir ja egal. Ein Traumergebnis wäre SPD+CDU Opposition :D
Und was, wenn ich eine radikale Partei wähle?
Was dann ist? Nichts, was soll dann sein? Ich dachte bzw. ich hoffte das die meisten hier, dich inbegriffen, keine radikalen unterstützen. Wenn du radikal bist und radikal unterstützt dann ist das deine Entscheidung. Ich halte davon nichts.
@Generell: Schau doch mal abgeht drausen auf den Straßen. Ein hohler jagt den anderen. Wenn ich mir überlege das (international) wichtige Entscheidungen komplett durch Ü18 getragen werden, dann wirds mir echt anderst. Die meisten haben einfach null Plan was ab geht und interessieren sich eigentlich nur was vor ihrer Haustüre los ist. Der Rest? Is doch mir egal. Man kann einfach viele Entscheidungen nicht dem Volk hinterlassen, weil der Horizont einfach nicht weit genug ist.
Du kannst einen Pizzabecker einfach nicht entscheiden lassen was die Pizza auf der Karte kostet, da er nicht weiß was für Unkosten usw. eine Rolle spielen. Der würde natürlich jede Pizza mit 3€ ansetzen, das er einen sicheren Job hat und seine Kumpels jeden Tag zum Pizza essen vorbei kommen. Das dabei das ganze Restaurant irgendwann zu grunde geht bedenkt er dabei nicht.
Die Wirtschaftskriese durch Volksentscheide regulieren? Klar :thx: ...dann hätten wir hier schon längst den Kollaps - längerfristig.
Ich möchte die Politik nicht nur gut heißen, und befürworte Volksentscheide. Aber eben nicht auf jeder Ebene.
Meine Meinung.
Also mal ganz im Ernst, ein Durchschnittsbürger versteht genauso nichts von VWL wie ein Durchschnittspolitiker. Der Horizont ist bei beiden genau gleich zu klein ;).
Ich finde Volksentscheide nur schon gut, weil dann nicht immer gejammert werden kann "Och, unsre blöden Politiker machen alles falsch", "Es ist doch ganz klar, es hätte so gemacht werden sollen, alles Idioten".
Die Exekutive bleibt genau gleich bestehen. Grundsätzlich auch die Legislative, denn der Bürger kann nicht über jede kleine Gesetzgebung entscheiden. Volksentscheide kommen dann nur für sehr grosse Entscheidungen in Frage.
Allerdings scheint es kein grosses Bedürfnis für Volksentscheide zu geben. Sonst hätte das schon lange eine Partei in ihr programm aufgenommen und diese hätte dann entsprechenden Zuwachs. Aber zu behaupten Volksentscheide können auf Nationaler Ebene nicht funktionieren finde ich ein bisschen gewagt. Denn bei uns in der Schweiz klappt es auch einigermassen, nicht perfekt... nein nicht einmal annähernd. Aber wenn ich mir unsere Nachbarländer anschaue sind wir ganz gut mit dabei ;)
Mir ist selbst auch klar, dass Volksentscheide auch negative Aspekte haben. Aber ein positiver Effekt überstrahlt meiner Meinung nach alle negativen. Es kann nicht passieren, in gar keinem Fall, dass das Parlament z.B. aus Dummheit, Eigennutz oder sonstigen Motivationen entscheidungen fällt welche das Volk nicht gutheissen würde.
Neoprophan
21-03-2009, 21:14
Ein großes Problem ist ja auch leider der berufl. Werdegang von Politikern.
Fast alle sind doch Akademiker.
Erst Schule, dann Studium.
Danach ist doch berufl. keiner 'unten' angefangen.
Sie sind es von Anfang an gewohnt, über die 'Praktiker' ihr theoretisches Wissen zu verschütten.
Es fehlen Hemdsärmlige Politiker, die auch mal richtig gearbeitet haben.
Genau so ist es, ist bei uns in Österreich auch nichts anderes. Bei der letzten Wahl beklagten sich alle das unsere rechten Parteien so zugelegt haben. Ich selber mag diese Parteien überhaupt nicht. Aber wenn ich so mit Leuten meiner Generation rede die wirklich zum Großteil für den Wählerzuwachs dieser Parteien verantwortlich sind, so merkt man bei denen schon deutlich heraus, das sie diese Parteien gewählt haben und aus welchen Gründen/Ängsten sie diese gewählt haben. Ein Grund ist auch der, das die Politiker der "Großen" Partein, die ja in Österreich und Deutschland doch sehr ähnlich sind, einfach Studiert haben und dann direkt aus dem Studium gleich in die Partei sind und da gleich Funktionen übernommen haben. Ich vermisse den einfachen Arbeiter oder Angestellten der in die Partei eingetreten ist und kein Dr. oder Mag. oder sonst einen Titel in seinen Namen hat. Bei Interviews ist es oft auch so das die Politiker der großen Partein um den heißen Brei herum reden, keine Klaren Aussagen machen und dann vielleicht auch noch das ein oder andere Wort von sich geben das junge Menschen gar nicht verstehen. Da wundert es mich nicht wenn andere Parteien zuwachs bekommen.
Radikale Partein zu unterstützen halte ich aber schon für besorgniseregend. Hoffe das sich da bei der nächsten Wahl bei euch in Deutschland nichts derartiges abspielt.
Allgemein wäre mir zumindest in der Österr. Regierung und im Parlament kein Minister oder Abgeordneter bekannt, der wirklich als kleiner Arbeiter begonnen hat. Da fehlt vielen Menschen einfach die nähe oder das Gefühl, da ist jemand der hat von der Praxis eine Ahnung, der weis was es heißt in der Privatwirtschaft als "Kleiner" zu Arbeiten aber das fehlt heute irgendwie, wenn ich mir die Politische Landschaft so anschaue. Wenn ich auf Phönix die Bundestagsdebatten oder Interviews mit Politikern sehe, habe ich nicht umbedingt den Eindruck, dass es in Deutschland in diesen Dingen große Unterschiede gibt.
Grad eben per Mail gekriegt :lol:
Heidi besitzt eine Bar in der Bieler Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern
beschliesst sie, die Getränke der treuen Kundschaft - mehrheitlich
Alkoholiker ohne Arbeit - aufzuschreiben (ihnen also Kredit zu
gewähren).
Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in
Heidi's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen
machen müssen, verteuert Heidi die Preise für Wein und Bier, die
meistkonsumierten Getränke, und erhöht damit massiv ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen
Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben und erhöht die Kreditlinie für
Heidi. Er macht sich keine grossen Sorgen, er hat ja die Schulden der
Alkoholiker als Deckung.
Am Sitz der Bank transformieren top ausgewiesene Banker diese
Kundenguthaben in SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND um. Diese Papiere werden
dann weltweit gehandelt. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen
bedeuten und wie sie garantiert werden. Da die Kurse aber steigen, werden
die Papiere ein Renner.
Eines Tages und obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk
Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen - Begründung: er wahr zu
negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkis von Heidi's Bar
langsam einfordern sollte. Die können aber nicht zahlen. Heidi kann ihren
Kreditverpflichtungen nicht nachkommen und macht Konkurs. SUFFBOND und
ALKBOND verlieren 95%, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich
nach einem Verlust von 80%.
Die Lieferanten hatten Heidi's Bar längere Zahlungsfristen gewährt und
zudem in die Papiere investiert: der Weinlieferant geht Konkurs, der
Bierlieferant wird von einem Konkurrenten übernommen. Die Bank wird durch
den Kanton gerettet.
@Swizzy: Frei nach Quarks & Co? ;-)
Aber ist in der Tat eine ziemlich guter Erklärung für den ganzen Schlamassel …
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