Vollständige Version anzeigen : Realitätsbezug von "das Experiment"
Die meißten von euch kennen ja sicherlich den Film "Das Experiment".
Ich habe mal gehört, das dieses Experiment real durchgeführt wurde.
Nun würde es mich interessieren wie weit der Film mit dem echten Experiment übereinstimmt und was Fiktion ist.
Außerdem hab ich mal von jemandem gehört, dass er wohl mal die Original-aufnahmen vom echtem Experiment gesehen hat (in ner reportage oder so).
Kommt man da irgendwie ran?
Kennt jemand eine Seite die sich mit dem Thema beschäftigt?
Mich interessiert nicht was ihr glaubt was real ist, sondern Sachen die ihr sicher wisst.
Also falls eine eurer Aussagen nur eine Vermutung ist kennzeichnet sie bitte entsprechend mit "Ich glaube, das [...]"
Ich habs über die Forensuche gesucht aber es ist nichts rausgekommen, also geh ich mal davon aus, dass dieses Thema in der Form hier auf dem Forum noch nicht existiert.
Ich habe dieses forum gewählt, weil es mir darum geht was real passiert ist.
Mit freundlichen Grüßen Thrawen.
Also die Grundidee des Films und das Ereignise stimmen im großen und ganzen überein. Ist allerdings schon ne Weile her, als ich den Film gesehen hab. Soviel ich weiß wurden im realen Experiment keine Spitzel eingeschleust.
witchdingsda
14-10-2004, 20:47
kenn den film gar nicht. das interessiert mich jetzt aber: sag mal worums geht,bidde
ist das nich der film der mal auf prosieben lief ? mit dem gefängnis usw. ?
SonMokuh
14-10-2004, 21:40
Ja, der zum Großteil in nem Gefängnis spielt.
Guggt einfach mal bei Google unter dem Begriff "Das Experiment".
Churchill
14-10-2004, 21:41
Ja, die haben 1971 so ein Experiment an der Stanford Universität germacht, aber Tote gab's da natürlich nicht. Die Studenten haben das so ernst genommen, daß es nach 6 Tagen abgebrochen wurde.
Hier steht einiges dazu:
http://en.wikipedia.org/wiki/Stanford_Prison_Experiment
Psycho Joker
15-10-2004, 10:09
Alles was im Film in den ersten 6 Tagen des Experiments passiert, stimmt mehr oder weniger mit dem Stanford-Experiment überein. Danach wurde die Geschichte weitergesponnen.
saemikneu
15-10-2004, 13:27
Ich hab mal ein paar Originalaufnahmen gesehen, iist voll heftig.
Ich finde solche Sachen gar nicht gut, da es bei den Menschen (in den USA) sowieso aus den Fugen gerät.
Übrigens: Churchills geposteter Link gibt's auch in Deutsch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stanford_Prison_Experiment
Eine Schweizer Fassung ist in Arbeit, es wird mehr Schweizer Inhalt geben, sofern sich mehr Leute melden.
Churchill
15-10-2004, 15:10
Wozu braucht man einen schweizer Fassung? Sprechen die Schweizer kein Deutsch mehr?
Sowas in der Art hab ich mich auch gerade gefragt...
btw:
'Vilicht wänd di einte das ales so da staht... und denn je nach dialäkt verstaht mers doch wider nüme wel en berner oder en valisser am schribe isch :D'
Psycho Joker
15-10-2004, 16:41
Ich hab mal ein paar Originalaufnahmen gesehen, iist voll heftig.
Ich finde solche Sachen gar nicht gut, da es bei den Menschen (in den USA) sowieso aus den Fugen gerät.
LOL das ist wohl einer der dümmsten und vorurteilsbehaftetsten Sätze die ich je gelesen habe.
1) Dieses Experiment war dazu geplant, zu untersuchen wie Menschen auf die Versuchung von Macht reagieren. Man wollte versuchen eine Antwort auf die Frage zu erhalten, wie es zu den Grausamkeiten in Konzentrationslagern kommen konnte.
2) Dass das Experiment derart aus den Fugen geraten würde, hatte niemand auch nur im Entferntesten geahnt. Das Experiment war daher anfangs auf 2 Wochen ausgelegt mit der Option es um eine weitere Woche zu verlängern, sollte es nicht ausreichend Ergebnisse geben.
3) Dass es aus den Fugen geraten ist, hat absolut gar nichts mit der Nationalität zu tun. Man hat jede Möglichkeit der Randomisierung genutzt um die Versuchsgruppen so gut wie möglich mit absolut durchschnittlichen Menschen aufzufüllen. Das wäre in Deutschland, Frankreich, England, Italien, Spanien, Schweden suw. genauso passiert.
saemikneu
15-10-2004, 16:58
Nur, das das Thema Macht in den USA so wichtig ist wie das Geld.
Siehe Bill Gates, Microsoft, George W. Bush... - die wollen alle Macht bis es nicht mehr geht.
Jetzt weiss man, woher RTL die Idee zu Big Brother hatte :nein:
@zu Wikipedia
edit:
Es wird doch tatsächlich auf Schweizerdeutsch sein:
http://ch.wikipedia.org/wiki/Main_Page
Wobei es das schon gibt:
http://als.wikipedia.org/wiki/Houptsyte
Zu Bill Gates:
Er ist ein sehr erfolgreicher Geschäftsman, doch ich bezweifle das er immer mehr Macht will, dann wäre er längst in die Politik eingestiegen.
Ich denke es gibt Leute, für die andere Dinge Priorität haben als Macht, obwohl sie sehr einflussreich werden könnten. Billy denke ich gehört zu diesen.
Zu Georgy:
Es gibt nicht viele Leute die mächtiger als er sind ;), ich denke im Moment ist er damit beschäftigt seine Macht zu behalten :D
hm man brauch nich in die politik zugehen um macht zu haben es reicht aus wenn man das nötige kleingeld hat und das billy boy und auch nich zuwenig. Den beachte GELD = MACHT und das sterben nach macht is menschlich und zu unserem befreier G.W Bush stimmt schon gibt wohl kaum jemanden der mächtiger ist und hoffentlich bleibt das auch so
Das mit Geld = Macht ist nicht ganz so einfach wie manche denken, ein kleines Beispiel in einem viel korrupteren Land (Russland) ist die Yukos Affäre. Der reichste Mann Russlands sitzt hinter Gitter weil einige in der Regierung ein Exampel statueriern wollen... etc... aber ich hab keine Zeit, sitze immer noch im Geschäft und muss nun aufs Tramm...
Psycho Joker
16-10-2004, 09:25
Nur, das das Thema Macht in den USA so wichtig ist wie das Geld.
Siehe Bill Gates, Microsoft, George W. Bush... - die wollen alle Macht bis es nicht mehr geht.
Jetzt weiss man, woher RTL die Idee zu Big Brother hatte :nein:
Und wieder ein Vorurteil. Die bösen machtgierigen Amis. :hmm:
In dem Experiment ging es darum, herauszufinden, ob Macht wirklich so sehr korrumpiert, dass sie alle Moral und Ethik vergessen lässt. Was um so erstaunlicher ist, ist dass die "Wächter" im Experiment sich wirklich überhaupt nicht zurückgehalten haben und die "Gefangenen" auf jede erdenkliche Art gequält haben, obwohl sie wussten dass das Experiment in höchstens 2 bis 3 Wochen fertig sein und sie dann Rechenschaft schuldig sein würden für eventuelle Übergriffe.
Bitte saemikneu, unterlass es, diese dummen, haltlosen Vorurteile in den Raum zu werfen. Rückt dich nur selbst in ein schlechtes Licht.
Ach ja, die Idee zu Big Brother, hatte nichts mit dem Experiment zu tun.
saemikneu
16-10-2004, 11:18
Eben, also haben die Wächter ihre Macht, ihre Gewalt auf die anderen Insassen ausgeübt, wie es z.B. in Abu Ghraib passiert ist. Und ja: die Armeen der Welt gehen nicht so zimperlich mit ihren Gefangenen um, und da die Amis leider asm meisten "Weltpolizei" spielen, haben sie die meisten Gefangenen.
Angenommen, du wärst ein Wächter für eine Woche an deinem Arbeitsplatz oder an deiner Schule. Würde nicht mindestens jemand bisschen leiden müssen? Ein "nein" kauf ich dir nicht ab. Selbst bei mir als gewaltlosen Mensch würde ein Gefühl entstehen, welches einem überlegen macht. Dann hält Nora aus meiner Klasse ihre Klappe.
peter8402
16-10-2004, 11:28
Ist ja ein tolles Beispiel saemikneu... aber darum gehts bei dem Experiment nicht.
Wie Psycho Joker schon erklärt hat geht es allgemein um den Umgang mit Macht und die Vereinbarkeit mit moralischen Prinzipien. Dass man das nun auf irgentwelche Beispiele anwenden kann is ja toll - tut hier aber nix zur Sache !
Churchill
16-10-2004, 11:52
Ich meine, daß das Experiment heute ganz anders ausginge. Heute sind die Studenten ja keine naiv-idealistischen Hippies mehr, sondern mehr utilitaristische Yuppies.
Also würden sie so tun, als ob sie das spielen, unterdessen über den Professor seine neue Assistentin snacken, Doppelkopf spielen und am Ende grinsend das Geld für's Nichtstun einstreichen.
Heute müßte man für dasselbe Experiment Jungtürken nehmen, dann würde es wieder klappen. Die brechen ja psychisch zusammen, wenn man ihnen das Goldkettchen wegnimmt. Aber vorher auf Messer untersuchen, sonst hat man nachher nur noch einen Türken.
peter8402
16-10-2004, 15:15
Heute müßte man für dasselbe Experiment Jungtürken nehmen, dann würde es wieder klappen. Die brechen ja psychisch zusammen, wenn man ihnen das Goldkettchen wegnimmt. Aber vorher auf Messer untersuchen, sonst hat man nachher nur noch einen Türken.
genauso Vorurteile wie bei seamikneu...
scheiß egal ob das nun amis , Türken oder was weiß ich was für Nationalitäten sind, Gewalteinsatz zum Machtmissbrauch gibts überall.
Ich frag mich nur warum man auf sowas zurückgreifen muss wenn man Befehlseinhaltung auch durch legitime und moralisch vertretbare Methoden durchsetzen könnte.
Churchill
16-10-2004, 15:36
Peter, die Gewalt ist der Kern, das eigentliche Wesen des Staates. Der Staat ist keine freiwillige Gemeinschaft, die auf gutem Willen aufgebaut ist, sondern, im Gegenteil, sie ist ein kollektiver Willensträger, der dazu geschaffen ist, seinen Willen durch Gewalt zum Sieg zu verhelfen.
Anders geht es auch nicht. Nie werden alle freiwillig gehorchen; das tun nur die Dummen. Die anderen muß man durch Gewalt zwingen und das ist das Prinzip und der zentrale Glaubenssatz jedes Staates, oder er geht sofort zugrunde.
Psycho Joker
17-10-2004, 05:49
Ja ja, "homo homini lupus", wie schon der altehrwürdige Mr. Hobbes sagte.
saemikneu
17-10-2004, 21:17
Nach Churchills Aussage müsste ein Staat seine Autorität durch Gewalt (seine Gewalt) beweisen. Nur: was ist wenn der Souverän mehr zu sagen hat als der Staat? (auf dem Papier)
wobei das eher off geht..
Psycho Joker
18-10-2004, 01:27
Der Souverän ist immer nur ein Teil der Regierung bzw. des Regierungsapparats und kann nie mächtiger als der Staat sein.
Churchill
18-10-2004, 07:20
Der Souverän ist der Staat.
L'état, c'est moi!
witchdingsda
18-10-2004, 10:45
lol, der absolutismus ist aber vorbei, church...ludwig XIV sowieso
Churchill
18-10-2004, 15:45
Ludwig hat aber in archetypischer Wesie die Einheit von Souverän und Staat ausgedrückt. Eine Einheit, die er selbst erst in den Frondekriegen gegen die mächtigen Adligen hergestellt hat, die vorher einen starken Anteil am Staat hatten. Nachher gab es nur noch einen Souverän, nämlich ihn.
Der Souverän ist also die Person, oder Gruppe, die den Staat leitet.
Leitete sie ihn nicht mehr, oder stark eingschränkt durch Frondeure (wie Ludwig XIV. bevor er Souverän wurde), sind sie kein Souverän mehr.
Es gibt also immer eine Einheit von Souverän und Staat, es sei denn, es herscht Bürgerkrieg und der neue Souverän wird gerade ausgekämpft.
Earthman
18-10-2004, 18:04
Heute müßte man für dasselbe Experiment Jungtürken nehmen, dann würde es wieder klappen. Die brechen ja psychisch zusammen, wenn man ihnen das Goldkettchen wegnimmt. Aber vorher auf Messer untersuchen, sonst hat man nachher nur noch einen Türken.
was is das denn für eine scheisse? gewaltbereite jugendliche findest du in deutschland zu genüge, da muss man nicht aufs türkische volk zurückgreifen.
Zu dem Film. Ich fand ihn sehr geil, aber auch ziemlich überzogen. wie churchill
schon sagte, würden die leute ihre zeit absitzen und sichs aufs geld freuen. Möglicherweise wurden bei dem Experiment damals nicht der durchschnittsbürger, sondern der durchschnittshooligen "benutzt"...auch wenn das experiment schon ein weilchen her ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich normale menschen, grade in der gegnwart von kameras, verhalten wie die Vandalen. Kann ja sein das ein experiment durchgeführt wurde, aber man kann viel behaupten bzgl. des ablaufes...ich für meinen teil kann mir nicht vorstellen, das das experiment, wenn auch nur bis zum 6en ,tag ähnlich dem film ablief....
huch...hab ja feierabed
:cu:
Churchill
18-10-2004, 19:40
Es war ein Experiment der Stanford Universität und man hat nur Stanfordstudenten als Probanden genommen, zufällig verteilt auf Wärter und Knastirollen.
Gibt es links zu den original aufnahmen?
Wenn ihr sagt, dass das Experiment dazu da war, um die wirkung von Macht zu erforschen ist das nciht ganz richtig.
Obwohl erklärtes Ziel des Experiments war, die Effekte von Gefangenschaft zu untersuchen, wurde das Ergebnis dazu verwendet, Beeinflussbarkeit und die Bereitschaft zur Unterwerfung zu demonstrieren, wenn Menschen einer legitimierenden Ideologie und sozialer wie institutioneller Unterstützung ausgesetzt werden.[...]
ich möchte doch einige hier bitten diesen thread nicht mit Anti-USA/Anti-irgendwas "Propaganda" zu zumüllen. dafür gibt es hier auf dem board genug andere Plätze.
Psycho Joker
19-10-2004, 04:51
Na ja, das mit Macht war vielleicht falsch ausgedrückt. Aber es ging sozusagen darum, zu sehen, ob ein Mensch, der "von oben" geschützt seine Macht anderen gegenüber dazu verwendet sie zu quälen. Es ging halt wirklich darum, zu sehen, ob der Durchschnittsmensch sich als KZ-Aufseher eignet (etwas überspitzt formuliert) oder ob das Gewissen die Oberhand behält.
Es gab auch mal ein anderes Experiment, da ging es um eine ähnliche Fragestellung. Da wurde Leuten eine kleine Lügengeschichte aufgetischt. Die glaubten sie würden an einem Experiment zur Lernfähigkeit teilnehmen udn das auch nicht als Testperson, sodnern lediglich als Helfer für den Experimentleiter. Jedenfalls wurden die in einen Raum gesetzt mit einem Schaltpult vor sich. Man sagte ihnen, über dieses Schaltpult würden sie den Testpersonen, die sich in einem anderen Raum befanden und die sie nicht sehen konnten, geringe Stromstöße versetzen, da man utnersuchen würde, ob diese geringen Stromstöße sich positiv auf die Lernfähigkeit auswirken würden. Im Nebenraum saß in Wirklichkeit ein Schauspieler, der jedesmal Schmerzenslaute von sich gab, wenn er den imaginären Stromschlag versetzt bekam. Die eigentlichen Testpersonen glaubten also sie würden dem Menschen im Nebenraum sehr sehr schmerzhafte Stromstöße zufügen und sogar als sie aus dem Nebenraum ein verzweifeltes Röcheln hörten, war über die Hälfte bereit, die imaginäre Testperson weiter zu elektrisieren, da man ihnen versichert hatte, das Institut würde die ganze Verantwortung auf sich nehmen und sie hätten keine Konsequenzen zu befürchten.
man sieht also, dass man das Gewissen der Menschen verhältnismäßig einfach aussschalten kann, wenn man sie davon überzeugt, dass sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. Beängstigend, nicht?! Deshalb bin ich auch sehr vorsichtig in Bezug auf Aussagen wie "So etwas wie unter den Nazis wird nie wieder passieren".
und durch solche experiment bestättigt sich ja auch die aussage dass der mensch ansich schlecht ist!
und durch solche experiment bestättigt sich ja auch die aussage dass der mensch ansich schlecht ist!
Nanana, wer wird denn gleich pauschalisieren ?!
Niemand bezweifelt ja, dass der Mensch eine destruktive , auch auf sich selbst bezogen, Eigenschaft zu Tage legt, aber ist der Sinn dieser Experimente nicht, genau zu verstehen, wann und wie sie ausgelöst werden ?!
Erst so kann man versuchen, eine Änderung im Verhalten herbeizuführen, aber wie gesagt, erst muß die Wurzel freigeschaufelt werden.
hier ich melde mich zu pauschalisieren aber du sagst es ja selber das er "destruktiv" ist oder halt schlecht tut sich nich viel ich bezweifel auch nich denn sinn solcher experimente finde es viel mehr intersant worin das böse sein ursprung hat
Churchill
20-10-2004, 15:34
Ich finde es viel verwunderlicher, woher das Gute kommt.
Woher das Böse kommt, ist einfach zu sagen. Es ergibt sich aus dem natürlichen Egoismus des Menschen, der aus seiner Körperlichkeit und den daraus entstehenden Bedürfnissen entsteht. Er entsteht aus der Gleichgültigkeit, aus dem Willen, den eigenen Nutzen zu mehren, indem man andere zerstört, oder, aus der Lust, andere zu zerstören.
Man kann sich direkt dazu entschliessen, oder es nur beiläufig tun, was am häufigsten ist. Das Böse zu tun ist schneller, einfacher, verführerischer. Das Böse ist das Normale.
Das Gute zu tun erfordert Einsicht und Entschließung dazu, zwei Eigenschaften, die nur wenige haben, deshalb ist es so selten.
"Über's Niederträchtige niemand sich beklage
denn es ist das Mächtige, was man dir auch sage"
(Goethe)
Ich finde es viel verwunderlicher, woher das Gute kommt.
Eine sehr interessante Frage.
Natürlich kann man das Thema nicht in 1,2 Sätzen abhandeln; schliesslich gibt es mehr als 1000 Seiten dicke Wälzer über das Thema und letzendlich ist man danach genauso schlau wie vorher.
Ich würde es einfach mal daran festmachen, dass das 'Böse' ein 'Überbleibsel' aus den Anfangszeiten der menschlichen Zivilsation, wenn auch noch ein sehr mächtiges. Letzendlich zählt das eigene Überleben immernoch zu einem sehr mächtigen Trieb. Leider hat sich das in letzter Zeit auch auf andere Dinge projeziert, die dem 'modernen' Menschen wichtig erscheinen, wohl wichtig für das eigene Überleben, das Überleben des angetrebten Lebensstandard. Und ja, dazu zähle ich auch das sadistische Verhalten, was viele an den Tag legen ( um mal einen kleinen Kreis zurück zum Experiment zu schließen).
Das 'Gute' dagegen hat sich in etwa zur gleichen Zeit entwickelt. Ich würde das als das soziale Verhalten festmachen wollen. Je kleiner die Gruppe, desto größer der Zusammenhalt, desto eher überwiegt das 'Gute'.
Doch schaut euch die heutige moderne Welt an, Anonymität wohin man nur schaut. Da kann man sich doch wieder ein bisschen mehr gehen lassen. Wenn es keiner mitbekommt, hat man es ja auch nicht getan. Die Welt lädt momentan doch das 'Böse' ein, den menschlichen Ursprung betrachtet.
So, im Groben(!) würde ich das jetzt beschreiben wollen.
Earthman
21-10-2004, 15:28
wer nimmt sich denn das recht raus zu sagen wer "böse" und wer "gut" ist und wie will man diese beiden eigenschaften messen? man kann imo zB ned sagen, "du bist böse weil du eine bank ausgeraubt hast" ...oder "du bist gut weil du hart arbeitest und dich für körperlich benachteiligte menschen einsetzt. jeder hat seine gründe warum man tut was man tut...und wenn man keine gründe hat ist man dumm und nicht böse...
Churchill
21-10-2004, 15:34
Ah, die Relativisten sind angekommen!
Das Böse ist, um des eigenen Vorteils willen, das Leben anderer Menschen zu vernichten. Physisch, psychisch, ökonomisch.
Moralisch zu sein, erfordert zuerst, das Gute und das Böse erkennen zu können.
Eritis sicut deus scientes bonum et malum.
wer nimmt sich denn das recht raus zu sagen wer "böse" und wer "gut" ist und wie will man diese beiden eigenschaften messen?
Ähm, jeder macht das und jeder darf das auch. Woher sollten denn sonst die Begriffe 'gut' und 'böse' kommen, wenn nicht aus einer subjektiven Bewertung heraus ?!
Nur gibt es halt viele Überschneidungen bei der subjektiven Begriffsdefinition, die kombiniert eine allgemeines Werteurteil der Begriffe erlaubt.
hm ein kluger mann hat mal gesagt das man nur böse sein kann wenn man es selber will bei allemen anderen ist man nur ein sklave was die tat natürlich nich schmälert
Churchill
21-10-2004, 17:00
Diejenigen, die es aus Gleichgültigkeit tun, sind nicht weniger schlimm.
Die sind genauso böse.
Psycho Joker
22-10-2004, 10:55
@Churchill: Ja natürlich, aber Gleichgültigkeit würde ja unter den Tatbestand des eigenen Willens fallen. Wenn jemand aus Gleichgültigkeit böse ist, wird er nciht dazu gezwungen, sondern er entscheidet sich dazu.
Eritis sicut deus scientes bonum et malum.Das heisst ja sowas in der Art von 'Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse!'
Willst du damit sagen, dass du das kannst?
Ich behaupte mal schlichtweg dass dies eine Frage des Standpunktes ist ;)
Ein Palästinenser der einen Anschlag plant, denkt sich sicher nich, ich weiss dass die Israelis die guten sind aber trotzdem verübe ich nun einen Anschlag.
Genauso funktioniert es auf die andere Seite, die Israelischen Soldaten sind der Meinung, dass die Palästinenser die "bösen" sind.
Zu behaupten man könne absolut entscheiden was gut und böse ist, ist denke ich etwas hoch gegriffen ;)
Psycho Joker
22-10-2004, 11:54
Der Vergleich hinkt, weil beide aus Hass so handeln. Hass vernebelt die Wahrnehmung und niemand, der aus Hass handelt, ist zu vernünftiger, rationeller Überlegung fähig. Wäre dem so, müssten sich beide eingestehen, dass sie sie böse sind.
ein soldat handelt nicht aus hass er handelt weil es sein beruf ist was natürlich nicht heisst seine taten sind immer gut wobei man eingestehen muss das mancher soldat aus hass handelt
Psycho Joker
22-10-2004, 13:58
Ja ein Soldat im Allgemeinen fällt unter wohl unter "Böses tun, weil man muss", aber wenn wir jetzt von Übergriffen wie israelische Soldaten sie immer wieder gegen Palästinenser verüben, reden, dann steckt da auch Hass dahinter.
ja denkt ich auch das bei israel und einige andere truppen auf der welt hass dahinter steht
Also gut, nehmen wir ein anders Beispiel ;)
Ein Amerikanischer Soldat schiesst einen Irakischen Soldat ab. Ist der Amerikaner deshalb böse? Oder war der Irakische Soldat böse und der Amerikaner der Gute? Oder waren beide Soldaten gut und nur ihre anführer böse?
Was wenn ein Iraker einen Amerikaner erschiesst? Ist der Iraker der Böse weil er den Ami erschossen hat oder ist der Ami der Böse weil er das Land des Irakers angegriffen hat. Dann wäre ja der Iraker der gute, denn er hat sich nur verteidigt.
Hmmm aber war da nicht der Böse Saddam und deshalb muss der Soldat auch böse sein. Oder wurde er in die Armee gezwungen und hat nur sein Leben verteidigt?
Die Amerikaner bezeichnen in diesem Fall den Iraker als böse, er hat schliesslich ihren Landsmann erschossen. Der Iraker bezeichnet die Amerikaner als böse, sie haben sein Leben bedroht.
Das habe ich eigentlich mit Standpunkt gemeint.
Und das ist natürlich nicht nur im Krieg so...
Wenn einer jemanden überfällt, weil er sonst verhungert wird er trotzdem als böse bezeichnet. Er selbst würde aber den Überfallenen als böse bezeichnen weil er mehr als genug hat und denen die es nötig haben nichts abgegeben hat.
Zu behaupten man könne absolut entscheiden was gut und böse ist, ist denke ich etwas hoch gegriffen ;)
Nicht nur das. Man kann nie absolut eine Sache bewerten, also braucht das doch gar nicht erst zur Diskussion stehen.
Psycho Joker
22-10-2004, 21:42
Also gut, nehmen wir ein anders Beispiel ;)
Ein Amerikanischer Soldat schiesst einen Irakischen Soldat ab. Ist der Amerikaner deshalb böse? Oder war der Irakische Soldat böse und der Amerikaner der Gute? Oder waren beide Soldaten gut und nur ihre anführer böse?
Was wenn ein Iraker einen Amerikaner erschiesst? Ist der Iraker der Böse weil er den Ami erschossen hat oder ist der Ami der Böse weil er das Land des Irakers angegriffen hat. Dann wäre ja der Iraker der gute, denn er hat sich nur verteidigt.
Es kommt auf die Umstände an. Grundsätzlich kann man bei Soldaten wie ich schon oben sagte das Prinzip "Böses tun, weil man muss" anwenden. Tut ein Soldat Böses und es ist ihm von oben befohlen worden, dann trägt die ethische Schuld derjenige, der den Befehl gegeben hat. Wobei natürlich der Soldat der verbrecherische Befehle ausführt auch eine moralische Schuld durch seine Rückgratlosigkeit trägt.
Ethik ist nicht relativ, sie mag zwar insgesamt von Kultur zu Kultur etwas variieren, aber die grundlegensten Richtlinen sind immer diesselben. Ethik umfasst essenzielle Bedingungen für ein funktionierendes gesellschaftliches Zusammenleben wie z.B. den Grundsatz "du sollst nicht töten". Ich glaube nicht, dass es irgend eine Kultur oder Zivilisation jedweder Art gibt, die Mord duldet.
Es mag Kulturen gegeben haben die Menschenopfer praktizierten oder so, aber diese hatten immer eine Art höheren Sinn, der das Opfern von Menschenleben in den Augen dieser Gesellschaften gerechtfertigt hat.
Das, was relativ ist, ist Moral.
Der Versuch Ethik zu relativieren führt in der Regel zur Rechtfertigung von Verbrechen. Ich glaube jeder Menschenschlächter von Hitler über Stalin bis Dschingis Khan würde sich mit den Worten verteidigen, dass das Böse relativ sei.
Und das ist es, man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn ein Gesetz über gut und böse entscheidet macht es nichts anderes als die ineinander verfliessenden Grenzen klar zu definieren, damit in der Mehrheit der Entscheidungen zum richtigen Ergebnis zu kommen.
Zum Thema Etik... Ist es etisch richtig, an etwasem zu Forschen dass gutes tun kann, oder aber auch als riesen Zerstörungkraft verwendet werden kann. Ist die Forschungsarbeit nun richtig oder nicht?
Ich weiss natürlich was du meinst und das trifft auch in den meisten Fällen zu, doch da oben von absoluter Unterscheidung geredet wurde, musste ich das noch hinzufügen.
Raskolnikow
23-10-2004, 01:04
Ich glaube jeder Menschenschlächter von Hitler über Stalin bis Dschingis Khan würde sich mit den Worten verteidigen, dass das Böse relativ sei.
Mit Verlaub, das glaube ich nicht.
An Stalin und Hitler war nichts relativ. Sie hatten die absoluten Weisheiten gepachtet. Die Juden sind unser Unglück und so Sachen.
Surli:
Kein Gesetz kann über Gut und Böse entscheiden. Dazu braucht es autonome Menschen. Ich kann das beurteilen. Kannst du es nicht?
Psycho Joker
23-10-2004, 08:51
Zum Thema Etik... Ist es etisch richtig, an etwasem zu Forschen dass gutes tun kann, oder aber auch als riesen Zerstörungkraft verwendet werden kann. Ist die Forschungsarbeit nun richtig oder nicht?
Jede Forschung und jeder Gegenstand hat sowohl das Potential zum Guten als auch zum Bösen benutzt zu werden. Ich kann mit einer Gabel Spaghetti essen oder ich kann damit jemanden umbringen.
gigant011
23-10-2004, 09:36
Jede Forschung und jeder Gegenstand hat sowohl das Potential zum Guten als auch zum Bösen benutzt zu werden. Ich kann mit einer Gabel Spaghetti essen oder ich kann damit jemanden umbringen.
Ja aber es macht uns aus und macht uns auch zu dem was wir sind diese GAbel nur zu essen zu nutzen.
Psycho Joker
23-10-2004, 11:01
Öhm ja. Und wo liegt jetzt der Zusammenhang zu Surlis Beispiel?
Churchill
23-10-2004, 20:51
Gigant ist wohl einem vorübergehendem Anfall von geistiger Verwirrung anheim gefallen.
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