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Vollständige Version anzeigen : Sterbehilfe


Surli
18-11-2004, 21:21
Ich habe heute wieder mal einen Artikel gesehen, ich hab ihn zwar nur überflogen, aber ich würde gerne wissen, wie ihr darüber denkt.
Also ich persöndlich kann nicht verstehen weshalb man das nicht gutheissen will. Ich meine wenn man so verkrüpelt wird, dass man nur noch ein lebender Toter ist, kann ich den Wunsch durchaus verstehen sterben zu wollen. Wenn dies jemand verbieten will ist er meiner Meinung nach ein Saddist.

Tharkun05
18-11-2004, 21:22
Ja, sehe es ähnlich.

Exit ist ja nicht da um das zu misbrauchen, und das versetehen viele nicht.

brezel107
18-11-2004, 21:26
denke auch das man sterbehilfe erlauben wollte wenn der jenige es wünscht oder in seinem testamet es so haben will...

ich wöllte nicht das mich maschinen am leben halten oder so...dasn schon lieber ne spritze und friedlich einschlafen

TMOA
18-11-2004, 21:31
Naja, das ist halt auch so eine Sache, ab wann ist es erlaubt und ab wann nicht? Wieviele Menschen denken den täglich darüber nach, dass sie selbst oder andere ihr Leben beenden sollten.
Das Problem ist nunmal, ab welchem Punkt ist Mord akzeptabel?

Haze
18-11-2004, 21:32
ich wöllte nicht das mich maschinen am leben halten oder so...dasn schon lieber ne spritze und friedlich einschlafen

Sehe ich genau so. Lieber ne Spritze und es is vorbei als mich noch 1-2 Wochen an Maschinen zu quälen.
Jeder Mensch sollte in extremen Krankheitssituationen frei entscheiden können was er möchte.

brezel107
18-11-2004, 21:36
so lang man selber noch sagen kann ist es ja gut....nur dumm wenn man es nicht mehr kann dur einen unfall oder so....

nur ob Mord oder nich..Mord ist es doch keiner wenn man es selber Wünscht weil man in einem dahinwegetieren nicht haben möchte

The Bang 2
18-11-2004, 21:40
Ich wär dafür, allerdings muss das in einer patientenverfügung klar formuliert sein und muss von den näheren angehörigen akzeptiert werden ;)

TMOA
18-11-2004, 21:42
Wenn zum Beispiel ein Bekannter von dir durch einen Unfall seine Freundin verliert, angenommen er wird danach depressiv und bittet darum, dass ihm du das Leben nimmst. Ist es dann auch gerechtfertigt?

Angenommen jemand verliert beide Beine, kann seinen Job als Lieferant nicht mehr ausüben, wird arbeitslos und depressiv. Er bittet darum, dass ihm jemand sein Leben nimmt. Ist es da auch gerechtfertigt?

The Bang 2
18-11-2004, 21:46
Über das für und wieder kann man ewig diskutieren, hatten wir in der schule ein 3/4 jahr lang....

LoDcHaOz
18-11-2004, 21:47
tia menschlich gesehen is das mit der sterbehilfe ja auch alles irgendwo vertretbar

nur rechtlich nicht und das ist das ganze problem
in deutschland gibts sowas das sich grundgesetz nennt und nachdem ist die würde des menschen unantastbar

macht man nun ausnahmen wie im falle der sterbehilfe so öffnen sich auch für andere dinge die tore offen

desweiteren könnte die sterbehilfe natürlich auch missbraucht werden

Der_Mosch
18-11-2004, 21:53
Ich bin gegen Sterbehilfe aus dem einfachen Grund, dass mir eine Kontrolle sehr schwer, wenn nicht unmöglich, scheint. Ausserdem: Wer kann dir hundertprozentig versichern, dass sich der Patient nicht wieder erholt?

Wenn man mich darum bitten würde, ich muss zugeben, ich würde in ein moralisches Dilemma geraten. Ich bin mir sicher, dass ich dazu fähig bin, jemanden zu töten, allerdings nur in absoluten verzweifelten Situation oder... ich weiss nicht. Jemanden zu töten, weil er mich darum bittet....

Ich halte Sterbehilfe nicht für etwas Positives. Es ist ein Euphemismus für Mord, mehr nicht. Das Motiv mag ein "edles" sein, aber ich bin da anderer Meinung.

Ach ja, und wenn ich mal nur noch von Maschinen am Leben erhalten werde... LASST MEINEN STECKER IN RUHE! Nur um sicher zu gehen, wenn ihr an mir eine Körperöffnung findet, die ihr vorher nicht kanntet, haut einfach mal zur Sicherheit noch so ne Verbindung rein! Das ganze Geheimnis des Lebens ist "Nicht sterben". Das hab ich schon in der dritten Klasse rausgefunden :D

Swizzy
18-11-2004, 22:01
Ich wär klar dafür, aber wer sterben will der kann das sowieso...

Aber besser als sich von nem Haus zu stürzen, und dnacher einer den Boden abkratzen kann , gefällt mir die Alternative Exit im Bett schon besser...

brezel107
18-11-2004, 22:22
Wenn zum Beispiel ein Bekannter von dir durch einen Unfall seine Freundin verliert, angenommen er wird danach depressiv und bittet darum, dass ihm du das Leben nimmst. Ist es dann auch gerechtfertigt?

das is nich gerechtfertigt denk ich das sind eher psychische probleme...ich denke die sterbehilfe geht mehr aus von körperlichen problemen und nicht seelischen

TMOA
18-11-2004, 22:26
Haben Menschen die bei körperlichen Problemen sich nach ihrem eigenen Tod sehen nicht ebenso starke psychische Probleme?

brezel107
18-11-2004, 22:29
das ja
aber wer nur psychische probleme hat der sollte keine sterbehilfe bekommen

TMOA
18-11-2004, 22:33
Und wer entscheidet ab wann die körperlichen Behinderungen so stark sind, dass sie die psychische Erkrankung außer vor halten können und Sterbehilfe rechtfertigen?

Wer legt fest, ab wann es gerechtfertigt ist einen Menschen zu töten? Die Angehörigen? Ein Arzt? Ein Richter? Wer ist denn in so einem Fall berechtigt über das Leben eines anderen Menschen zu verfügen?
Setzt du dich auf Gottes Stuhl und richtest darüber wielang welcher Mensch zu leben hat? :twink:

brezel107
18-11-2004, 22:36
das recht hat nur der jenige selber...in seinen testament oder der engste angehörige...zum beispiel die frau

TMOA
18-11-2004, 22:44
Das Problem ist ja gerade, dass der Kranke nicht in der Lage ist über sein eigenes Leben zu verfügen, da er entweder überhaupt nicht ansprechbar ist, oder aber über den oben genannten psychischen Schaden verfügt.
Und wieso hat die Ehefrau/-mann das Recht über das Leben des Partners zu verfügen? Nach dieser Aussage, hätte ich theoretisch ebenso das Recht meine Frau aus Lust und Tollerei nach dem Mittagessen mal eben den Schädel einzuschlagen...

Sebai-giz-Frill
18-11-2004, 22:55
Und wer entscheidet ab wann die körperlichen Behinderungen so stark sind, dass sie die psychische Erkrankung außer vor halten können und Sterbehilfe rechtfertigen?

Wer legt fest, ab wann es gerechtfertigt ist einen Menschen zu töten?
also ich würd das nach bestimmten kriterien festlegen.
zum 1. Der Patient müsste unter extremen schmerzen leiden
2. Es darf keine chance mehr auf Genesung bestehen bzw. es müssen alle möglichkeiten darauf ausgeschöpft werden
3. Der Patient müsste eine eindeutige erklärung darüber abgeben dass er sterben will.

nur wenn alle 3 Dinge zusammentreffen fände ich sterbehilfe gerechtfertigt.
nur rechtlich nicht und das ist das ganze problem
in deutschland gibts sowas das sich grundgesetz nennt und nachdem ist die würde des menschen unantastbar
hm, aber da stellt sich mir die frage ob das wirklich ein Menschenwürdiges Leben ist wenn man unter unerträglichen schmerzen mit allen möglichkeiten am Leben erhalten wird und definitiv keine möglichkeit auf genesung besteht oder obs nicht evtl. doch menschwürdiger ist jemanden in frieden sterben zu lassen. :rolleyes:

Skyline44
18-11-2004, 23:04
Das Problem ist ja gerade, dass der Kranke nicht in der Lage ist über sein eigenes Leben zu verfügen, da er entweder überhaupt nicht ansprechbar ist, oder aber über den oben genannten psychischen Schaden verfügt.

Das ist schon richtig aber .... jeder kann in seinem Testament schon vorzeitig festhalten lassen,daß man ihn nicht weiter quält und die Maschinen ausschaltet. Falls es überhaupt zu sowas kommen sollte.Einfach eine "Sicherheitsklausel" mit reinsetzen.

Also ich möchte nicht das mal jemand über mich bestimmt wann es zu ende ist oder nicht.Diese Entscheidung einen anderen Menschen zu überlassen ist mies und unter der Menschenwürde !!

Mir hat es damals gereicht,als es geheissen hat,ich und meine Schwestern müssten jetzt entscheiden,ob meiner Mutter das Bein abgenommen werden sollte oder nicht.Und das von 1 Minute auf die andere :omg:
Glaubt mir sowas geht echt an die Substanz.Hätten wir dagegen gestimmt,würde meine Mutter heute nicht mehr leben.Aber in diesem entscheidenden Moment,denkst du dir,wenn ich "Ja " sage,dann gibt mir meine Mutter für immer die Schuld,daß sie kein Bein mehr hat.

Also ich möchte nicht das mal meine Kiddis oder mein Freund über mein ableben bestimmen.Da schreib ich lieber vorher ein Testament !!

@Edit

also ich würd das nach bestimmten kriterien festlegen.
zum 1. Der Patient müsste unter extremen schmerzen leiden
2. Es darf keine chance mehr auf Genesung bestehen bzw. es müssen alle möglichkeiten darauf ausgeschöpft werden
3. Der Patient müsste eine eindeutige erklärung darüber abgeben dass er sterben will.
nur wenn alle 3 Dinge zusammentreffen fände ich sterbehilfe gerechtfertigt.

Genauso siehts aus !!!!

Surli
18-11-2004, 23:07
Bei uns in der Schweiz ist es ja möglich, wenn es mir recht ist, muss der Patien diesen Wunsch widerholt bei KLAREM VERSTAND äussern. Des weiteren muss er die Aktion selbst durchführen sprich auf einen Knopf drücken. Ich bin mir nicht zu 100% sicher aber dann ist es Rechtlich korrelt und das abwohl im Schweizer Zivilgesetz "Jeder Mensch hat das Recht zu Leben." steht.

Wie gesagt ich weiss das nicht so genau, aber es gibt nur wenige Privatkliniken die das durchführen da es ein sehr umstrittenes Thema ist.

brezel107
18-11-2004, 23:18
ich meinte das ja nicht so das du deiner frau /freundin den schädel einschlagen sollst....
aber stell dir vor du hattest einen auto unfall und bist im wachkoma...du kannst nicht sagen ob du weiter leben willst oder nicht...nur wirst du ja sicher auch mal mit deiner frau/freundin über einen solchen oder ähnlichen fall gesprochen haben und da dachte ich das sie dir ja am nähsten stehen würde und darüber entscheiden dürfte. Meine freundin dürfte das und weiss auch wie ich darüber denke

Surli
18-11-2004, 23:42
Nein, das widerum finde ich falsch. Nur die betroffene Person sollte über ihr Leben entscheiden können. Klar könnte es fälle geben wo du dein Einverständnis nicht geben kannst. Aber wenn dann andere über dein Leben entscheiden können könnte es zu Fehentscheidungen kommen. Zudem wird das dann wirklich mit dem Gesez schwierichkeiten geben.

Psycho Joker
19-11-2004, 03:01
Sterbehilfe bringt das Problem des möglichen Missbrauch mit sich. Und das ist ziemlich gefährlich.

Mit Mord kann man Sterbehilfe prinzipiell icht gleichsetzen. Mord ist immer Totschlag mit "böser Absicht" (also aus Gier, für persönlichen Vorteil, Eifersucht usw.). Das ist bei Sterbehilfe an isch nicht der Fall, aber es besteht eben wie schon gesagt eine hohe Gefahr des Missbrauchs.

Churchill
19-11-2004, 03:33
Meiner Meinung nach wollen sich die meisten Kranken und Behinderten nur umbringen lassen, weil sie einsam und verzweifelt sind.

Sterbehilfe ist darauf die falsche Antwort.

Außerdem gerät der, der sie gibt, selber in Schuld und wenn sie noch so erwünscht ist. Also ich leihe meine Hand dazu nicht.

Solche Dinge können nur Leute beurteilen, die über große Weisheit verfügen, also ich oder Mosch zum Beispiel.

Die meisten wissen nicht, was es bedeutet, die Eumeniden herauszufordern.

TMOA
19-11-2004, 07:40
1. Der Patient müsste unter extremen schmerzen leiden
2. Es darf keine chance mehr auf Genesung bestehen bzw. es müssen alle möglichkeiten darauf ausgeschöpft werden
3. Der Patient müsste eine eindeutige erklärung darüber abgeben dass er sterben will. Das ist natürlich nett gesagt, allerdings ist es so, wer entscheidet, wo die Grenzen sind? Wer definiert extreme Schmerzen? Sind extreme Schmerzen schon wenn ich ein Loch im Zahn habe?
Außerdem glaube ich nicht, dass jemand der im Wachkoma liegt noch Schmerzen spührt.
Und wer kann die 100%ig sagen, dass keine Chance mehr auf Genesung besteht? Und wie verläuft das ganze, wenn sein Todesurteil unterzeichnet wurde, und zwei Wochen später kommt ein neues Medikament auf den Markt?
Und die Meinung des Patienten ist in dem Fall sowieso vollkommen irrelevant. Durch die körperliche Belastung durch Schmerzen und die psychische Belastung durch die Verkrüppelung ist er überhaupt nicht mehr in der Lage eine objektive Antwort zu geben.

muss der Patien diesen Wunsch widerholt bei KLAREM VERSTAND äussern. Und da ist schon das Problem, jemand der seinen eigenen Tod herwünscht, kann keinen klaren Verstand mehr haben.

Surli
19-11-2004, 09:42
So ein Quatsch, angenommen ich verliere Arme und Beine und werde zudem noch Blind, dann möchte ich auch nicht unbedingt auf diese Weise noch 10 oder 20 oder wie viel Jahre auch immer weiterleben. Diesen Wunsch kann man auch bei klarem Verstand äussern.

Und Churchill, wenn du glaubst, dass die MEISTEN (Das wäre dann die Mehrheit nur um Missverständnisse auszuräumen) Kranken und Behinderten den Tod wollen, dann musst du sehr wenig Kontakt zu solchen Menschen haben. Na ja, wahrscheindlich fürchtest du dich davor oder so...
Ich weiss nur, dass ich schon viele geistig Behinderte Menschen gesehen habe, die eine Lebensfreude hatten wie die wenigsten "normalen".
Aber was soll man mehr von dir erwarten, dass du behauptungen aufstellst, ohne wirklich zu wissen was du sagst ist ja nichts neues.

Es liegt in der Natur des Menschen, nicht seinen Tod zu wollen. Das nennt man selbsterhaltungstrieb, deshalb muss es einem schon sehr schlecht gehen, wenn man sich umbringen will.
Oft kann man den Menschen mit Betreung helfen, das ist klar, doch es gibt einfach Fälle da helfen die besten Psychologen/Psychiater nicht mehr.

gigant011
19-11-2004, 10:41
Eine Seite die hier auch noch nicht angesprochen wurde bzw nur überflogen wurde ist. Wenn die Sterbehilfe zu locker ist kann man andere auch gegen ihren willen umbringen und dann sagen er wollte es selbst. Es sollte im schlimmsten aller Fälle erlaubt sein weil es Menschen gibt die hab derartig schmerzen das man sie wenn sie dies ganz sicher wollen davon befreien kann ^^

raptorsf
19-11-2004, 10:42
Was TMOA sagt tönt sehr vernünftig, ist aber auch sehr theoretisch.

Ich kenne (leider) auch die Praxis. Im Normalfall ist es halt so, dass weder ein Testament besteht noch das sich der Patient korrekt artikulieren kann. Und das ein Angehöriger leichtfertig über das Leben seines Liebsten vorschnell urteilt ist ziemlich gemein zu sagen.

Wenn jemand körperlich und geistig einigermassen fit ist kann er sich eh selbst umbringen - das ist auch nicht strafbar.

Das ganze ist ein sehr komplexes und schwieriges Thema. Und jeder Fall ist auch wieder anders, deswegen kann man auch nicht irgendwelche Regeln aufstellen.

Das Leben ist wunderschön und man sollte es so lange geniessen wie man kann, aber wenn es nicht mehr lebenswert ist und keine Aussicht auf Besserung besteht sieht es wohl anders aus. Und jemand nur mit Hilfe von Maschinen über längere Zeit am Leben zu erhalten empfinde ich nicht als erstrebenswert. Man soll mit Anstand leben, aber auch so sterben dürfen.

Churchill
19-11-2004, 11:27
Surli, du hast in der ersten Klasse nicht aufgepaßt. Du verstehst nichtmal die Mengenlehre.

DIEJENIGEN aus der Gruppe der Kranken und Behinderten, die sich umbringen wollen, waren gemeint.

Du verstehen?

Gruppe A: Kranke
Gruppe B: Behinderte
Gruppe C: Gesamtmenge A+B
Davon die Teilmenge D derer, die sich umbringen wollen.

Du verstehen? Nein?

Dann du zurück in Klippschul gehen müssen!

6! Setzen!

gigant011
19-11-2004, 11:30
Wenn jemand körperlich und geistig einigermassen fit ist kann er sich eh selbst umbringen - das ist auch nicht strafbar.



Ich denke das würde dann auch ziemlich schwer fallen jemanden dafür zu bestrafen das er sich gekillt hat ^^ :tasty:

m1a22
19-11-2004, 11:34
Ich seh das Thema Sterbehilfe auch als ein sehr kritisches und heikles Thema an.
Ich bin persöhnlich auch der Meinung, dass, sollte ich nur noch von Maschinen am Leben gehalten werden und keine Chance auf Genesung besteht, der Tod also nur herausgezögert wird, dann die Maschinen abgestellt wird. In diesem Fall wäre die lebenserhaltende Maßnahme unnütz.
Jetzt ist aber die Frage, wenn soll ich dan zu meinem "Henker" bestimmen, kann ich das der Person zumuten, immerhin wird sie durch ihre Aktion ein Leben beenden. Wäre das moralisch vertretbar? Und wenn sie sich weigert, wer soll es dann übernehmen? Selbst Ärzte würden dabei in einen Konflikt mit dem hypokratsichen Eid kommen, da dieser sie verpflichtet Leben unter allen Umständen zu erhalten.

Dann kommt natürlich auch die Frage auf, wann wäre denn Sterbehilfe angebracht? Der eine verlangt nach dem Tod, weil er alle Gliedmaßen verloren hat, der andere wiederum sagt sich im selben Fall, dass er leben will. Zwei Fälle, gleiches Krankheitsbild, verschiedene Meinungen. Wer trifft da die Entscheidung, wo die Grenze gezogen wird. Oder was wäre wenn bei de Fälle noch zusätzlich im Koma liegen, daher keine eigene Meinung abgeben können? Wer entscheidet dann? der eine würde gerne sterben, der andere weiterleben, aber diese Entscheidung wird über ihre Köpfe hinwegetnschieden, weil sie zur Zeit nicht mit der Aussenwelt kommunizieren können. Was passiert, wenn entgegen ihrer Auffasung entschieden wird? Moralisch vertretbar?

Ich wäre nicht in der Lage eine solche Entscheidung zu treffen.

raptorsf
19-11-2004, 11:50
gigant011, du hast natürlich recht. Aber vor dem Gesetz sind ja alle gleich - also wenn Du den einten nicht bestrafen kannst, darfst du auch den nicht bestrafen, denn du bestrafen könntest für das selbe Vergehen (ist sehr theoretisch und evt. absurd, aber ich bin ja auch kein Jurist ;))

m1a22, manchmal muss man aber entscheiden ob man will oder nicht. Und wenn Du dann nicht entscheidest entscheidst Du dich trotzdem...

m1a22
19-11-2004, 11:58
m1a22, manchmal muss man aber entscheiden ob man will oder nicht. Und wenn Du dann nicht entscheidest entscheidst Du dich trotzdem...

Ne, muß ich nicht, ich kann eine Entscheidung weiterdelegieren, aber entscheiden muß ich nicht. Gerade bei diesem Thema könnte ich eine solche Entscheidung, sprich Daumen hoch oder Daumen runter, nicht treffen, weil sie für mich nicht mit meinem Gewissen vereinbar wäre.

Churchill
19-11-2004, 12:06
Vielleicht könnten ja alle Euthanasiewilligen präventiv Suizid begehen.

Das hätte folgende, hervorragende Vorteile:

1. Ihr Leben wird garantiert nicht ohne ihren Willen verlängert, was eine Patientenverfügung niemals garantieren kann.
2. Sie werden niemals von der bösen Apparatemedizin abhängig werden, sondern sterben in der Blüte ihrer Jahre, völlig autonom und eigenwillig.
3. Wir Zurückgebliebenen werden viele Extremdummköpfe los, somit steigert sich nicht nur ihre Todesqualität, sondern auch unsere Lebensqualität.

:eg:

raptorsf
19-11-2004, 12:20
nein m1a22, nicht ganz korrekt.

Nehmen wir mal ein theoretisches Beispiel welches hoffentlich nie eintrifft: Einer Deiner Elternteile liegt im sterben und der andere ist schon gestroben. Er/sie kann nur noch dank einer Herz/Lungen-Maschine am Leben erhalten werden. Es ist kein Testament oder ähnliches vorhanden.

Der Arzt kommt jetzt zu dir und sagt (nehmen wir mal an Du bist der einzige Nachfolger): Was sollen wir tun? Sollen wir die Maschinen weiterhin am laufen lassen oder sollen wir sie abstellen?

Jetzt gibts nur 3 Möglichkeiten:
1. du sagst ja, bitte lässt sie weiter laufen
2. du sagst nein, bitte schaltet die Maschinen ab
3. du sagst nichts und delegierst weiter

bei Möglichkeit 1 schiebst du die definitive Entscheidung nur raus, aber entscheidest dich trotzdem
bei 2 entscheidest du dich sowieso
und bei 3 überlässt Du die Entscheidung den Aerzten aber du weisst ja, dass sie sie nicht abschalten also entscheidest trotzdem wieder du.

Also im Endeffekt entscheidest Du immer - ob direkt oder indirekt spielt ja eigentlich keine Rolle. Man kann nicht nicht entscheiden...

Surli
19-11-2004, 12:30
Aber wenn einer alle Gliedmassen verliert, kann er dann ja selbst entscheiden, sofern er bei Bewusstsein und klarem Verstand ist. Ich sehe da kein Problem.
Ist jemand nicht imstande sowas zu entscheiden, dann ist es klar ein sehr heikles Thema, zumal er sich dann ja sein leben auch nicht selbst beenden kann. Ich denke dann sollte es auch keine Sterbehilfe geben.

@Churchill:
Hab nicht richtig gelesen ;)

Churchill
19-11-2004, 12:32
Ich bin persöhnlich auch der Meinung, dass, sollte ich nur noch von Maschinen am Leben gehalten werden und keine Chance auf Genesung besteht, der Tod also nur herausgezögert wird, dann die Maschinen abgestellt wird. In diesem Fall wäre die lebenserhaltende Maßnahme unnütz.
Das weißt du nicht. Vielleicht brauchst du diese Zeit, um über wichtige Dinge nachzudenken. Vielleicht scheint die Sonne gerade ins Zimmer und du möchtest ihre Wärme noch einmal spüren. Oder auf dem Baum singt eine Nachtigal und du möchstest das noch einmal hören.

"Ach, wie die Nachtviole lieblich duftet. Spürst du es nicht?"
(Kleist)

LordMordred
19-11-2004, 12:32
@Churchill
A) Glaubst du, du schaffst es irgendwann mal mehrere Posts zu einem Thema zu schreiben ohne alle, diejenigen die nicht deiner Meinung sind, zu beleidigen?
B)Du solltest dir vielleicht mal überlegen, das das Leben nicht nur binär ist.
C)...Solche Dinge können nur Leute beurteilen, die über große Weisheit verfügen, also ich oder Mosch zum Beispiel.
Leute die über soviel Weisheit verfügen würden, würden nicht behaupten, dass Sie es tun, da ihr Wissen über ihr Nichtwissen sie zur Bescheidenheit zwingen würde.
D)Wenn du die Punkte A-C mit mir diskutieren willst, benutze die PM-Funktion und nicht diesen Thread. Danke

So zurück zum Thema.
Das größte Problem ist die Grenzziehung.
Wenn ich Entscheiden müsste, müssten zwei Punkte erfüllt sein.

Zum Ersten es keine Lebenserhaltung[Ziel: Gesunder Mensch] sondern Lebensverlängerung[Ziel: Vitalfunktionen des Menschen noch so lang wie möglich Aufrechtzuerhalten]ist. Da meiner Ansicht nach die Würde des Menschen verletzt wird.
Es steht schon im GG das die Würde des Menschen unantastbar ist und das gilt nicht nur fürs Leben, sondern auch für die letzte Aufgabe im Leben nämlich das Sterben.
Zum zweiten muss die Person selbst und nur sie selbst das schriftlich [zu einem früheren] oder verbal [zu diesem Zeitpunkt] unter Zeugen so entschieden haben. Ansonsten würde ich auch mit allen Mitteln Lebensverlängerung betreiben lassen, denn es steht auch im GG das jeder Mensch das Recht auf Leben hat und wenn er nicht seine Würde höher schätzt sollte dieses Recht in Kraft treten.

Wer dies vollstrecken sollte weiss ich nicht, denn diese Bürde einem Menschen aufzulasten, ist schon fast unmenschlich.

Churchill
19-11-2004, 12:53
Wer dies vollstrecken sollte weiss ich nicht, denn diese Bürde einem Menschen aufzulasten, ist schon fast unmenschlich. Deine Ausführungen sind zu hölzern, denn das Leben ist wichtiger als die Würde. Würde verliert man oft im Leben, später kann man sie wiedergewinnen. Das Leben nicht. Aber im letzten Satz hast du recht. Ein Mensch ist eben kein Werkzeug, kein verlängertes Ausführungsorgan des vormaligen Patientenwillens. Wenn der Patient Glück hat, dann ist er weiser, als der Patient zuvor gewesen ist, und entscheidet selber.

Und wenn der Patient selber weise ist, dann läßt er die Finger von solchen Verfügungen, denn kein Mensch kann die Zukunft sehen und wissen, was er dann wollen wird. Das Leben ist mit dem Leiden ohnehin untrennbar verbunden, niemand entkommt dem. Viele wollen aber lieber leiden und leben, als sterben.

Die Patientenverfüger springen viel zu kurz. Sie glauben, sie könnten das Leben in eine starre Regel oder Formel pressen, aber das ist unmöglich. Der Dämonen und Abgründe sind sie sich nicht bewußt und auch nicht, daß der Wille zum Leben sehr stark ist, besonders wenn es bedroht ist.

siehe PM

LordMordred
19-11-2004, 13:38
Ja nur die Würde, die man beim Sterben verliert, wird man nicht mehr im zukünftigen Nichtleben erreichen können.
Und wie schon gesagt würde ich dies nur Erlauben, wenn es erwiesen ist das das Leben nicht zu retten sondern nur zu verlängern ist.
Und somit ist das Leben nach deiner Denkweise faktisch beendet. Aber um das Weiterzuspinnen ist dein ganzes Leben nur ein ausgedehntes Sterben und dann wäre das Vorzeitige herbeiführen des Totes Mord.
Wenn man das Leben aber nicht als fortlaufendes Sterben, sondern das Sterben nur als letztes Kapitel des Lebens betrachtet, würde ein würdevolles Sterben nur ein weiteres schönes Kapitel des Lebens darstellen und somit auch nachvollziehbar sein.

Ja, jeder hat mal Kapitel im Leben in denen er die Würde verliert, muss ich ihm dies dann aber auch am Schluss verweigern, wenn er es denn so will?

Skyline44
19-11-2004, 13:54
Das ist ganz Interesant in welchen Ländern "Sterbehilfe" straffrei ist und wo nicht !!!


Sterbehilfe

in Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlanden, Schweiz, EU und USA


In Belgien und den Niederlanden ist die Tötung auf Verlangen straffrei möglich. Belgisches Sterbehilfegesetz und Formulare sind beim Gesundheitsministerium zu finden. Informationen zur Sterbehilfepolitik der Niederlande für Interessierte im Ausland präsentiert das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten.


In der Schweiz ist die Beihilfe zum Suizid straffrei möglich und das Bundesamt für Justiz informiert über Perspektiven der Weiterentwicklung der rechtlichen Regelungen. Die Stadt Zürich dokumentiert auf ihrer Homepage, wie es zur Erlaubnis der Suizidbeihilfe in Alten- und Pflegeheimen in Zürich kam.


In Deutschland ist die Tötung auf Verlangen gesetzlich geregelt und verboten, die Beihilfe zum Suizid zwar erlaubt, in der praktischen Umsetzung jedoch schwierig. Die Rechtslage wird vom Bundesjustizministerium beobachtet, letzte Instanz der Gerichtsverfahren ist der Bundesgerichtshof. Gerichtsentscheidungen sind bei der Forschungsstelle für das Gesundheitsrecht Köln und beim Zentrum für Medizinische Ethik Bochum zu finden.
Um Sterbebegleitung geht es auch in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin weist auf die 75. Konferenz der Gesundheitsminister, die einen Beschluß zur Sterbebegleitung gefaßt hat, hin. Bundesregierung und Bundestag haben Ethik-Kommissionen, die sich mit Grenzfragen des Lebens befassen.


In Frankreich ist das Recht auf Palliativmedizin gesetzlich geregelt und aktive Sterbehilfe verboten, die jedoch mit Einwilligung des Betroffenen und Zustimmung der Angehörigen diskret praktiziert wird.


Im Europarat ist die Sterbehilfe (euthanasia) seit mehreren Jahren ein Thema. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Fall Diane Pretty ausgeführt, daß sich aus der Europäischen Menschenrechtskonvention kein Recht auf den eigenen Tod ableiten läßt. Die Charta der Grundrechte der EU legt im Recht auf Unversehrtheit die freiwillige Einwilligung in medizinische Behandlung fest.


In den USA hat der Bundesstaat Oregon eine Regelung zur ärztlichen Suizidbegleitung geschaffen und das Department of Human Services gibt jährliche Berichte heraus.

Der_Mosch
19-11-2004, 14:47
Ja nur die Würde, die man beim Sterben verliert, wird man nicht mehr im zukünftigen Nichtleben erreichen können.
Und wie schon gesagt würde ich dies nur Erlauben, wenn es erwiesen ist das das Leben nicht zu retten sondern nur zu verlängern ist.

LoMo... das gitl für jegliche medizinische Behandlung, die jemand über sich ergehen lässt. Mit dem gleichen Argument und dem vertraglich festgehaltenen Wunsch nach Sterbehilfe kann man dadurch dann jemanden mit 25 an einer Lungenentzündung verrecken lassen....

Übrigens sehe ich keinen Verlust in der Menschenwürde, wenn jemand eine für seine Gesundheit benötigte Behandlung erhält. Wenn halt ein Apparat eine Lebensfunktion meines Körpers übernehmen muss, so sei es. Mehrere meiner Verwandten benötigen Nachts Beatmungsteile, aber dadurch verliert mein Opa nicht an Würde. Nach über 40 Jahren im Bergbau darf man sich darüber nicht wundern ;) Ist ein Hörgerät ein Verlust der Würde? Wie siehts mit Prothesen aus? Herzschrittmachern?
Ich seh da keinen Verlust meiner Würde.

raptorsf
19-11-2004, 15:21
Der_Mosch und LordMordred sprechen nicht vom selben.

Mosch spricht von medizinischer Hilfe über einen kurzen Zeitraum oder für eine kurze Ueberbrückung während des Tages, welches den gewohnten Lebensverlauf/Qualität kaum beeinträchtigt.

LordMordered spricht von medizinischer Hilfe, welche lediglich das Leben verlängern aber es nicht lebenswert machen oder den Patienten gar heilen können.

Das sind 2 total unterschiedliche Sachen und man darf das nicht verwechseln!

BTW: Hat LordMordered die Einträge von Chruchill editiert? Fände ich nicht wirklich angebracht, denn er schrieb sehr pointiert wie ich finde ;)

Der_Mosch
19-11-2004, 15:41
Och, ich weiss schon, wovon er spricht. Ich hab den Gedanken nur weitergedacht ;)

m1a22
19-11-2004, 15:55
Das weißt du nicht. Vielleicht brauchst du diese Zeit, um über wichtige Dinge nachzudenken. Vielleicht scheint die Sonne gerade ins Zimmer und du möchtest ihre Wärme noch einmal spüren. Oder auf dem Baum singt eine Nachtigal und du möchstest das noch einmal hören.


Alle gut und schön, aber ich sprach von dem Fall, in dem du eigentlich schon tot bist, aber nur ein paar Maschinen verhindern, dass du über den Jordan gehst. Im Endeffekt kriegst du also von deiner Aussenwelt nichts mehr mit und dein effektiver Geist dürfte sich in diesem Stadium auch schon verabschiedet haben. Daher wären solche lebenserhaltenen Maßnahmen sinnlos, weil du effektiv eigentlich schon tot bist.

CNils
19-11-2004, 15:59
Nun musst du aber auch bedenken, das es immer wieder (wenn auch sehr selten) so etwas wie "Wundergenesungen" gegeben hat. Warum also nicht darauf hoffen? ;)

Der_Mosch
19-11-2004, 16:09
Da möchte ich etwas anmerken, m1a22.

Die Schwester meiner Urgrossmutter "wohnt" in einem Pflegeheim. Sie ist, wie medizinisch erwiesen wurde, blind, nahezu komplett taub, inkontinent, kann nicht mehr essen und sich praktisch nicht bewegen. Es ist fraglich, ob sie Berührung überhaupt fühlt, sagt uns die Schulmedizin. Sie liegt seit Jahren in ihrem Bett und bewegt sich nicht; der hausinterne Psychologentyp meint, es ist ein unterbewusstes Warten auf ihren toten Ehemann (er ist im Krieg gefallen, aber sie hat die Nachricht nie bekommen). Wie gesagt, die Frau hat sich seit Jahren nicht bewegt und zeigte keine Reaktion auf die Umwelt. Es ist brechreizerregend, sie anzusehen, auch wenn es mir Leid tut, das zu sagen. Die einzelnen Knochen sind genau zu sehen, ihre Augen sind starr an die Decke gerichtet, die Hände sehen fast aus wie Klauen und ihr Mund ist immer leicht geöffnet (sie wird intravenös ernährt). Wenn jemand ihre ganzen Infusionen und Überwachungsmaschinenteile entfernen würde, würde sie ganz sicher langsam verhungern und sterben.

Sie hat immer ihre Enkelsöhne sehr geliebt, unter anderem meinen Onkel. Ich war vor einiger Zeit bei ihr zu Besuch. Als mein Onkel ihre Hand nahm, gab sie plötzlich (wohlgemerkt, sie hat seit Jahren auf nichts mehr reagiert) ein Geräusch von sich, was ich in meinen schlimmsten Alpträumen nie erwartet hätte (eine Art Zischen und nach Luft schnappen) und drückte seine Hand. Ihr liefen ein paar Tränen aus den Augen und sie hat gelächelt. Dann krächzte sie noch etwas, und ich bin mir sicher, dass es "Hallo Arnold" war (mein Onkel heisst Arnold).
Ihr habt gar keine Vorstellung, wie erschreckt wir waren. Mein Onkel und meine Tante waren komplett weiss, aber natürlich froh.

Sie hat sich seit Jahren nicht bewegt, aber sie freut sich ganz offensichtlich, wenn wir da sind. Sie liegt in ihrem Bett, teilweise beschmiert mit ihren eigenen Exkrementen, und rührt sich nicht. Und da sage ich, es ist Verlust von Würde, da stimme ich zu.

Wollt ihr dieses Leben beenden? Wer von euch maßt sich die Unverfrorenheit an zu sagen, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert ist? Kommt vorbei. Kommt zu mir, und wir gehen sie besuchen, und dann sagt ihr es mir ins Gesicht.

Sebai-giz-Frill
19-11-2004, 16:21
Das ist natürlich nett gesagt, allerdings ist es so, wer entscheidet, wo die Grenzen sind? Wer definiert extreme Schmerzen? Sind extreme Schmerzen schon wenn ich ein Loch im Zahn habe?

also ich muss zugeben dass ich wirklich nich definieren kann ab wann man "extreme" schmerzen beginnen. Aber wenn jemand schon alleine beim bloßen herumliegen schmeren am ganzen körper hat (und nicht geheilt werden kann) denke ich währe es gerechtfertigt sterbehilfe zu leisten. Wo hier genau die grenzen für sterbehilfe sind müssten dann schon experten festlegen die sich damit besser auskennen und sozusagen eine "norm" festlegen.
Außerdem glaube ich nicht, dass jemand der im Wachkoma liegt noch Schmerzen spührt.
in so einem fall fände ich sterbehilfe auch nicht gerechtfertigt weil dadurch keiner meiner aufgeführten punkte erfüllt sind ;) Bei wachkoma gibts ja immer noch eine möglichkeit dass man wieder daraus aufwacht.

Und wer kann die 100%ig sagen, dass keine Chance mehr auf Genesung besteht? Und wie verläuft das ganze, wenn sein Todesurteil unterzeichnet wurde, und zwei Wochen später kommt ein neues Medikament auf den Markt?
Naja, also ich denke wenn bekannt ist, dass ein medikament in der Forschung is das die entsprechende krankheit heilen soll dann sollte auch mit allen mitteln versucht werden den patient am leben zu halten bis das medikament "fertiggestellt" is. Sowas hab ich mit "alle mittel ausschöpfen" gemeint ;)

Und die Meinung des Patienten ist in dem Fall sowieso vollkommen irrelevant. Durch die körperliche Belastung durch Schmerzen und die psychische Belastung durch die Verkrüppelung ist er überhaupt nicht mehr in der Lage eine objektive Antwort zu geben.

Und da ist schon das Problem, jemand der seinen eigenen Tod herwünscht, kann keinen klaren Verstand mehr haben. also ich denke nich dass alle nich mehr bei klaren verstand sind die sterbehilfe möchten. Ich denke ich würde es mir auch wünschen zu sterben wenn ich wirklich nur noch schmerzen hab und es keine rettung mehr gibt.

raptorsf
19-11-2004, 16:36
@ der_Mosch: ok, du hast den Gedanken nur weitergesponnen - aber genau da fängt ja der Unterschied an! Und wie schon andere sagten, es gibt da keine ganz klare Linie.

Betreffend Deiner Urgrossmutter: Natürlich tut es mir leid für Euch und vor allem für sie. Aber auch sie ist wieder ein anderer Fall und scheinbar ist sie nicht an lebendserhaltendenden oder verlängerten Geräten angehängt. Deswegen stellt sich ja die Frage gar nicht!

Ganz abgesehen davon ist das meiner Ansicht nach trotzdem kein menschenwürdiges Leben sondern ein "dahin vegitieren". Ich möchte auf jeden Fall nie so leben, aber aussuchen kann man es sich halt meistens nicht :(

m1a22
19-11-2004, 16:43
Wollt ihr dieses Leben beenden? Wer von euch maßt sich die Unverfrorenheit an zu sagen, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert ist? Kommt vorbei. Kommt zu mir, und wir gehen sie besuchen, und dann sagt ihr es mir ins Gesicht.

Mosch, wenn du mich schon zitierst, dann bitte richtig ;)
Ich sprach davon, was ich mir für meine Wenigkeit in diesem Fall wünschen würde. ;)
Was Leben beenden angeht, so hab ich bereits weiter dass hier geschrieben:
Jetzt ist aber die Frage, wenn soll ich dan zu meinem "Henker" bestimmen, kann ich das der Person zumuten, immerhin wird sie durch ihre Aktion ein Leben beenden. Wäre das moralisch vertretbar? Und wenn sie sich weigert, wer soll es dann übernehmen? Selbst Ärzte würden dabei in einen Konflikt mit dem hypokratsichen Eid kommen, da dieser sie verpflichtet Leben unter allen Umständen zu erhalten.

Dann kommt natürlich auch die Frage auf, wann wäre denn Sterbehilfe angebracht? Der eine verlangt nach dem Tod, weil er alle Gliedmaßen verloren hat, der andere wiederum sagt sich im selben Fall, dass er leben will. Zwei Fälle, gleiches Krankheitsbild, verschiedene Meinungen. Wer trifft da die Entscheidung, wo die Grenze gezogen wird. Oder was wäre wenn bei de Fälle noch zusätzlich im Koma liegen, daher keine eigene Meinung abgeben können? Wer entscheidet dann? der eine würde gerne sterben, der andere weiterleben, aber diese Entscheidung wird über ihre Köpfe hinwegetnschieden, weil sie zur Zeit nicht mit der Aussenwelt kommunizieren können. Was passiert, wenn entgegen ihrer Auffasung entschieden wird? Moralisch vertretbar?

Einfach zu entscheiden, wessen Leben lebenswert ist und welches nicht, diese Entscheidung steht uns nicht zu. Sie ist unmoralisch und unmenschlich.

Surli
19-11-2004, 16:47
Wollt ihr dieses Leben beenden? Wer von euch maßt sich die Unverfrorenheit an
zu sagen, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert ist? Kommt vorbei. Kommt zu mir, und wir gehen sie besuchen, und dann sagt ihr es mir ins Gesicht.

Nein, auf keinen Fall. Ich bin noch immer der Meinung, dass Sterbehilfe nur dann geleistet werden sollte, wenn der Patient selber darum bittet. Nur er, und niemand sonst soll darüber entscheiden können.

Der_Mosch
19-11-2004, 16:50
@ der_Mosch: ok, du hast den Gedanken nur weitergesponnen - aber genau da fängt ja der Unterschied an! Und wie schon andere sagten, es gibt da keine ganz klare Linie.

Betreffend Deiner Urgrossmutter: Natürlich tut es mir leid für Euch und vor allem für sie. Aber auch sie ist wieder ein anderer Fall und scheinbar ist sie nicht an lebendserhaltendenden oder verlängerten Geräten angehängt. Deswegen stellt sich ja die Frage gar nicht!

Ganz abgesehen davon ist das meiner Ansicht nach trotzdem kein menschenwürdiges Leben sondern ein "dahin vegitieren". Ich möchte auf jeden Fall nie so leben, aber aussuchen kann man es sich halt meistens nicht :(

(Ich nummerier mal die Abschnitte durch)

1. Richtig. Aber wieso dürft ihr denn bitte sagen, wo diese Linie verläuft, und im gleichen Atemzug sagen, dass die von mir gezogene falsch ist?

2. Und ob sich die Frage stellt. Entfern die Geräte (schlag mich kaputt, wenn ich genau weiss, was es alles ist, aber zumindest eine Infusion, da sie nicht essen kann) und sie stirbt, so einfach ist das.

3. Sag mir jetzt klar: Willst du sie töten oder nicht?



@m1a22: Das "ihr" war kein an dich gerichtetes majestätisches Plural ;) Hab dich auch, so weit ich weiss, nicht zitiert. Nichtsdestotrotz, der Fall ist mehr weniger bei der Schwester meiner Urgrossmutter (keine Ahnung, wie exakt jetzt die Verwandschaft zu bezeichnen ist) eingetreten, das wollte ich damit sagen.

raptorsf
19-11-2004, 17:19
1. Deine Linie verläuft meiner Meinung zu weit aussen - darüber spricht niemand im Zusammenhang mit Sterbehilfe und deswegen führst Du das ganze mit Deinen Beispielen ad absurdum.

2. So wie ich das verstanden habe wird durch diese Infusion Deine Urgrossmutter mit Essen bzw. Flüssigkeit versorgt damit sie nicht verhungert und verdurstet. Eine Infusion finde ich eine sinnvolle Sache wenn sie über eine absehbare Zeitspanne ein Ueberleben sichert oder erleichtert. Wenn man dies aber bis ans Lebensende behalten muss ist das ganze (meiner Meinung nach) wieder sehr fraglich.

3. Ist zwar eine rethorische Frage von Dir, aber ich beantworte sie trotzdem: Nein, natürlich nicht. Aber wenn ich in der selben Situation mal sein sollte hoffe ich, dass mir anstatt der Flüssigkeit ein starkes Schlafmittel verabreicht wird, damit ich dann für immer und ewig schlafen kann. So möchte ich nicht weiter leben. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und wie schon gesagt, das Leben muss für mich lebenswert und würdevoll sein, ansonsten macht es keinen Sinn.

LordMordred
19-11-2004, 17:38
Mosch die Frage ist doch will deine Großmutter so weiterleben oder nicht?
Und darüber werde ich mit Sicherheit kein Urteil fällen, da es mir schwer genug Gefallen ist über mich selbst klar zu werden und da kenn ich alle Details :eg:

Ich gehe davon aus, dass, wenn ich durch Maschinen den ganzen Tag ans Bett gefesselt bin[hiermit sind deine Hörgeräte und Herzschrittmacher raus ;)], es nicht mehr in meiner Natur zu leben liegt und somit ein würdevoller Tot ein besserer Abschluss als an einigen Stellen noch aufgeschnitten zu werden nur weil man mir noch nen Monat mehr qualen auferlegen will.

TMOA
19-11-2004, 20:47
sozusagen eine "norm" festlegen.Das Problem liegt jetzt wiederum, dass du keine solche Norm setzen kannst, da jeder Mensch individuell ist, also wenn überhaupt, dann müsste man jeden Fall individuell behandeln.

also ich denke nich dass alle nich mehr bei klaren verstand sind die sterbehilfe möchten. Ich denke ich würde es mir auch wünschen zu sterben wenn ich wirklich nur noch schmerzen hab und es keine rettung mehr gibt.Ich denke der Wunsch auf den eigenen Tod ist nur eine verrübergehende Sache. Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch, der genügend darüber nachdenkt zu dem Schluss kommt, nicht sterben zu wollen. Wenn jemand von diesem Gedanken nicht los kommt, liegt meines Erachtens ein psychischer Schaden vor.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich vermutlich nicht in einen Sterbenden hineinversetzen kann - ich will es ehrlich gesagt auch gar nicht.

Churchill
19-11-2004, 22:59
Mosch die Frage ist doch will deine Großmutter so weiterleben oder nicht?
Wenn sie das gewollt hätte, dann hätte sie sicher gekrächzt, ich will sterben und nicht Hallo Arnold!

Also kann man davon ausgehen, daß sie das nicht will. Außerdem ist verdursten ziemlich grausam, ich glaube nicht, daß sie das will.

LordMordred
19-11-2004, 23:04
Wenn du das zitierst und diese Antworten schreibst musst du mir unterstellen, dass ich behaupte sie wolle sterben, was ich nie behauptet habe. Es war eine ganz normale Frage was jeder für sich selbst beantworten muss.

Der_Mosch
19-11-2004, 23:11
:twink: Da seh ich aber eher leichte Paranoia in dir, LoMo ;)

Ach, und um das noch mal richtigzustellen: Es ist die Schwester meiner Urgrossmutter.

Laie
20-11-2004, 13:24
Nehmen wir mal ein theoretisches Beispiel welches hoffentlich nie eintrifft: Einer Deiner Elternteile liegt im sterben und der andere ist schon gestroben. Er/sie kann nur noch dank einer Herz/Lungen-Maschine am Leben erhalten werden. Es ist kein Testament oder ähnliches vorhanden.

Der Arzt kommt jetzt zu dir und sagt (nehmen wir mal an Du bist der einzige Nachfolger): Was sollen wir tun? Sollen wir die Maschinen weiterhin am laufen lassen oder sollen wir sie abstellen?


fachlicher Einwand meinerseits: diese Frage wird nicht kommen, eben aus rechtlichen gründen. Die Maschine abzuschalten ist strafbar, nur bei fesigestelltem Hirntod oder Nullinie im EKG wird man das machen. In einem Fall wie diesem bei nach menschlichem Ermessen aussichtsloser Situation wird man die Therapie minimalisieren, d.h. Beatmung nur mehr mit 21 Vol-% Sauerstoff (also Raumluft), Verzicht auf antibiotische Therapie bei aufkommenden Infekten, Gabe nur mehr von kristalloiden Infusionen (kalorienfreie Flüssigkeit) statt intravenöser Vollernährung etc.
Patiententestamente sind eine Sache für sich... Der Arzt muß immer vom mutmaßlichen Willen des Patienten zum aktuellen Zeitpunkt ausgehen. Eine mehrere Jahre alte, evtl. formal ungenügende Patientenverfügung zerpflückt Dir jeder Anwalt.
Persönliche Anmerkung: da mir diese Situation, wie aus dem obigen herauszulesen ist, nicht fremd ist, muß ich sagen, daß mir manchmal der Gedanke in Richtung Sterbehilfe kam; er wird ja auch von Angehörigen an einen herangetragen. Aber in den Knast will ich nicht. Eine Liberalisierung der Sterbehilfe wäre durchaus erwägenswert, aber es bleibt die auch hier schon thematisierte Frage, gerade aufgrund der deutschen Geschichte: wer bestimmt die Grenzen???

KnallfroschXXL
21-11-2004, 02:30
in deutschland gibts sowas das sich grundgesetz nennt und nachdem ist die würde des menschen unantastbar

Aber ist des den menschenwürdig, jemanden an irgendwelche maschinen zu hängen, nur weil seine Verwandten ihn nicht gehen lassen wollen?

Weiß überhaut irgendjemand, ob durch die Maschienen vielleicht schmerzen entstehen? Ich nicht, aber ich halte es nicht für unwahscheinlich, ihr?

ich zumindest möchte nicht am ende meines lebens irgedwie künstlich am leben erhalten werden.

Zum schluss noch ein:

Wenn eine Chance auf ein weiteres Leben OHNE die Maschinen besteht, dann sollten jedem auch diese Maschinen zur verfügung gestellt werden. Wenn allerdings die Situation aussochtslos ist, finde ich, sollte man die Maschinen (auf wunsch) durchaus abtellen dürfen. Und für den Fall, das ein Überleben nur minimal wahrscheinlich ist gilt für mich "im Zweifel FÜR den Angeklagten" was im klatext heist, dass man die Maschinen nicht Abstelen darf!

Laie
21-11-2004, 05:35
dann unterscheide mal zwischen der Menschenwürde der Juristen und derer, die in diesem Fach zuhause sind.
Ich verweise auf meinen Beitrag weiter oben.

gurkae
22-11-2004, 19:42
Meiner Meinung nach wollen sich die meisten Kranken und Behinderten nur umbringen lassen, weil sie einsam und verzweifelt sind.

Sterbehilfe ist darauf die falsche Antwort.

Außerdem gerät der, der sie gibt, selber in Schuld und wenn sie noch so erwünscht ist. Also ich leihe meine Hand dazu nicht.

Solche Dinge können nur Leute beurteilen, die über große Weisheit verfügen, also ich oder Mosch zum Beispiel.

Die meisten wissen nicht, was es bedeutet, die Eumeniden herauszufordern.

lol bist du im arsch :D :shy:

Der_Mosch
22-11-2004, 20:01
Das war mal ein qualifizierter Beitrag.

Formulier doch mal aus, was du willst.

Tharkun05
27-11-2004, 11:32
Die Seterbehilfeorganisation, bringt niemandem um.
Sie legt nur die Pille vor dem Kranken auf den Tisch. Der muss sie schon selbst nehmen.