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Vollständige Version anzeigen : Aufruf gegen Stoplinux.de


saemikneu
09-07-2005, 17:48
Ich schreibe grad ein E-Mail an den Macher der Anti-Linux Seite www.stoplinux.de

Dass seine Seite zu einseitig ist (gewisse Sachen aber ok sind) will ich euch aufzeigen.

Was meint ihr? Helft ihr?

Den Text werde ich veröffentlichen, sobald er fertig ist.

mose
09-07-2005, 19:11
Was wollend ie mit ihrer Seite erreichen? :confused:

feuerreal
09-07-2005, 19:16
Es gibt soviele einseitige Sachen, da weiß ich jetzt net warum du ausgerechnet der nen Brief schreibst.

Wahrscheinlich zieht der Betreiber mutwillig über Linux her, so das diese Einseitigkeit sogar gewollt war.

EDIT:
Hardware:


Zum Einsatz kommt eines der modernsten Computer-Systeme weltweit, welches folgendermaßen ausgestattet ist:


4 Megabyte Arbeitsspeicher gewährleisten eine sehr schnelle Boot-Zeit innerhalb weniger Sekunden
ein Intel Pentium 1 Prozessor mit einer Taktrate von 40 MHz und integriertem 50 MHz Turbo-Knopf sorgt für den ultimativen Geschwindigkeits-Rausch
eine 500 MB großen Festplatte bietet genug Platz für umfangreiche Systeme
die integrierten OnBoard-Grafikkarte mit ganzen 512 KB Grafik-Speicher stellt eine moderne Grafiklösung auch für anspruchsvolle Spiele und Multimedia-Lösungen von Heute da
sowie ein Diskettenlaufwerk, welches für schnellen Datenaustausch und aktuellen Installations-Medien bestens geeignet ist.

Ich glaube nicht das das ne ernsthafte Seite is :p.

Greetz Grey

Enigma
09-07-2005, 20:16
Ich mag solche Seiten.

devil
09-07-2005, 22:48
www.stophiphop.de

Chriss
09-07-2005, 22:55
Ohne jetzt viel Zeit für diese "interessante Herrausforderung" (siehe hebung des Boardniveaus :D ) verwenden zu wollen: Das sieht mir ziemlich nach nem Joke aus. Alleine schon:

Damit StopLinux.de seinen Besuchern akzeptable Vergleiche zwischen Linux und anderen Betriebssystemen bieten kann, muss Linux sich dem qualitativ hochwertigen Betriebssystem Windows XP aus dem renommierten Hause Microsoft entgegenstellen, welches Dank der einzigartigen Update-Funktion immer auf dem neuesten Stand ist.

Linux repräsentiert sich in unserem Falle mit der miserablen Distribution SuSE Linux 9.2, welches vom Großteil der hiesigen Linux-Gemeinschaft geliebt und geschätzt wird.

Enigma
10-07-2005, 02:01
www.stophiphop.de
wobei das ernst gemeint ist, zumindest das Ziel.

francebunkerer
10-07-2005, 13:18
Hat irgendwie was von Gehirnverschmutzung

Magicq99
10-07-2005, 15:59
Wieso muss man denn einen solchen Aufruf gegen diese Webseite starten? Das gehört doch eigentlich zur Meinungsfreiheit. Der Betreiber dieser Webseite kann darauf ja im Prinzip alles veröffentlichen was er möchte, er muss dabei nicht objektiv sein.

Klar sieht er es einseitig, aber das ist eben seine Meinung und er darf diese dann auch in dieser Form im Internet veröffentlichen. Sofern diese Seite überhaupt ernst gemeint ist...

Surli
10-07-2005, 16:08
Dass die Seite nur ein Joke ist, kann man nur schon anhand des Testrechners sehen, denn da bringt man weder Windows XP drauf, noch Linux wenn man eine aktuelle GUI benutzt ;)

EEBKiller
10-07-2005, 16:16
Sowas nennt man Satire, siehe http://www.rasputin.de/Hitman/

Chriss
10-07-2005, 18:32
Linux kriegst du da sicher zum laufen, vermutlich sogar mit gui - aber da wirst du alt bevor du da die maus bewegt hast. Man könnte schaun ob's auch ne ASCI-Art Gui gibt :hmm: :D

XP allerdings wirst du da nie und nimmer drauf kriegen. Da passt nichtmal der Kernel in den Ram :D Wobei das natürlich selbst mit Linux eine ziemliche Herrausforderung wird.

MASTERofCNC
10-07-2005, 18:37
Was wollen die mit der Page erreichen? :nein:

Chriss
10-07-2005, 18:39
Was will Mosch mit seinem Blog erreichen? ;)

MASTERofCNC
10-07-2005, 18:45
k.A.

Vielleicht ist er nur schlecht drauf...
ist er ja eigentlich nie... :o: :D

Surli
11-07-2005, 00:02
XP allerdings wirst du da nie und nimmer drauf kriegen. Da passt nichtmal der Kernel in den Ram :D Wobei das natürlich selbst mit Linux eine ziemliche Herrausforderung wird.

Wenn du gut genug programmieren kannst und ne menge Zeit und Geduld hast kannst du dich an die Arbeit machen :rofl:

Der_Mosch
11-07-2005, 13:04
Was will Mosch mit seinem Blog erreichen? ;)

Er will den Leuten auf den Sack gehen, die der Meinung sind, sie würden irgendetwas Relevantes zu sagen haben :D

Chriss
11-07-2005, 14:14
Wenn du gut genug programmieren kannst und ne menge Zeit und Geduld hast kannst du dich an die Arbeit machen :rofl:

Dafür musst du nur den kernel so konfigurieren das du ALLES was du nicht UNBEDINGT brauchst rausschmeißt. Dafür musst du nicht im Code rumfroschen, sondern nur den Kernel entsprechend Konfigurieren. Das ist nicht so schwierig, wird aber Zeit brauchen.

@Mosch: :eg::eg::eg:

Surli
11-07-2005, 14:16
Ich muss sagen ich kenn mich da überhaupt nicht aus... ich hätte erwartet, dass man den Kernel umschreiben und dann kompilieren muss :p

MyersGer
11-07-2005, 15:55
Wo bleibt eigentlich der Text von Saemikneu? :eg: :D

MASTERofCNC
11-07-2005, 15:58
Frag ich mich auch schon lange...

würd mich mal interessieren, was er so geschrieben hat... ;) :eg:

saemikneu
11-07-2005, 19:42
Wo bleibt eigentlich der Text von Saemikneu? :eg: :D
Ich änder ihn leicht ironisch ab. Aber hört mal auf zu spammen!! :wife:

Chriss
11-07-2005, 20:32
Ich muss sagen ich kenn mich da überhaupt nicht aus... ich hätte erwartet, dass man den Kernel umschreiben und dann kompilieren muss :p

Neu Compilieren, sicher.
Neu schreiben, vermutlich nicht. Da das relativ modular aufgebaut ist kann man ja bei so alter Hardware im Prinzip so gut wie alle Treiber rauslassen, das sollte schon mal viel platz sparen. Aber so wirklich weiß ich's auch nicht, also :ka:

Naja. Im Prinzip muss man M$ ja fast bewundern, wenn man bedenkt das deren Kernel nie lokal und optimiert kompiliert wird, und wie viele Treiber der Modular mit guter Performance unterstützen muss...

Surli
11-07-2005, 21:57
Jo, was Treiber angeht ist Microsoft wirklich top, in vielen Hinsichten. Doch das bringt zum teil auch die Monopolstellung mit sich, bez. die Hersteller sind gezwungen Treiber für Windows zu schreiben um die Ware überhaupt zu Verkaufen. Bei Linux ist es dann wohl so ein abwägen, was kostet mehr? Einen Treiber für Linux entwickeln oder die Einbusse beim Verkauf an potentielle Käufer mit Linux ;)

EEBKiller
11-07-2005, 23:08
Dafür musst du nicht im Code rumfroschen, sondern nur den Kernel entsprechend Konfigurieren.

./configure --disable-cli --prefix=/usr --with-regex=php --enable-fastcgi
--enable-force-cgi-redirect --with-config-file-path=/etc/php5/cgi
--disable-rpath --enable-memory-limit --disable-debug --with-layout=GNU
--disable-pear --enable-calendar --enable-sysvsem
--enable-sysvshm --enable-sysvmsg --enable-track-vars
--enable-trans-sid --enable-bcmath --with-bz2
--enable-ctype --with-db2 --enable-dbx --with-iconv
--enable-exif --enable-filepro --enable-ftp --enable-dbase
--with-gettext --with-mime-magic --enable-mbstring
--with-pcre-regex --enable-shmop --enable-soap
--enable-sockets --enable-simplexml --with-libxml-dir=/usr
--with-dom=/usr --with-xsl=/usr --with-sqlite
--enable-sqlite-utf8 --enable-tokenizer --enable-yp
--with-zlib --with-zlib-dir=/usr --with-kerberos=/usr
--with-openssl=/usr --with-exec-dir=/usr/lib/php5/libexec
--disable-static --without-pear --without-mm
--enable-pcntl --without-mysql --without-sybase-ct

Wenn DAS der Configure-Command von unserer PHP-Binary ist, wie groß ist der Command vom Kernel ? :angst::omg::angst:

saemikneu
13-07-2005, 02:24
Ich hab den Text:
Für inhaltliche Fehler etc. haftet mein Gehirn :)


Sehr geehrter Herr Belser

Mit Verwunderung habe ich Ihre Webseite www.stoplinux.de angeschaut und muss feststellen, dass die Artikel zwar vermeintlich "sachlich" und fundiert überprüfbar seien. Leider ist dies nicht der Fall, wie diverse Studien gezeigt haben.

Was Sie schreiben ist nicht falsch. Jedoch haben Sie bewusst bestimmte positive Aspekte von Linux ausgeklammert und Sie gehen nicht auf die diversen Sicherheitsrisiken von Windows ein. Dies betrifft nicht Viren, Würmer, Malware und Personen, die Angriffe aus dem Internet verüben (unter Laien "Hacker" genannt), sondern die inneren Strukturen des Betriebssystem Windows.
Es wird vieler Software gestattet, ins innerste des Systems (Registry, Systemordner etc.) vorzudringen, ohne dass es Konsequenzen geben kann.
In Linux ist alles äusserst genau geregelt, alles ist seperat abgespeichert und benötigt bei radikalen Änderungen/Eingriffen die Zustimmung des Administrators (root).

Zudem ist Ihre "Testumgebung" ein absoluter Witz. Auf diesem (mindestens) 10-jährigen System würde kein Windows laufen - selbst der Kernel alleine würde nicht laufen (er ist 2.6 MB gross)
Selbst ein Linux in der minimalen Konfiguration (Konsolenmodus) würde 500 MB benötigen.

Zugegeben, ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich bei Ihrer Seite, die voller subtilem Humor sprüht, welcher der Standartuser nicht sofort bemerkt, um einen grossen Scherz handeln muss.

Trotzallem wünsche ich Ihnen eine gute Zeit mit Ihrer Homepage. Möge Lindows mit Ihnen sein!

Ihr (Linuxneuling und Windowsuser)

Samuel K.
Luzern, Schweiz

feuerreal
13-07-2005, 02:35
Ich seh schon die Antwort:

"Sehr geehrter Herr Samuel K.,
es scheint so als sei dir der satirische Aspekt dieser Seite völlig entgangen. Alleine die Testrechner sollten das eigentlich deutlich gezeigt haben.

Schönen Gruß
Belser"

:D

Greetz Grey

Chriss
13-07-2005, 14:34
@EEB: Desshalb gibt's für den Kernel auch ein recht nettest, zwar Textbasiertes, aber Graphisch angehauchtes Konfigtool. (make menuconfig)

und @saemikneu: Linux bezeichnet eigentlich nur den Kernel, und der braucht keine 500MB. Und ne 500MB Konsoleninstallation ist ne Suse-Installation, das geht auch DEUTLICH kleiner!. Ich schau bei gelegenheit mal was ein Gentoo nach bootstrap.sh und emerge system hat. Und selbst das geht noch deutlich kleiner. Ich verweise nur mal an Eisfair oder so - das ist ein Router der von ner Diskette gestartet wird, also 1.44 MB. Der läuft sicher auch auf dem Testrechner. (Womit ich auch meine aussage von oben das es schwierig wird Linux (distribution) auf dem Testrechner zum laufen zu kriegen de facto zurücknehmen muss)

Und mit Sicherheitskonzepten... Nunja. Da kann man strenggenommen unter Windows sogar deutlich mehr machen als unter Linux. Das Problem ist nur das es einen Haufen software gibt die explizit schreibzugriff auf die Registry, und damit Admin-Rechte beim start brauchen. Das ist also weniger ein Windows-Problem denn ein Problem der Software. Seit 2k kann man, auch laut der Aussage von nem IT-Kollegen von mir, fast schon zu viel bei der Benutzerverwaltung machen.

Bei Linux ist es dagegen zum Teil so das du zu schnell den superuser, also Root-Zugang brauchst. Das ist für den Heimanwender kein Problem, für große Firmen aber durchaus teilweise ein Dorn im Auge ;)

Außerdem sollte man nicht vergessen das Linux von anfang an auf Mehrbenutzer ausgelegt war, während der 0815 Heimanwender das ja bei Windows weder braucht noch will - und demnach auch nicht benutzt und die möglichkeiten gar nicht kennt.

Der_Mosch
13-07-2005, 15:01
500 MB is doch quatsch. Ich hab DSL runtergebracht auf rund 60MB auf ner CD.

Allerdings ist mein Wissen um Linux ansonsten stark begrenzt, also meh :D

Surli
13-07-2005, 16:06
Klar das mit den 60MB ist durchaus realistisch wenn da noch irgend eine GUI und ein paar Grundlegende Anwendungen vorhanden sind. Ich hab irgendwo ein Unix system rumstehen sehen, welches als Printserver verwendet wurde und auf ner Diskette platz hatte.
Oder der Router, welcher Chriss angesprochen hat verwendet den Linux Kernel und passt auch auf eine Diskette.
Das Ganze wächst dann hald mehr und mehr, erstmal die GUI, oder gleich meherere GUIs wie es viele Distributionen mitliefern. Dann all die Software die noch dabei ist, von Konfigurationstools zu diversen Serveranwendungen über Office zu Grafikprogrammen etc. etc. die Liste ist endlos.

Darin liegt ja gerade eine Stärke von GNU/Linux, es kann Perfekt auf den Bedarf angepasst werden.

Magicq99
13-07-2005, 17:41
Darin liegt ja gerade eine Stärke von GNU/Linux, es kann Perfekt auf den Bedarf angepasst werden.

aber gleichzeitig auch die Schwäche. Für einen Anfänger ist es sehr schwierig sich zurecht zu finden.

saemikneu
13-07-2005, 21:26
Ich hab eine Antwort bekommen und somit kann der Thread eigentlich geschlossen werden.


Hi,

das Testsystem war eh ein Scherz, diesen Rechner habe ich im Keller gefunden.

Ansonsten sollte man die Seite nicht so ernst nehmen. ;)

Gruß,
Thomas

Chriss
15-07-2005, 12:37
Wir schließen keine Threads einfach nur so - solltest du wissen ;)

Zur Mail: Nicht sehr überraschend... ;)

aber gleichzeitig auch die Schwäche. Für einen Anfänger ist es sehr schwierig sich zurecht zu finden.

Ach ja? Ein Anfänger wird Suse Installieren, und da ist IMHO kein großer Unterschied zu Windows.

Und ich mein - was tust du wenn du kein Plan von Windows hast und willst was Schreiben? Du Fragst rum, was gibt's denn zum Briefe Schreiben, dann gibt dir irgendwer Office und du hast das drauf. Dann geht's um Bildbearbeitung, dann sagt dir irgendwer nimm das und das - Wo ist da jetzt der Unterschied zu ner Linux-Distibution?

Das nicht ALLES von anfang an installiert wird? Das ist bei Win auch nicht so, und Suse installiert sehr wohl einiges von dem was mann denn so für nen 0815-Heimrechner brauchen könnte.

Magicq99
15-07-2005, 14:33
Ach ja? Ein Anfänger wird Suse Installieren, und da ist IMHO kein großer Unterschied zu Windows.

Und ich mein - was tust du wenn du kein Plan von Windows hast und willst was Schreiben? Du Fragst rum, was gibt's denn zum Briefe Schreiben, dann gibt dir irgendwer Office und du hast das drauf. Dann geht's um Bildbearbeitung, dann sagt dir irgendwer nimm das und das - Wo ist da jetzt der Unterschied zu ner Linux-Distibution?


Ja, aber ein Anfänger muss erstmal auf Suse kommen. Es gibt eben nicht DAS Linux, da muss er sich erstmal über die verschiedenen Distributionen informieren. Wenn er einen PC kauft ist in der Regel Windows XP drauf, zusammen mit MS Works oder so. Da muss er sich erstmal über nichts informieren, also wird er auch dabei bleiben wenn er erstmal damit angefangen hat.

Auf diese Weise wird Linux nie richtig gegen Windows Fuß fassen. Linux benötigt eine möglichst einfach zu bedienende Distribution die schon im Handel direkt mit neuen PCs ausgeliefert wird. Damit das ganze möglichst problemlos funktioniert, dürfte diese Distribution aber nicht hardwareunabhängig sein. Sie müsste also am besten von einem Hardwarehersteller kommen.

Damit hätte ein Hersteller (z.B. Dell oder IBM/Lenovo oder sonst irgendjemand) eine ähnliche Kombination wie Apple mit Mac und OS X, allerdings vollständig auf OSS basierend, also z.B. mit KDE oder Gnome statt Aqua als GUI.

Und da MS mit Windows technisch sowieso schon einige Jahre zurück liegt wird es nur eine Frage der Zeit sein bis irgendein Hersteller versuchen wird sich auf diese Weise von MS zu lösen. Und wenn er dann damit Erfolg hat werden andere folgen.

Michael Dell hat ja neulich schon in einem Interview gesagt das Dell gerne Apples OS X als Alternative zu Windows verkaufen würde. Apple lizensiert das aber natürlich nicht an andere Hersteller, da es für Apple einer der wichtigsten Punkte für den Verkauf der eigenen Rechner ist. Aber die anderen Hersteller könnten sich nach diesem Vorbild ein eigenes OS aus Linux kreieren.

Mac OS X basiert ja im Kern auch auf sehr vielen Opensource Programmen, aber die GUI ist eben von Apple selbst programmiert. So weit müssten die anderen ja nicht gehen, sie könnten schon bestehende Opensource Titel wie KDE oder Gnome verwenden und an eine eigene Firmendistribution anpassen, z.B. mit eigenem Look & Feel und zusammen mit speziellen Treibern für die eigene Hardware. Diese würde man dann wie Apple gleich direkt mit dem System kombinieren und alles würde recht problemlos funktionieren. Und so viel kosten würde das auch nicht, denn die Technologie ist durch die Opensource Gemeinde ja schon da, die Hersteller müssten es also nur noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Chriss
17-07-2005, 20:18
Gut, was du kritisierst hat aber erstmal nix mit Linux zu tun, sondern mit der Distributionspolitik von den Großhändlern. Darüber zu diskuttieren ist sinnlos, weil die größtenteils alleine schon aus bequemlichkeit das tun was sie immer getan haben.

Was du mit "nicht hardwareunabhängig" und von nem Hardwarehersteller kommen meinst versteh ich glaub ich nicht so ganz. Nochmal sowas wie Apple zu versuchen ist schwachsinnig. Außerdem ist es an sich nicht so das riesen Problem auf nem 0815 Desktop-Rechner ein Suse zum laufen zu kriegen, dafür brauchst du keine extra Hardware und eine darauf speziell angepasste Linux-Distri. Es wäre grundsätzlich für keinen Hardwareverkäufer (wie Dell, HP usw) ein Problem ihre Kisten mit einem Vorinstallierten Linux auszuliefern. Spezielle Hardware und eine darauf zugeschnittene Distribution ist nicht nötig. Für den Massenmarkt ist sowas wie Apple macht nicht praktikabel, schlicht weil es durch den nötigen Wettbewerb zu teuer wird.

Ich denke du machst es dir etwas zu einfach und kennst die Hintergründe zu wenig.
Weißt du, das man GPL-Code nicht verwenden darf ohne den geänderten Code wieder unter der GPL-Lizenz zu veröffentlichen?

Ich stimme dir ja zu, ein bisserl mehr was richtung ein schönes gesamtkonzept wie bei Apple wäre schön, aber das wird teuer, man müsste mal die Architektur gründlich entrümpeln, wodurch man nicht mehr rückwärtskompatibel wäre usw.. Das Apple-Konzept ist ja schön und gut, aber für den Massenmarkt, den Gamer sowieso, eher unbrauchbar. Das geht wie du sagst nur wenn alles von einem Hersteller kommt, oder zumindest der die Spezifikationen genau vorschreibt. Dann fehlt aber die Konkurenz und es wird schweineteuer.

GammaGandalf
17-07-2005, 21:25
Ich schliess mich dem Grey an. Jaja der Turboknopf für 10 Mhz mehr Leistung.

Ich glaube ganz ehrlich die Arbeit kannst du dir sparen.

Magicq99
17-07-2005, 21:42
@Chriss:
Ich denke auf den Konkurrenzkampf hat das keinen großen Einfluss, HP, Dell & Co. werden trotzdem Konkurrenten sein, ein Computer ist eben ein Computer. Im Serverbereich geht es doch auch, da hat doch auch IBM ein eigenes Unix System, sowie auch Sun oder HP. Und gibt es auch Konkurrenzkampf. Und für Apple sind Dell & Co. genauso Konkurrenten.

Ich denke auch nicht das die GPL Lizenz ein großes Hindernis darstellen würde. Im Prinzip müssten die Hersteller nur so etwas wie Suse machen, die modifizieren ja eigentlich auch nur bestehende Pakte.
So könnte z.B. Dell ein eigenes KDE veröffentlichen, mit einem speziellen Dell-Look, mit eigenen Icons, Grafiken usw. Mit der GPL würde das doch keine Probleme machen.

Mit hardwareunabhängig habe ich mich vielleicht etwas ungenau ausgedrückt. Hersteller wie Dell bauen ja nur ganz bestimmte Komponenten in ihre Systeme ein, die Treiber für diese Geräte könnten sie dann direkt in ihr Linux Release einbauen. Wenn man heute z.B. einen neuen Laptop kauft gibt es ja auch mit Suse des öfteren noch Probleme mit mancher Hardware, wie z.B. WLAN. Sowas könnten die Hersteller dann ausmerzen.

Ich denke auch nicht das die Hersteller das nur aus Bequemlichkeit nicht machen. Im Moment lohnt sich das vermutlich einfach noch nicht, da Windows im Moment noch "gut genug" für die meisten Kunden ist. Aber wenn man sich z.B. mal die neuesten Releases von KDE anschaut, dann sieht es eher nach Apple als Microsoft aus. In ein paar Jahren werden die Hersteller dann nach Alternativen zu Windows suchen, weil sie erkennen das Microsoft immer langsamer auf neue Trends reagiert und sich an Windows in den letzten 10 Jahren im Grunde nicht viel geändert hat.

Da wird dann einfach etwas neueres als Windows benötigt, dies wird dann die Stunde von Linux sein. Apple wird dann sicher immernoch eine Insel darstellen, aber in den letzten Jahren zeigte Apple eher die Zukunft des Computers als Microsoft. Deshalb werden sich die anderen Hersteller eher an Apple orientieren und dann erkennen das dies mit Microsoft nicht geht.

Chriss
18-07-2005, 18:52
Das Windows sich nicht entwickelt glaub ich nicht. Schau dir doch mal XP im vergleich zu 2k an, oder die Screens von Longhorn. Da tut sich schon was, rein vom Optischen. Ob's dann immer Sinnvoll und funktional ist sei mal dahingestellt.

Beim KDE kommt's natürlich auch drauf an was für ein Look & Feel man benutzt, da gibt's ja sicher auch zig verschiedene. Gnome kenn ich garnicht, aber sicher auch.

Mit Linux-Treibern für 0815 Bürorechner sieht's mitlerweile denk ich ziemlich gut aus, Laptops machen Prinzipbedingt Probleme, selbst wenn du Windows ohne die entsprechende Treiber-CD Installieren willst. Da schenkt sich nicht viel. Nett wäre vielleicht auch ne Treiber-CD für Linux, das ist richtig. Manche Hersteller haben da ja auch schon ein bischen was in die Richtung gemacht.

Im Serverbereich sieht's übrigends so aus, daß da Linux die ganzen Unixe verdrängt. OpenVMS von Digital Systems oder so (also die Alpha-OS und Hardware) stirbt ja aus, gibt's ja nur noch bis 2007 von HP. Wobei das kein Unix ist. Was ich bis jetzt von gehört hab sieht das aber auch recht interessant aus, allerdings hat mir das auch einer gezeigt der ziemlich davon überzeugt ist - will sagen ich hab mir noch nicht wirklich eine eigene Meinung dazu gebildet.

Die Sparcs sind wohl auch bald am Ende, womit dann auch auch Solaris nicht mehr wirklich eingesetzt werden wird, weil der Treiber-Support für Linux wohl doch besser ist als für Solaris (auf X86!).

HP-UX wird auch verdrängt, Oracle-Datenbanken gibt's z.B. was ich mitbekommen habe schon länger erst für Linux und dann erst für HP-UX, was immer so ein Indiz ist das es bald ein Switch gibt.

Das Problem ist denke ich, daß sowohl Software, wie auch Hardware-Hersteller immens umdenken müssten damit das gut funktioniert. Man müsste Hardware vorausschauender und durchdachter, vor allem stringenter entwerfen. Man müsste sich von einigen sehr vielen Altlasten befreien, sprich auch auf die Rückwärtskompatibilität verzichten. Dafür müsste sämtliche Software neu kompiliert werden (bzw. als Sourcecode oder Java-Ähnlich als Bytecode ausgeliefert werden). Man müsste sich für so viele Dinge so viele Leute mit so vielen Interessen unter einen Hut kriegen und noch dazu im Marketing mehr Vernunft reinkriegen - das ist nicht machbar. Nicht mit dieser Menschheit. ;)

Schau dir doch alleine mal das gerangel um den DVD Nachfolger an. Isses nu HD-DVD oder BlueRay, oder doch eines von den 10 anderen Konzepten?

Magicq99
18-07-2005, 20:26
Naja, also der Unterschied zwischen Windows 2000 und XP ist meiner Meinung nach nicht sehr groß, zumindest wenn man bedenkt das inzwischen mindestens 5 Jahre vergangen sind. Schau doch mal wie Linux sich in den letzten Jahren verändert hat, oder Mac OS. Im Vergleich dazu ist MS auf der Stelle stehen geblieben. Neue Konzepte kommen immer erst woanders, bevor sie dann irgendwann von MS in Windows implementiert werden. Und die Featureliste von Longhorn wird auch immer kürzer und wird eigentlich nichts bieten was es nicht woanders schon längst gibt. Microsoft nutzt dabei die Bequemlichkeit der Nutzer aus, sie bauen neue Funktionen erst dann ein wenn die Konkurrenz zu bedrohlich wird, siehe Tabbed Browsing im IE nach dem Firefox Erfolg.

Das ist für die lange Zeit doch lächerlich, wenn man bedenkt wieviel Jahre da drin stecken. Da kann man sich schon überlegen wo die anderen in ein paar Jahren sein werden wenn das so weiter geht.

Den Servermarkt habe ich ja auch nur als Beispiel genannt, um zu zeigen das nicht alle Computer das gleiche OS haben müssen um Konkurrenten zu sein. Ich sehe Linux da eher als Technologie an und weniger als eigenständiges System, man muss aus dieser Technologie nur noch ein Produkt machen.

Firefox ist z.B. so ein Produkt, Mozilla dagegen die Technologie. Linux selbst braucht da auch noch seinen Firefox. Ubuntu ist imho z.B. auf dem richtigen Weg. Ob das Produkt nachher aber kommerziell oder frei erhältlich ist spielt eigentlich keine so große Rolle.

Aber wir können uns ja zumindest mal darauf einigen das MS ein sterbender Riese ist, oder? Für Linux kann es dann eigentlich nur noch bergauf gehen. Und wie Du sagst sieht man das ja schon im Servermarkt, Linux verdrängt da bestehende Systeme, nicht Windows.

Chriss
19-07-2005, 21:59
Also ehrlichgesagt find ich nicht das man die Systeme immer so grundlegend ändern muss... Mich regt's ja schon genug auf das MS bei XP den Aufbau vom Startmenü und sämtlichen Einstellungsmenüs erstmal geändert hat. Das führt nur dazu, daß man sich nicht mehr auskennt und ständig umdenken muss wo man jetzt die Einstellungen findet die man sucht. In Linux hast da ja deine Config-Files, die ja weitgehend gleich bleiben...

Ubuntu sieht interessant aus für den Massenmarkt. Persönlich bleib ich denk ich trotzdem bei Gentoo. Für Leute die sich auskennen ist das sehr sehr interessant finde ich.

Aber naja, Richtig ist sicher das die User deutlich Flexibler werden müssen, und dann wird auch Microsoft vielleicht ein paar Probleme bekommen, oder zumindest der Weg für Alternativen geebnet. Und der schritt vom Firefox zum IE zurück ist ziemlich derb, merk ich gerade @work - auch wenn ich da dank xref-PC (ITler halt :eg: ) mitlerweile auch Firefox drauf hab.

Nunja... und dann schieb ich den mal ins Tech, nachdem wir ja mitlerweile recht technisch geworden sind... :rolleyes:

MyersGer
19-07-2005, 22:16
irgendwie hat das ganze gerede nichts mehr mit dem eigentlichen thema zu tun. wo darf ich die schere ansetzen? oder wollt ihr ein ganz neues thema aufmachen?

Magicq99
20-07-2005, 16:01
Also ehrlichgesagt find ich nicht das man die Systeme immer so grundlegend ändern muss... Mich regt's ja schon genug auf das MS bei XP den Aufbau vom Startmenü und sämtlichen Einstellungsmenüs erstmal geändert hat. Das führt nur dazu, daß man sich nicht mehr auskennt und ständig umdenken muss wo man jetzt die Einstellungen findet die man sucht. In Linux hast da ja deine Config-Files, die ja weitgehend gleich bleiben...

Naja, das ist auch so ziemlich das einzige das zwischen 2k und XP geändert wurde ;)
Bei Linux ist die Umstellung aber noch schlimmer, da sieht der Desktop ja bei bei jeder Distribution anders aus, außerdem gibt es ja auch noch ganz unterschiedliche GUIs mit KDE, Gnome usw.
Aber ich denke das ist nicht das Problem. Der Normalo braucht eben eine Distribution die auf seinem Rechner schon vorinstalliert ist und auf Anhieb funktioniert und auch problemlos neu installiert werden kann, ohne irgendwelche Config-Files ändern zu müssen.



Ubuntu sieht interessant aus für den Massenmarkt. Persönlich bleib ich denk ich trotzdem bei Gentoo. Für Leute die sich auskennen ist das sehr sehr interessant finde ich.

Ubuntu ist denke ich auf dem richtigen Weg. Immerhin hat sich Ubuntu sehr schnell zu einer der am meisten verbreiteten Distributionen entwickelt, das zeigt imho schon das die etwas richtig machen.
Ich denke mal so eine Art "Linux-Branding" der Hersteller wird die Zukunft sein, wenn Windows mal weg ist.


Aber naja, Richtig ist sicher das die User deutlich Flexibler werden müssen, und dann wird auch Microsoft vielleicht ein paar Probleme bekommen, oder zumindest der Weg für Alternativen geebnet. Und der schritt vom Firefox zum IE zurück ist ziemlich derb, merk ich gerade @work - auch wenn ich da dank xref-PC (ITler halt :eg: ) mitlerweile auch Firefox drauf hab.

Nunja... und dann schieb ich den mal ins Tech, nachdem wir ja mitlerweile recht technisch geworden sind... :rolleyes:

Ich denke Microsoft wird auch so Schwierigkeiten bekommen, die Entwicklung in der Opensource Software geht zur Zeit einfach wesentlich schneller voran, da kann Microsoft auf Dauer nicht mithalten. Der Firefox Erfolg zeigt das, wie lange hat MS jetzt benötigt um z.B. Tabbed Browsing in den IE zu bekommen, wo die Konkurrenz dies doch schon so lange hat?

Oder schau doch mal Office an, es sind doch im Prinzip nur Firmen die Office finanziell am Leben erhalten, Privatleute kaufen sich das doch sowieso kaum. Und OpenOffice wird mit der 2.0 Version einen großen Schritt voraus machen, da werden sich dann auch mal Firmen fragen warum man Office noch kaufen sollte.

Und Longhorn verschiebt sich immer weiter, darüber macht sich ja inzwischen schon fast jeder lustig inkl. der Konkurrenz. Und bei jedem neuen Virus hat MS negative Schlagzeilen.

Der einzige Bereich in dem es für MS noch einigermassen gut aussieht ist die XBox, aber da ist Sony ein starker Konkurrent. Aber ansonsten gibt es für MS doch schon seit Jahren nur negative Schlagzeilen.

maxl
20-07-2005, 16:20
Was Microsoft noch länger am Leben halten wird ist, dass sie schon da sind. ;) Eine kurzfristige Migration zu einem anderen System ist einfach extrem teuer. Man denke nur mal an die ganzen Windows-spezifischen Anwendungen, Access-Anwendungen, etc.. Das dauert doch sicher mindestens 10 Jahre bis sich so ein Umstieg finanziell auszahlt, denke ich.

Außerdem ist ein so überwiegender Teil der Privatanwender mit Microsoft-Systemen zufrieden oder zumindest zu feig um etwas anderes auszuprobieren. Viele kennen auch einfach die Alternativen nicht. Meine Mutter hat vor etwas mehr als 3 Jahren den ECDL gemacht, wo sie gelernt hat, dass Unix-System zwar technisch teilweise überlegen sind, jedoch äußerst kompliziert sind und das Mac OS zwar auch Vorteile hat, aber wesentlich teurer ist. Deshalb sie auch nie an ein anderes OS gedacht.

Auch dieses Tabbed-Browsing-Argument ist nicht überzubewerten. Ich denke eher, dass es eine bewusste Entscheidung war, damit der Browser nicht überladen wirkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es technisch so schwer zu implementieren ist, dass Microsoft jetzt mehrere Jahre dran gearbeitet hätte - zudem ja einige IE-basierten Browser Tabbed Browsing schon früh unterstützt haben.
Das die Entwicklung im Open-Source-Lager dennoch momentan sehr zügig voran geht möchte ich aber nicht abstreiten. ;)

MS wird meiner Meinung nach nicht demnächst überraschend pleite sein. ;) Ich gehe eigentlich davon aus, dass sie langfristig einen überwiegenden Teil der Benutzer bedienen werden, was mich aber nicht weiter stört. Ich habe mein Ubuntu Linux hier laufen (zuvor Debian GNU/Linux und noch etwas davor Mandrake) und sehe mich eigentlich nicht dazu genötigt andere zu einem Betriebssystem-Wechsel zu veranlassen, obwohl ich natürlich jedem, der sich über Windows bei mir beschwert eine Live-CD anbiete. ;)

Magicq99
20-07-2005, 19:22
Natürlich geht das nicht über Nacht, das ist ein schleichender Prozess. Aber für MS geht es bergab.

Das Beispiel mit Tabbed Browsing zeigt aber wie lange MS benötigt bis die sich entscheiden eine solche Funktion einzubauen. MS kann durch neue Funktionen ja kaum neue Nutzer gewinnen, deshalb lohnt sich der Aufwand finanziell nicht. MS kann durch neue Funktionen nur versuchen bestehende Nutzer daran zu hindern zu einem Konkurrenzprodukt zu wechseln, deshalb machen die da auch nur soviel wie gerade notwendig und nicht mehr.

Das ist aber kein Microsoft-typisches Phänomen, dass betrifft eigentlich alle Marktführer. Der große Marktführer ruht sich auf seinem bestehenden Produkt aus, während die kleinere Konkurrenz Innovationen benötigt um neue Kundschaft zu finden. Deshalb kommt der Fortschritt selten von den Großen in der Branche, sondern oft von den Kleinen. Irgendwann sind die Kleinen technisch dann so weit voraus das die die Großen werden, dann wechselt der Markt.

Im Webbrowser Bereich hat man das ja vor Jahren gesehen. Netscape war lange Zeit der Marktführer. Die haben sich aber zulange auf ihrem erfolgreichen Communicator ausgeruht und konnten MS mit dem neuen IE und deren Marketingmaschine nichts entgegensetzen.

In den Bereichen Office und Windows wird man das auch irgendwann sehen. In einigen Jahren wird man erkennen das Longhorn auch nicht viel anders ist als XP. Wenn Linux bis dahin weiter ist wird das eine echte Konkurrenz für MS, zumal es dann wieder Jahre dauert bis MS den Longhorn Nachfolger bringt. In dieser Zeit stehen sie wieder Jahre lang auf der Stelle, während die Konkurrenz sich stetig verbessert.

Der Firefox Erfolg zeigt doch das bei den normalen Nutzern auch nicht-MS Produkte erfolgreich werden. Ein Linux kann da genauso erfolgreich werden, solange es entsprechend einfach zu nutzen ist. Mozilla hat es nicht geschafft so erfolgreich zu werden, erst Firefox gelang dies, weil Firefox eben einfacher und übersichtlicher ist. Linux braucht eben auch "nur" noch seinen Firefox, den Rest erledigt die Geschichte.

Comet
20-07-2005, 21:03
einfach nur lol, spinner mehr nicht :D

Chriss
21-07-2005, 22:39
http://www.planet3dnow.de/cgi-bin/newspub/viewnews.cgi?category=1&id=1121942518

Da gibt's grad ne kleine Einführung in Ubuntu. Zwar bin ich mir ziemlich sicher, daß ein Linux-Noob das geschrieben hat, aber das is ja sogesehen Sinn der Sache. ;)

Ein Linux würd ich trotzdem nicht in ne Fat-Partition installieren. Damit verzichtest du komplett auf die Rechteverwaltung, also auf Benutzergedöns, weil Fat das nunmal nicht kann. Damit meine ich nicht, daß es keine Benutzer gibt. Nur: bei Fat gibt es bei ner Datei nunmal keinen Besitzer, und keine möglichkeit für verschiedene User verschiedene Rechte anzulegen. Womit's mich ziemlich interessieren würde wie sie da verhindern das ein unpriviligierter Benutzer beliebig auf Dateien zugreifen kann. Wenn man Daten zwischen Win und Linux tauschen will würd ich das Home-Verzeichniss auf ne Fat-Partition legen, aber nicht die Root-Partition. Dann ist zwar das Home-Verzeichniss in dem sinn ziemlich ungesichert, aber du kannst zumindest nicht aus versehen Systemdateien zerschießen. Ich kann mir auch kaum Vorstellen das Ubuntu das so vorschlägt. Bei Linux ist das recht konsequent gehandhabt mit wo welche Dateien stehen, also ist es eigentlich auch kein Problem wenn Windows nur auf /home zugreifen kann, weil an sich nur da Benutzerdaten stehen. Zumindest wenn man halbwegs nach den Konventionen geht, man kann natürlich auch woanders Zeugs hinpacken.

Und auch das "Hilfe wo bin ich hier" beim Hierarchisch aufgebautem Verzeichnissbaum von Linux - is ja fast schon süß :D Wobei Win das ja mit der Fixierung auf den Desktop als oberstes Element auch hat, also so die Umgewöhnung? :twink: Naja.

Gut ist, wenn sie das mit dem Automounter gut hingekriegt haben. Das geht bei Suse zwar auch recht gut, aber die Rechner bei mir an der BA hatten irgendwie ein Problem mit meinem USB-Stick - die sind da recht offt mal abgeschmiert. Und damit MEINE ich abgeschmiert, was bei nem Linux-System sonst ja ZIEMLICH schwierig ist.

Magicq99
22-07-2005, 10:49
Ich denke mal das ein Normalnutzer der seinen Rechner sowieso nur alleine verwendet, kein Problem damit hat auf die Rechteverwaltung zu verzichten. Der Vorteil des Dateiaustauschs mit Windows ist ihm da sicher wichtiger.

Aber Linux muss auch erstmal von diesem Alternativ-Image wegkommen. Man ließt in verschiedenen Artikeln dieser Art sehr oft etwas vom "alternativen Betriebssystem" Linux.

Das hört sich dann für mich immer so an das Windows das eigentliche Betriebssystem erster Wahl ist, Linux aber eher eine Alternative für Freaks oder irgenwelche langhaarige Hippies ist und von normalen Leuten kaum verwendet wird. Dieses Image muss Linux los werden, solange es aber nicht direkt in die Vertiebskanäle neuer Hardware kommt wird das wohl leider nicht Fall sein. Aber wer weiss was die Zukunft bringt...

maxl
22-07-2005, 12:52
Ich denke mal das ein Normalnutzer der seinen Rechner sowieso nur alleine verwendet, kein Problem damit hat auf die Rechteverwaltung zu verzichten. Der Vorteil des Dateiaustauschs mit Windows ist ihm da sicher wichtiger.
Das ist Blödsinn, denn dann hat der Benutzer Zugriff auf alle Konfigurationseinstellungen und kann sämtliche administrative Aufgaben erfüllen, womit wir dann den Zustand von Windows (bis einschließlich Windows XP) hätten. Jede kleine Sicherheitslücke kann dann tragische Folgen haben.

Ich glaube auch, dass der Artikel eher davon spricht eine FAT-Partition zum Datenaustausch anzulegen - nicht davon, die Distribution auf einer zu installieren.

Magicq99
22-07-2005, 14:08
Das ist Blödsinn, denn dann hat der Benutzer Zugriff auf alle Konfigurationseinstellungen und kann sämtliche administrative Aufgaben erfüllen, womit wir dann den Zustand von Windows (bis einschließlich Windows XP) hätten. Jede kleine Sicherheitslücke kann dann tragische Folgen haben.


Da hast Du sicher recht. Aber ich denke trotzdem das die meisten Otto-Normal-Trottel Nutzer das einfach nicht interessiert. Das Argument "auf FAT Dateisystem kann auch Windows zugreifen" wird da das entscheidende sein.

Windows kann ja auch deutlich sicherer sein, die meisten Probleme kommen ja überhaupt erst durch unvorsichtige Nutzer zustande. Die arbeiten unter Windows mit einem Admin-Account, meistens auch noch ohne Passwort. Glaubst Du etwa die würden ihr Verhalten bei Linux ändern?

Du hast meinen letzten Beitrag vermutlich falsch verstanden. Ich meinte nicht das man Linux auf einer FAT-Partition installieren SOLLTE, aber ich meinte das die meisten es einfach machen werden.

Chriss
22-07-2005, 14:46
Naja, nicht unbedingt. Wie gesagt, unter Linux liegen alle Benutzerdaten im Home-Verzeichniss, also unter /home/username. Wenn man also ne Fat-Partition auf /home einhängt, das kann das setup garantiert, dann hat man immer noch den Vorteil, daß Win auf sämtliche Daten zugreifen kann, aber man hat zusätzlich die Sicherheit, daß man, (oder ein Hacker) nicht einfach so Systemdateien zerschießen / ändern kann. Ich muss mir mal anschaun wie Ubuntu das macht...

Ich schätz auch, daß die user ihr verhalten mit Benutzerrechten da ändern werden, weil die Setups wohl schlicht entsprechend drauf ausgelegt sind, daß man nen user anlegt. Außerdem kann man unter Linux einfach auch extrem viel mit wenig Rechten machen - man braucht den Root nicht unbedingt um was zu Installieren z.B. Man kann das zwar schon umgehen und alles mit Root machen, aber das müsste man dann denk ich explizit machen, was wohl kein neuling macht. außerdem ist das verdammt gefährlich. wenn dem einer nen Shellscript unterjubelt, der irgendwo rm -r /* macht, dann ist das System weg wenn der mit Root-Rechten ausgeführt wird. Und mit weg meine ich weg. Da gibt's dann kein "Zugriff verweigert" oder sowas.

Ansonsten geb ich dir aber schon recht. Wenn die user natürlich mit der Einstellung an Linux rangehen, daß alles gleich sein muss wie Windows, weil es die alternative ist oder sonst was, dann wird das nix werden.

Chriss
23-07-2005, 00:02
Hab gerade mal spaßeshalber Ubuntu in ner VmWare Maschine installiert. Sehr strange das ganze...

Die Menüführung ist noch etwas komisch, bei nem Fehler landet man glaube ich einfach wieder am anfang und darf das ganze nochmal machen - ohne jedoch mitgeteilt zu kriegen was denn nun eigentlich das problem ist. Ich hatte z.B. meinen Usernamen (also den vollen Namen, nicht den Log-In) mit Christian Aßfalg angegeben. Vielleicht fällt da schon einem was auf. Jedenfalls hab ich das ganze 4 mal probiert dann wurd's mir zu viel. Beim neustart irgendwann durft ich das ganze (dann aber auf der Konsole und nicht in dem textmenü) nochmal tun und bekam Prompt die Fehlermeldung "Christian Aßfalg ist kein gültiger Benutzername". Naja, gut - ß ist halt vielleicht nicht unbedingt drin. Trotzdem - sowas sollte man einem auch sagen, finde ich.

Dann muss man sich als Linux-user dran gewöhnen das man bei Ubuntu dazu angehalten wird kein root passwort zu vergeben (hoffe die nehmen da trotzdem ein zufällig generiertes zwecks sicherheit), sondern alles mit sudo zu tun. Naja, gut, ist eine Methode. Vielleicht auch gar nicht so schlecht.

Dann wollt ich die VmWare tools installieren, was schonmal daran gescheitert ist, daß init 3 nicht funktioniert hat, und ich gerade nicht wusste wie ich sonst den X-Server abschalte. Jedenfalls hat das dann irgendwann funktioniert, wollt ich das ganze installieren bzw. Konfigurieren, hat der keinen gcc-Compiler gefunden. Naja gut, man kann sich jetzt vielleicht drüber streiten ob das dazu gehört, aber IMHO ist Kompilieren von irgendwas bei Linux recht verbreitet, also gehört IMHO auch ein Compiler zu einem System. Zumindest genau so wie ein FTP-Server und weiß gott was noch alles. Oder ich weiß ja nicht wie man sonst bei Ubuntu nen Treiber installieren soll für den es kein Debian-Packet, wohl aber vom Hersteller ein Treiber-tar samt makefile gibt.

Also es ist ja ganz nett, und denk ich auch für Einsteiger ganz gut geeignet, aber so wirklich überzeugt hat's mich, als jemand der sich etwas besser mit Linux auskennt, nun wirklich nicht. Ich bleib bei Gentoo.

Magicq99
23-07-2005, 11:45
Es sind eben Probleme wie diese die Ubuntu noch hat, aber ich denke es ist auf dem richtigen Weg. Du solltest nicht vergessen das Ubuntu in erster Linie als Desktop Linux für Bürozwecke und sonstigen Alltagsnutzen gedacht ist. Deshalb ist auch z.B OpenOffice dabei, aber kein FTP-Server.

Außerdem gibt es eine grafische Benutzeroberfläche zur Suche und Installation verschiedener apt-Pakete. Ich denke die Mehrheit der potentiellen Nutzer hat kein Interesse daran sich Treiber selbst zu kompilieren, die wollen lieber in einer GUI ein Paket auswählen und dann auf installieren klicken, der Rest geht dann in der Regel von alleine.

Chriss
23-07-2005, 12:30
Das mit den Menüs sind Kinderkrankheiten, das stimmt schon.

Und wenn ich das bei planet3dnow richtig gelesen habe, dann IST ein FTP-Server dabei, für Freigaben im Lan und sowas. Nur halt kein Compiler. Klar kompiliert die Mehrheit nicht einen Treiber wenn es ein Packet dafür gibt. Aber ich denk gerade im Linux-Umfeld kommt es dann doch ab und ann mal vor das man irgendwas kompilieren sollte. Und sei's nur mal ein neuer Kernel oder weiß gott was. Aber naja, den kann man dann ja nachinstallieren. Es ist zumindest mal ein anfang und nimmt die "scheu" vor Linux allgemein, zeigt das man auch damit gut arbeiten kann. Man wird mit den Programmen vertraut usw. - dann kann man später immer noch auf was anderes umsteigen wenn man tiefer einsteigen will.

maxl
23-07-2005, 12:36
Dann muss man sich als Linux-user dran gewöhnen das man bei Ubuntu dazu angehalten wird kein root passwort zu vergeben (hoffe die nehmen da trotzdem ein zufällig generiertes zwecks sicherheit), sondern alles mit sudo zu tun. Naja, gut, ist eine Methode. Vielleicht auch gar nicht so schlecht.
Ich halte die Lösung für den Heimbereich auf jeden Fall für gut. Und mit sudo su bekommst ja noch immer dein root-Terminal. Im Startmenü ist außerdem auch noch eines versteckt, glaube ich.

Dann wollt ich die VmWare tools installieren, was schonmal daran gescheitert ist, daß init 3 nicht funktioniert hat, und ich gerade nicht wusste wie ich sonst den X-Server abschalte.
/etc/init.d/gdm stop

Jedenfalls hat das dann irgendwann funktioniert, wollt ich das ganze installieren bzw. Konfigurieren, hat der keinen gcc-Compiler gefunden. Naja gut, man kann sich jetzt vielleicht drüber streiten ob das dazu gehört, aber IMHO ist Kompilieren von irgendwas bei Linux recht verbreitet, also gehört IMHO auch ein Compiler zu einem System.
Ubuntu richtet sich an eine Zielgruppe, bei der es nicht unbedingt notwendig ist, GCC standardmäßig zu installieren. Die Leute, die ihn brauchen werden vermutlich auch im Stande dazu sein "aptitude install gcc" einzutippen... und auf der CD ist er ja trotzdem drauf, wenn ich mich recht erinnere.

Also es ist ja ganz nett, und denk ich auch für Einsteiger ganz gut geeignet, aber so wirklich überzeugt hat's mich, als jemand der sich etwas besser mit Linux auskennt, nun wirklich nicht. Ich bleib bei Gentoo.
Der durchschnittliche Heimanwender ist IMHO auch die Zielgruppe und dafür ist es sehr gut geeignet, finde ich. Wenn man von der Installer-Schwäche vielleicht absieht. ;)

Magicq99
24-07-2005, 14:26
Das mit den Menüs sind Kinderkrankheiten, das stimmt schon.

Und wenn ich das bei planet3dnow richtig gelesen habe, dann IST ein FTP-Server dabei, für Freigaben im Lan und sowas. Nur halt kein Compiler. Klar kompiliert die Mehrheit nicht einen Treiber wenn es ein Packet dafür gibt. Aber ich denk gerade im Linux-Umfeld kommt es dann doch ab und ann mal vor das man irgendwas kompilieren sollte. Und sei's nur mal ein neuer Kernel oder weiß gott was. Aber naja, den kann man dann ja nachinstallieren. Es ist zumindest mal ein anfang und nimmt die "scheu" vor Linux allgemein, zeigt das man auch damit gut arbeiten kann. Man wird mit den Programmen vertraut usw. - dann kann man später immer noch auf was anderes umsteigen wenn man tiefer einsteigen will.

Mag sein das es auf der CD vorhanden ist, so genau weiss ich nicht was alles dabei ist. Aber immerhin muss man Ubuntu zugute halten das sie versuchen alles kompakt auf eine einzige CD zu packen, während andere Distris auf mehrere CDs oder eine DVD setzen. Irgendwann wird sicher auch Ubuntu auf DVD kommen, mit mehr Paketen. Aber bis dahin müssen sie eben noch abwägen was man auf die CD packt und was man als Package zum download bereitstellt. Aber Ububntu scheint eine Art nur-eine-Disc Politik für das OS zu haben.

Aber ich denke das ein kompilieren die meisten 0815 Nutzer eher abschreckt. Deshalb scheint Ubuntu zu versuchen den Nutzer so weit wie möglich von diesen Dingen fernzuhalten. Der Profi weiss aber wie es geht und kann es trotzdem machen.

Die Sache mit sudo statt root halte ich für eine typische von-Apple-abgeschaut Idee. Unter OS X ist der root Zugang standardmässig deaktiviert, d.h. man kann sich erst gar nicht als root einloggen.
Wenn man eine geschützte Systemeinstellung ändern möchte, oder Software außerhalb des eigenen Home-Verzeichnisses installieren möchte, erscheint unter OS X ebenfalls ein GUI Feld das zur Eingabe eines Adminnamens + Passwort auffordert.

Imho ist das eine sehr gute Idee, die unter Windows fehlt. Deshalb arbeiten unter Windows auch viele als Admin, da man unter Windows einfach bestimmte Dinge nicht machen kann ohne als Admin angemeldet zu sein. Unter OS X oder Linux kann man das alles machen, sofern man das Admin Passwort kennt.
Außerdem kommt noch erschwerend hinzu das ein Admin Zugang unter Windows eher dem root unter Linux/Unix entspricht als dem Admin. Windows frägt ja wirklich nie nach dem Passwort wenn man als Admin etwas macht, weshalb es ja für viele Viren oder Würmer so leicht ist Schaden anzurichten. Mac OS X dagegen frägt auch den Admin jedesmal nach dessen Passwort wenn er z.B. einen Installer startet der ein Programm systemweit installiert.

Chriss
24-07-2005, 19:58
Naja, es ist zwar auf einer Cd, dafür werden aber halt Packete nachgeladen. Was aber an sich kein Problem ist, die meisten haben ja eh Breitband-Anschluss. Es ist find ich auch eigentlich übertrieben so gigantisch viele Packete auf ne DVD zu packen die die meisten Leute eh nicht brauchen. Das mag für Firmen interessant sein, so ne art Universal-DVD, aber es sollte nicht standard Installations-CD für den Heimanwender sein. Insofern ist das gar nicht schlecht gemacht.

Mit Kompilieren - das ist kein Hexenwerk. Unter Gentoo machst du das mit emerge eclipse-sdk z.B. - emerge holt sich die sourcen und kompiliert die - im prinzip die gleiche aktion wie wenn du dir ein Packet installierst (dauert halt länger). Auch das mit den VmWare Tools ist nur ein skript den man aufrufen muss - nur der braucht halt nen installierten Compiler. Aber gut, das ist ne kleinigkeit, und man kann ihn ja auch sicher nachinstallieren.

Für das Sudo braucht man übrigends kein root-Passwort, sondern nur das eigene.

Unter Win kann man übrigends meist auch ein "Ausführen als..." oder "runas /user" benutzen. Nur das macht natürlich keiner. Ist aber bei Windows denke ich einfach auch tradition, bzw. gewachsen. Früher war es ja ein Einbenutzer-System ohne Rechteverwaltung. Jeder war es gewöhnt unter Windows alles tun und lassen zu können, folglich hat man das auch weiter durchgezogen als dann die Versionen kamen wo man eine Rechteverwaltung hatte.

Magicq99
25-07-2005, 13:11
Fast alles ist einfach wenn man mal weiss wie es geht, aber ich glaube alleine schon der Begriff "kompilieren" wird viele unerfahrene Nutzer abschrecken. Linux wird imho erst ein stärkeres Wachstum an Home-Nutzern haben wenn man solche Dinge eben nicht mehr machen muss sondern alles out-of-the-box läuft.

Chriss
25-07-2005, 14:16
Was stört dich an dem Begriff kompilieren? Sollen wir jetzt wieder mit irgendwelchem Marketing-schwachsinn anfangen und irgendwelche Wörter und die methoden die dahinter stehen verbannen, nur weil sie sich kompliziert anhören?!?

Es gibt einige szenarien in denen es sehr viel sinn machen kann Dinge erst auf dem Client-PC zu kompilieren. Das heißt ja weiß Gott nix schlimmes, nochmal - bei Gentoo merkst du KEINEN unterschied zu dem was Ubuntu über das apt-get tool vom Debian macht. NADA. NIENTE. Das da im Hintergrund kompiliert wird kann dem End-User im Prinzip völlig egal sein wenn ein Skript oder ähnliches das macht - du führst, wie auch immer, diesen skript aus und das war's. Das ist auch nix anderes wie auf ne Batch-Datei doppelklicken, oder ne setup.exe starten.

Der Vorteil von Linux ist ja gerade das man dinge nicht universell und für gar alle möglichen fälle kompilieren und dann als Packet zur verfügung stellen muss, wodurch man lange ladezeiten, riesige Downloads und ähnliches in kauf nimmt. Man kann das ja auch durchaus so machen das der User da nicht viel davon mitkriegt.

Das Problem heutzutage ist meiner Meinung nach das viele User viel zu unflexibel sind. Ein bischen Fortbildungswillen und flexibilität gehört einfach dazu.

Das erinnert mich gerade an Mainboard-Kaufen bei Ebay vor nem Jahr. Da hab ich nach Asus P2Bs gesucht, aber ab Revision 1.12 oder höher. Diese Revision musste man vom Mainboard ablesen, nen Link in dem Bebildert beschrieben steht wo man das genau nachlesen kann hatte ich mitgeschrieben. Man sollte es nicht für möglich halten wie viele Leute sich schlicht geweigert haben sich auch nur den Link anzuschaun und festzustellen das man dafür WIRKLICH nur Lesen können muss. Sobald das Wort Revision fiel war bei zwei dritteln schluss. Eine sehr Treffende Antwort war: "dazu muss mann ja den Rechner aufschrauben". Ja tut mir ja wirklich leid das sie einen Schraubenzieher in die Hand nehmen müssen und etwas abschreiben müssen, ich weiß, das ist eine unglaubliche psychische und physische Belastung die man einem gesunden Menschen nun wirklich nicht abverlangen kann.

Sorry, aber mit der Einstellung kommst heute nun wirklich nicht weit.

Magicq99
25-07-2005, 18:25
Ich sage ja nicht das ich ein Problem damit habe. Ich weiss auch das so etwas einfach geht.

Aber Du hast doch eben mit diesem eBay Verkäufer selbst ein gutes Beispiel gebracht. Glaubst Du der würde Linux installieren? Und falls er es wirklich macht glaubst Du eine Aussage wie "den Treiber musst Du runterladen und dann kompilieren" würde ihn nicht abschrecken?

Solche Leute sind leider kein Einzelfall, die machen wahrscheinlich 75+% aller privaten Computerkäufer aus. Und auf diese Zielgruppe muss sich Linux langsam auch ausrichten um aus dem Schattendasein zu kommen. Ich finde es auch nicht gut das es so ist, aber so ist die Welt nunmal.

Die oberen 10% der Computernutzer benutzen sowieso schon einen Mac oder Linux, es ist aber die Große Masse an DAU-Kundschaft deren Käufe nunmal die größte Richtung vorgeben.

Chriss
26-07-2005, 19:27
Das heißt dann aber nicht runterladen und kompilieren, sondern runterladen und den skript ausführen - also doppelklicken. Das kann der genau so. Man muss es ihm sagen, sicher.

Und ehrlichgesagt: für die Leute frag ich mich was die überhaupt tun, weil mit der Einstellung hast du nicht nur bei Computern ein Problem, sondern überall im gesamten Leben :D Ob es sich lohnt denen alles an den Arsch ranzutragen sei mal dahingestellt. Weil die sind nämlich ne sehr sehr undankbare Kundschaft ;)

Magicq99
26-07-2005, 23:55
Die sind aber leider ein sehr großer Teil der Kundschaft, deshalb muss man das leider schon berücksichtigen wenn man den größten Teil des Marktes erreichen möchte.

Aber wie ich schon sagte, die oberen x% der Computernutzer sind sowieso schon von Windows weg.

Surli
27-07-2005, 09:17
Klar ist es für dich kein Problem, einen PC aufzuschrauben und etwas nachzusehen oder etwas lokal auf dem PC zu kompilieren. Solche Kenntnisse gehören ja auch zu deinem Job ;). Oder auch wenn es das Hobby ist, hättest du damit keine Probleme.
Aber wenn am Motor deines Wagens etwas nicht stimmt, bringst du den wahrscheindlich auch eher in die Garage als einfach mal so draufloszubasteln obwohl du noch nie unter die Haube geschaut hast oder? Ein KFZ Mechaniker würde es zuerst selber probieren ;)

Chriss
27-07-2005, 14:42
Wenn ich aber was bei ebay verkaufen möchte, dann sollte ich wenigstens so viel Arbeit investieren können, daß ich von nem Mainboard das ich VERKAUFEN möchte, also sowieso ausbauen muss, eine dämliche Nummer ablese. Wem das zu viel ist der kann mich mal, und der wird das Teil auch sicher nicht für sonderlich viel verkaufen.

Sicher bringe ich mein Auto in die Werkstatt wenn was fehlt, aber wenn die Nachfragen was für ein Modell das denn genau ist, dann kann ich das ja wohl nachkucken, oder? Und wenn ich dazu die Motorhaube aufmachen muss, ja und? Willst du vielleicht jeden Monat in die Werkstatt fahren um Motoröl, Scheibenwaschanlage und sowas überprüfen zu lassen?

Auch versteh ich wirklich nicht warum ihr beide euch so an dem kompilieren aufhängt. Das heißt auch nix anderes wie einen Installer starten, nur der Installer ist keine exe, sondern ein skript (aufruf ist aber identisch!) der nicht nur Dateien entpackt und rumkopiert, sondern eben erst noch durch einen compiler jagt. Das macht der allerdings völlig selbstständig, man muss dazu WIRKLICH NUR einen Skript starten. Das kann "relativ" komplex über die shell passieren, über nen Dateibrowser, oder auch über ne Packet-Installier-GUI. Letztendlich ist es nicht anders wie wenn man ein Packet installiert. Man braucht allerdings einen installierten Compiler.

Surli
27-07-2005, 16:25
Ok, du hast natürlich schon recht ;), wenn ich etwas verkaufen will ist das was anderes.
Am kompilieren häng ich mich übrigens nicht auf, es ist nur einfach so, dass sich die meisten User gar nicht mit dem PC beschäftigen wollen. Und du kannst nicht abstreiten dass gerade bei der Installation von Treibern nicht nur einfach ein Skript ausgeführt werden muss ;). Der PC soll nur einfach funktionieren. Sie wissen wo sie klicken müssen damit Word oder Outlook aufgeht. Für sie ist das Programm da auf dem Bildschirm wo das Icon ist. Hat es nun an einem anderen Ort ein Icon sind sie schon verwirrt, sie sehen zwar dass es funktioniert aber nicht weshalb ;).
Für jeden Benutzer der sich ein bisschen dafür interessiert ist Linux sicher eine Alternative, doch für die Leute die nur einfach wollen dass es funktioniert ist es leider nichts. (Obwohl Linux wohl besser funktionieren würde wenn es korrekt eingerichtet ist ;))

Wie gesagt, du wechselst das Öl selber und die Scheibenwischer etc. Ansonsten muss dein Auto einfach nur fahren.
Du gehst auch nicht hin und machst einen anderen Ladeluftkühler an deinen Turbo nur weil dir jemand gesagt hat dass dein Auto dann schneller ist.

Für uns ist alles so einfach weil wir es verstehen. 0815 Benutzer verstehen es nicht, klar wären sie im Stand etwas lokal zu kompilieren wenn ihnen jemand zeigt wie. Aber wenn du deinen PC nur benutzen willst, hast du keine lust stundenlang in Foren zu lesen wie ich nun Software XY zum laufen bringe.

Chriss
27-07-2005, 22:36
Wer absolut und definitiv will das alles funktioniert muss sich IMHO nen Mac kaufen, oder was anderes wo wirklich alles aus einem Hause kommt, Hardware und Software desgleichen. Und dann bitte "never touch a running system" und am besten "never use a running system". :D Das ist unrealistisch, und manche Leute sollten sich das schon auch mal klar machen.

Aber naja, ich denke ich seh deinen Punkt.

Magicq99
30-07-2005, 15:27
Hier ist übrigens eine interessante Kolumne mit dem Titel "Warum niemand auf Linux umsteigt" die zeigt wie ein Großteil über Linux denkt:
http://www.netzwelt.de/news/71893_1-kolumne-warum-niemand-auf-linux.html

Chriss
30-07-2005, 16:46
Naja, er ist ganz lustig, aber so wirklich gut, nunja...

GIMP mit Photoshop zu vergleichen find ich z.B. sehr gewagt, weil Photoshop ist schlicht für Normalanwender unbezahlbar. Da ist ein gewisser Unterschied wohl ziemlich logisch. Und auch Office ist alles andere als Perfekt, auch wenn's sich gemacht hat, finde ich. Das ist allerdings an sich genauso unbezahlbar für den Normalanwender, zumindest in der Professional-Version.

Außerdem ist eine Aussage finde ich ziemlich daneben: Es ist nicht Linux benutzen, was so wirklich schwierig ist, sonder Linux konfigurieren und Installieren. Genauso wie Kernel kompilieren. Kernel kompilieren ist nicht schwierig. Aber den Kernel, bzw. das makefile so zu konfigurieren, das der Kernel hinterher auch funktioniert und die Hardware richtig tut, das ist schon schwieriger. Aber für sowas gibt's genkernel oder ähnliches, also automatische Konfiguration. Das wird schon noch kommen.

Und zu vi: Er ist extremst Gewöhnungsbedürftig, und ich fluch immer noch offt genug über ihn. Aber für einen derart simplen und kleinen Editor ist er verdammt mächtig. Oder auch Suchen Ersetzen sachen, sich irgendwie Wiederholende Aktionen - ich kenne KEINEN anderen Texteditor mit dem man das schneller machen könnte als mit vi. Sicher sollte man den keinem Normalanwender in die Hand geben, aber er hat seine Benutzerkreise, und die wird er wohl auch nicht so schnell verlieren. Außerdem ist doch bei jeder Distri kWrite oder sowas dabei, also was Wordpad-ähnliches.

vi is not an editor
What is it then?
I think it makes music. All I seem to get from it is beeps.

Der_Mosch
30-07-2005, 17:19
Naja. Ich muss auch mal zugeben, dass ich Linux bisher kaum benutzt habe. Wir haben, als ich mal einen PC neu aufsetzen musste, vorübergehend Linux aufgesetzt - ich hab nichts verstanden. Dann darf ich mir anhören "Du hast doch so viel Ahnung von Computern, warum kannst du das nicht?" Tja, weil ich mich nie damit beschäftigt habe. Ich verstehe das Betriebssystem nicht, kann Windows besser bedienen. "Dann installier doch Windows!" Nö. Nach ungefähr einer halben Stunde hab ich die unterliegende Logik erkannt, nach rund einer Stunde konnte ich Linux halbwegs bedienen - ziemlich holprig und langsam, aber es ging halt mehr oder weniger.
Und das ist der Grund, warum niemand Linux benutzen will: Die Umstellung. Ich hab jahrelang Windows benutzt, benutz es immer noch primär und will es auch gar nicht missen. Es ist ein sehr gutes Betriebssystem, das steht ausser Frage. Aber Leute sind faul und meist auch dumm. Man will nichts neues ausprobieren, weil man dann ja seinen Arsch mal verschieben müsste und eventuell mal nachdenken müsste. "Der hat mir gesagt, wenn ich in Windows da drauf drück, dann kann ich das Spiel X spielen." Jo. Richtig. Aber keiner versteht, warum das so ist. Ich kenne Leute, die Dateien nicht umbennen und darauf bestehen, dass Verknüpfungen deshalb funktionieren, weil sie "Verknüpfung zu..." heissen. Ich kenne Leute, die mich mit grossen Kinderaugen angucken, wenn ich ihre "kaputte Datei" TROTZDEM mit WinZip öffne. Sie können illegale Warez runterladen, fluchen dann aber über die unbrauchbare Datei, weil sie Winzip nicht mit zip assoziiert haben. Aber es ist nie die Schuld dieser Leute. Es hötte gereicht, Winzip so zu starten und "öffnen" auszuwählen, aber das ist zu viel Arbeit.
Und jetzt stellt euch mal vor, was die wohl denken, wenn ich denen Linux vorsetz. "Nix bunt, nix benutze."

Ich verlange ja von niemandem, dass er alles lernt. Wenn jemand beispielsweise einen Treiber nicht installiert bekommt, weil Reste vom alten noch das System stören, kann man mir ruhig Bescheid sagen und ich beheb das. Aber wenn ich verdammt noch mal noch ein Mal vier Kilometer fahren muss, um jemandem zu zeigen, wo der Monitor reingehört (es gibt ja auch genug Auswahl an Steckplätzen, mit 2 Minuten probieren hätte man bemerkt, dass der nur in einen passt) oder wenn Leute Viren und Pornodialer runterladen und dann behaupten, sie hätten nichts gemacht, krieg ich einen Anfall. Die sind nicht plötzlich aufgetaucht, mein Freund, du warst auf der "Swimsuit Babes gone Wild"-Seite und hast auf die fröhliche rote Schaltfläche geklickt. Und das sind nicht wenige, die überhaupt keine Ahnung haben, was sie machen. Ich mein, ich hab auch keine Ahnung von KFZ-Mechanik, aber ich kann einen Reifen wechseln und Standardwartung ausführen. Wenn mein Motor kaputt ist, meld ich mich halt bei ner Werkstatt, aber ich ruf doch nicht den ADAC an, wenn ich ne Birne in der Lampe wechseln muss.

Ähm, das wurde irgendwie mehr als geplant und ging auch in eine falsche Richtung :D
Zusammenfassung: Leute sind faul und wollen nichts Neues ausprobieren, Windows ist nicht schlecht und daher haben die Meisten keinen Grund, das Betriebssystem zu wechseln, und das finde ich auch voll OK.

maxl
30-07-2005, 19:44
Hier ist übrigens eine interessante Kolumne mit dem Titel "Warum niemand auf Linux umsteigt" die zeigt wie ein Großteil über Linux denkt:
http://www.netzwelt.de/news/71893_1-kolumne-warum-niemand-auf-linux.html
Das ist wohl ein viel besserer Grund um eine e-Mail zu schreiben um ein paar Sachen klar zu stellen, weil der letzte Teil des Artikels einfach beleidigend ist. Der Rest zeigt zwar ein paar Grundprobleme auf, die durchaus nicht ganz unbekannt sind, aber ich würde sie sicherlich ernster nehmen, wenn der letzte Teil nicht voller Klischees und Beleidgungen wäre. ;)
Es ist beispielsweise auch nicht Sinn und Zweck von Gimp, Adobe Photoshop in allen Bereichen zu ersetzen, aber ich denke, dass The Gimp inzwischen einen Stand erreicht hat, bei dem der Privatanwender alle gestellten Aufgaben gleichermaßen bewältigen kann. Selbes gilt für OpenOffice und andere Programme.

Ich kenne in meinem gesamten Bekanntenkreis, der für einen Linux-Benutzer wohl erstaunlich groß ist (;)), keinen einzigen, der für Adobe Photoshop den vollen Preis bezahlt hat. Selbst Schullizenzen waren eher selten.
Im Sinne der Lizenz-Geber also Diebesgut mit Software, die frei erhältich ist, zu vergleichen finde ich nicht ganz fair.

Chriss
31-07-2005, 12:57
Naja, es ist halt ne Kollumne, da wird sowieso Polemisiert, übertrieben und schwarz-weiß gemalt. Das noch gemixt mit Vorurteilen das jeder Linux-Benutzer (=Hacker?) Lange Haare und keine Freunde hat, und schwupps haben wir ne hübsche, aber in einigen Teilen schlicht falsche Kollumne :ka:

Magicq99
31-07-2005, 13:33
Naja, es ist halt ne Kollumne, da wird sowieso Polemisiert, übertrieben und schwarz-weiß gemalt. Das noch gemixt mit Vorurteilen das jeder Linux-Benutzer (=Hacker?) Lange Haare und keine Freunde hat, und schwupps haben wir ne hübsche, aber in einigen Teilen schlicht falsche Kollumne :ka:

Da stimme ich Dir zu. Aber ich denke das diese Kolumne ungefähr zeigt wie ein 0815 Nutzer über Linux denkt. Natürlich ist der Artikel stellenweise übertrieben oder einfach falsch, aber so denkt die Welt nunmal. :rolleyes: