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Vollständige Version anzeigen : Deutsche Kultur ...?


susiebond
30-11-2002, 02:32
Mich interessiert, wie Ihr die Kultur der Deutschen definiert, aktuell. Was macht unsere deutsche Identität aus, an was glauben die Deutschen, welche Werte haben sie, was ist 'hip', wie ist unsere Geschichte zu bewerten, was unterscheidet uns von anderen Nationen...
Laßt Euren Gedanken freien Lauf!

Raskolnikow
30-11-2002, 02:49
Ohh... Das ist schwer...
Aber hochinteressant...

Deutsche Kultur definieren - das geht am leichtesten über Namen und Schlagworte: Grimmelshausen, Lessing, Goethe, Schiller, Novalis, Eichendorff, Heine, Büchner, Fontane, Storm, Hauptmann, Rilke, Benn, Heym, Kafka, Heinrich und Thomas Mann, Brecht, Tucholsky, Grass, Biermann (;)@moltke), Kant, Schopenhauer, Hegel, Feuerbach, Marx, Nietzsche, Walter Benjamin, Adorno, Bach, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Wagner, Bruckner, Schönberg, Webern, Eisler, Dürer, Schinkel, Menzel, Macke, Idealismus, Seele, Tiefgründigkeit, kategorischer Imperativ, Weimarer Klassik, Materialismus, Sozialismus, Dialektik... etc etc ....
(Interessant, dass ich die Dialektik ganz am Ende bringe...)

Aber dass alles ist die Historie, das Bücherwissen, das, was mit der Gegenwart nur noch wenig zu tun hat. Wie sieht es heute aus? Nun, ich glaube, eine genuin deutsche Kultur existiert gar nicht mehr. Das Bildungsbürgertum ist uns abhanden gekommen. Wir haben (fast) alles verloren. Was unsere Welt heute bestimmt, ist der Konsum. Nicht mehr die Erkenntnis der Welt ist das hehre Ziel sondern der Besitz der Welt. Kultur existiert nur noch im Präteritum.

Nun gut, es gibt wenige Ausnahmen, aber die spielen im Leben der breiten Masse keine Rolle...

AgentLie
30-11-2002, 04:26
Ich wuerde sagen die deutsche Kultewr ist eine Internationale Kultur. Und das ist ueberhaupt nicht negativ zu bewerten. Ueber die Jahrhunderte jat sich durch die auslaendischen Einfluesse auf das politisch schwache Deutschland halt solch eine Kultur entwickelt. Auch wenn das viele nicht akzeptieren wollen. Und ich bin stolz auf diese Mischkultur...

BurnXout
30-11-2002, 12:00
Die deutsche Kultur ist eine sehr besondere Kultur.
Typische Merkmale deutscher Menschen: Ordentlichkeit, Intelligenz.

Der Satz: "Deutschland, das Land der Dichter und Denker" kommt ja nicht von ungefähr.

Schlecht ist nur, dass unsere Kultur durch den ganzen Zuwanderrungsstrom vernichtet wird, indem man andere Kulturen darüber legt.

TMOA
30-11-2002, 12:04
zur deutschen kultur gehört auch das christentum.

weiteres deutsches merkmal: reinlichkeit

BurnXout
30-11-2002, 12:08
Original geschrieben von TMOA
zur deutschen kultur gehört auch das christentum.

weiteres deutsches merkmal: reinlichkeit

Genau! Sorry, hab ich vergessen zu erwähnen.

Raskolnikow
30-11-2002, 12:10
Aber bitte nicht so konkret, ihr Deutschen. Ordentlickeit, Intelligenz und vor allem Reinlichleit??? Was soll das für eine Kultur sein? Ist das was besonderes?

Und das Christentum ist auch kein Merkmal der deutschen Kultur. Das Christentum ist nämlich älter als die deutsche Nation.

BurnXout
30-11-2002, 12:12
Original geschrieben von Raskolnikow

Und das Christentum ist auch kein Merkmal der deutschen Kultur. Das Christentum ist nämlich älter als die deutsche Nation.

Gehört aber zur deutschen Kultur dazu. Und darum gehts in dem Thread auch.

RedBasti
30-11-2002, 12:24
Ich möchte die Frage von Susiebond nomminieren:
Zur Besten Frage die mir seit langer Zeit gestellt wurde!

Wirklich ein Interresantes Thema:
Für mich besteht die deutsche Kultur auch aus alltäglichen Dingen.
Wenn ich zum Beispiel zum Fenster rausgucke sehe ich einen Innenhof der von einer kleinen Straße umrandet wird. In der Mitte die überdachten Mülltonnen, Sandkasten, etc. Das ist für mich ein Stück deutsche Kultur.

Aber das sind nur die alltäglichen und wirklich oberflächlichen Sachen. In der Vergangenheit hat unser Land wirklich hervorragenden "Dichter und Denker" hervorgebracht.
Grade an die Literatur muss ich denken, bei dem Wort deutsche Kultur.

Das Christentum, nun ja, strenge Christen waren wir Deutschen selten. Viel Streit mit Rom haben unsere geistlichen Vertreter in deutschen Landen ja schon.

maxl
30-11-2002, 13:08
@ TMOA und BurnXout:
Reinlichkeit, Ordentlichkeit? Die Eigenschaften hab ich wirklich nicht. (über meine Intelligenz möcht' ich nicht reden... :D ) Villeicht liegt es ja daran, dass ich ein Ösi bin (wär zumindest ein mögliches Argument. :rolleyes: ). Aber ich denke, dass es auch nicht auf alle gebürtigen Deutschen zutrifft. Wie man nur so pauschal urteilen kann... das versteh ich nicht.

Und das Christentum soll zur deutschen Kultur gehören? Den Anspruch darf wohl so ziemlich jedes Land stellen, dass eine mehrheitlich christliche Bevölkerung hat... und ich glaube auch, dass es Länder gibt, wo das Christentum noch eine tragendere Rolle spielt als in europäischen Ländern.

Für mich bedeudet Kultur (in diesem Zusammenhang) wie Leute leben. Demnach würde ich unsere Kultur als relativ stressige, leistungsorientierte bezeichnen. Das trifft inzwischen auf fast jedes westliches Land der Erde zu.
Einzig und allein beim Essen und bei der Literatur vergangener Zeiten hebt sich jedes Land noch von den anderen ab. Aber die Kultur ist nicht streng an Landesgrenzen gebunden, sondern verläuft fließend.

Navigator
30-11-2002, 13:58
@Raskolnikow
Warum zählst du eigentlich nur die humanistischen Leitbilder auf. Ich denke ein Heisenberg oder Otto Hahn gehören genauso dazu.

Die Frage was die deutsche Kultur halte ich für schwer zu beantworten. Typisch ist für mich ihre penibilität. Ich habe zum Beispiel noch nie im Auland gesehen, daß auf Busfahrplänen die genauen Uhrzeiten angegeben sind. Meist steht da alle 5 min. Oder bei U-Bahnen die Digitalanzeigen. Wobei ich denke das wird in D nur gemacht damit man dann später motzen kann wenn der Bus unpünklich ist. Überhaupt geht mir das jammern in diesem Land sehr auf den Keks.

Die meisten sind sehr ungebildet, haben kein Interesse an Weiterbildung wollen aber immer die geilesten und bestbezahltesten Jobs haben. Die Ergebnisse der Pisa Studie sind da ja sehr deutlich. Die meisten Testschüler waren nicht in der Lage etwas zu lesen und gleichzeitig zu verstehen. Soviel zum Land der Dichter und Denker. Kultur, Deutschland hat keine Kultur mehr, den dazu gehört Bildung

Psycho Joker
30-11-2002, 19:43
Ich würde sagen, ein typischer Bestandteil der deutschen Kultur ist die Bürokratie. So waren im preußischen Staat die wichtigsten Leute nach den Soldaten die Beamten.
Dazu fällt mir ein Spruch von Kurt Tucholsky ein:

Deutschlands Schicksal: Vor dem Schalter zu stehen.
Deutschlands Ideal: Hinter dem Schalter zu sitzen.
:D :D :D :D

Mehr kann ich nicht dazu beitragen, weil ich ja nicht Deutscher bin.

samsonxms
30-11-2002, 22:41
Hmm, manchen scheints jetzt den Nationalismus rauszuhauen.....

Wenn wir schon bei den DIngen sind, auf die "Ein nationalistischer Deutscher" stolz ist, obwohl er selber nix dazu beigetagen hat, fallen mir aber auch andere Sachen ein....

Wer ist stolz darauf, dass vor seiner Zeit in Deutschland jetzt berühmte Dichter geboren worden sind, oder berühmte Personen? Darauf kann man doch nicht stolz sein, dass macht euch nicht zu einem anderen Menschen.....
Wer sich auf berühmte Personen beruft, den möchte ich nur mal auf Adolf Hilter hinweisen.
Der hat die deutsche Geschichte deutlich geprägt. Und auf ihn wird wohl keiner stolz sein.

Viele sagen "Ich bin stolz auf mein Land".
Worauf stolz? Auf seine momentanen Bürger? Auf seine früheren Bürger? Auf sein Regierungssystem? Worauf?
Kaum einer sagt "Ich schäme mich für mein Land", obwohl es auch genug negative Fakten gibt, auf die man sich berufen kann.

Wenn man über die deutsche Kultur redet, kann man sich nicht nur die postitiven Aspekte raussuchen, es gibt auch genug schlechte.

Damit meine ich ja nicht, dass alle das Negative raussuchen, ich möchte nur nicht, dass es "übersehen" wird....

m1a22
30-11-2002, 22:55
Du sagtest, man soll das negative nicht übersehen und das du nicht nur das negative rausuchen willst. Aber im Endeffekt tust du es, denn du reduzierst die deutsche Geschichte auf eben jene 12 Jahre des Dritten Reiches. eben jene 12 jahre machen einen Teil der Geschichte aus, jedoch geht die Geschichte Deutschlands über 1000 Jahre lang. in diesen jahren sind viele posivtive und auch negative Dinge geschehen. Jedoch kann man auf die positiven Erungenschaften Deutschlands durchaus stolz sein.

TMOA
30-11-2002, 23:19
außerdem war hitler kein deutscher...

Raskolnikow
30-11-2002, 23:56
Original geschrieben von TMOA
außerdem war hitler kein deutscher...
:bang: Diese Kommentare liebe ich :nos:

Hat das irgendwas zu bedeuten? Fakt ist, dass er zwölf jahrelang als "Führer des Deutschen Reichs" gewütet hat und ihm von Millionen Deutschen zugejubelt worden ist.

(Er hat sogar heute noch Sympathisanten.)

@samsonxms
Ich habe mich durchaus nicht nationalistisch geäußert. Ich habe auch nicht von Stolz gesprochen sondern lediglich gesagt, welche Personen für mich unter anderen die deutsche Kultur ausmachen. Diese Personen kann man bewundern, Stolz ist da nicht unbedingt angebracht.
Und dass diese Personen einmal gelebt haben, kann uns durchaus zu anderen Menschen machen, nämlich wenn wir uns mit ihnen beschäftigen und dabei zu tieferen Erkenntnissen über uns und die Welt gelangen.

Wohl gemerkt, hier geht es um Kultur. Wollten wir über Geschichte reden, dann hätte ich ganz andere Namen und Begriffe genannt. (Karl der Große, Barbarossa, den großen Kurfürsten, Bismarck, Ebert und Hitler oder Feudalismus, Partikularismus, Industrialisierung, Natioanlismus, Faschismus, Konzentrationslager, Krieg, Staatssozialismus, Wiedervereinigung... zum Beispiel.)

TMOA
01-12-2002, 00:21
ah ja klar :hmm: 12 jahre bauen die komplette deutsche kultur um

maxl
01-12-2002, 01:19
Raskolnikow wollte nur sagen, dass du nicht sagen kannst, dass Hitler für die Deutschen nie existiert hat. Obwohl er ein Österreicher war, hat er Deutschland geprägt. Ob es dir nun Recht ist oder nicht.

Warum er aber nur Personen aufgezählt hat, die mal gelebt haben weiß ich wirklich nicht. Villeicht werden häutige Denker/Schriftsteller auch mal so berühmt wie etwa ein Göthe. Die Kultur-Definition finde ich etwas unpassend. Aber das Hitler Deutschland geprägt hat lässt sich wohl oder übel nicht abstreiten.

TMOA
01-12-2002, 01:29
klar hat er deutschlands kultur geprägt, er hat stark dazu beigetragen, das die deutsche kultur zerfällt :mad1:

Raskolnikow
01-12-2002, 01:41
Original geschrieben von maxl
Warum er aber nur Personen aufgezählt hat, die mal gelebt haben weiß ich wirklich nicht.

Ich wollte bloß Leute nennen, die wirklich bedeutsamen Einfluss auf unsere Kultur genommen haben. Wenn du Leute willst, die in dieser Hinsicht unsere Gegenwart prägen - bitte sehr: Grass, Enzensberger, Walser, Wondratschek, Grünbein, Wolf, Müller (leider schon tot), Kirsch, Biermann, Schlingensief, Stockhausen, Henze, Rihm, Penck, Richter, Beuys (auch schon tot, aber ein guter Abschluss)........

Shady
01-12-2002, 01:56
:hmm: mach ich mir Feinde wenn ich als typisch Deutsch das Bild eines "Bierkruges" sehe ?

Nehmt es nicht all zu ernst .... aber der deutsche Bierkonsum liegt ja enorm hoch ;)

Raskolnikow
01-12-2002, 02:12
Original geschrieben von Shadycrew
:hmm: mach ich mir Feinde wenn ich als typisch Deutsch das Bild eines "Bierkruges" sehe ?

Nehmt es nicht all zu ernst .... aber der deutsche Bierkonsum liegt ja enorm hoch ;)
Ja, hast Recht. Man sollte bloß unterscheiden zwischen Kleinbürgern und kulturvollen Biertrinkern... :D

Wie siehts eigentlich in Österreich aus? Gutes Bier habt ihr zwar seit 1918 nicht mehr aber euer Wein ist ja auch nicht unbedingt so toll. Was nehmt ihr denn so zu euch?

samsonxms
01-12-2002, 02:35
Ich weiß gar nicht, mit welchem Vorbehalt ich mich ausdrücken soll. :D
Mir ist aufgefallen, dass bis dorthin nur positives genannt wurde, und habe mir gedacht "Na, das kann doch wohl nicht alles sein."
Und darauf wollte ich hinweisen, ich habe auch niemenden bestimmten gemeint.

Und ob nun deutsches oder österreichisches Bier besser schmeckt,... ähem.... naja..... ok. :hmm:

BurnXout
01-12-2002, 02:49
Original geschrieben von samsonxms



Viele sagen "Ich bin stolz auf mein Land".
Worauf stolz? Auf seine momentanen Bürger? Auf seine früheren Bürger? Auf sein Regierungssystem? Worauf?

Die Antwort deiner Frage steckt im Satz:
Ich bin stolz auf mein Land.
Auf was bin ich stolz? - Auf mein Land

Kabbudino ?

samsonxms
01-12-2002, 03:03
Argh, ich dachte eigentlich, jetzt hätte jeder überzogen, was ich meine. :bang:

Was hat dein Land für Eigenschaften, auf die du stolz sein könntest? :ka:

reKabbudino? :twink:

Moltke
01-12-2002, 03:45
Zunächst einmal muß eine Begriffklärung erfolgen. Es gibt zwei Begriffe, die beide den Namen Kultur tragen. Einmal die Alltags- oder Gebrauchskultur. Das ist die Summe der Sitten und Gebräuche die ein Volk eint. Dazu zählt dann auch die Verwendung von Mülltonnen, Reinlichkeit und Ordnungssinn.
Von dieser rede ich hier nicht.

Andererseits gibt es eine geistig-künstlerische Kultur.
Nur von dieser rede ich hier.


Zuerst einmal möchte ich sie so abgrenzen, daß Träger der Kultur alle Deutschsprachigen sind. Dazu zählen Auslandsdeutsche ebenso wie Deutschschweizer und Sprecher deutscher Dialekte.

Inhalt ist das klassische Erbe, also das kulturelle und geistige Schaffen der Vergangenheit und das kulturelle und geistige Gegenwartsschaffen.

Zum klassischen Erbe zählen künstlerische und geistige Werke, die von Künstlern deutscher Zunge in der Vergangenheit geschaffen wurden.

Der Grund dieser Abgrenzung ist, daß sich die deutschen Künstler stets in einem besonders engen Austausch und
Auseinandersetzung untereinander befunden haben, daß sie aufeinander reagiert haben, daß sie ein gemeinsames geistiges
Zuhause einte, daß wiederum von anderen geschieden war. Grund hierfür war und ist die räumliche Entfernung, das
unterschiedliche Schicksal, vor allem aber die enorm hohe Bindekraft der deutschen Sprache und ihre Unterschiedlichkeit und damit Getrenntheit zu anderen Sprachen ud ihren Sprechern.

Natürlich gibt es hier Beeinflussungen von außen und nach außen hin. So wurde der deutsche Minnesang entscheidend durch die französischen Troubadoure geprägt und sogar ausgelöst. Jedoch entwickelte er sich dann auf ganz eigene Art. Generell hat die Beeinflussung, besonders innerhalb der Literatur in der Neuzeit zugenommen, doch erfolgt der Diskurs jeweils überwiegend auf nationaler Ebene. Das heißt, die Fragen, die die Deutschen interessieren, interessieren nicht zugleich die Franzosen und umgekehrt. Die Kulturen sind wie große, alte Häuser, die sich seit langem kennen und aufeinander wirken, die sich mal schätzen und mal verfeindet sind wie Montague und Capulet. Immer jedoch erhalten sie die ihnen je eigene Art, ihre spezifischen Vorlieben und Leidenschaften. Bei den Deutschen ist dies der Weg nach Innen und die Romantik.

Was das ursprünglich ja dezidiert antigeistig-antihellenistische Christentum betrifft, so hat es sich zweifellos tief in die deutsche Kultur eingegraben, hat es beeinflusst und geprägt. Die ersten schriftlichen Zeugnisse der deutschen Literatur, sind Gebete und Bibelübersetzungen, wie dies in allen europäsichen Kulturen der Fall war.
Auch bei den Griechen hatte ja die Kultur ihren Ausgang im religiösen Kultus und verfeinerte sich dann, von dort ausgehend zur Kunst, die alten Formen jedoch beibehaltend.

Wenn ich also die große Bedeutung der Religion und Beeinflussung durch sie auch keineswegs verneine, so heißt dies doch nicht, das alle deutsche Kultur christlich ist und sein muß. Vielmehr hat sie sich im Wege ihrer Entwicklung mal mehr mal weniger vom Christentum entfernt. Auch Atheisten und Juden tragen zu ihr bei, siehe Süskind von Trimberg, der Minnesänger in einem doch sehr christlich geprägten Minnesang war. Und siehe Goethe, der lebenslang einen starken Widerwillen gegen das Christentum hatte. Dennoch ist gerade befindet sich gerade sein Werk unter starkem Einfluss des Christentums und in Auseinandersetzung mit ihm. So ist Faust ohne Kenntnis der Bibel nicht zu verstehen.

Selbst die Art, diese Kultur zu zelebrieren ist eine unterschiedliche. Die Franzosen haben gestern Alexandre Dumas unter Anwesenheit und Ansprachen des Präsidenten der Republik und des Senats feierlich ins Pantheon überführt, das, nach römischem Vorbild, eine Art Götterhalle ist. Sie haben Dumas also vergöttlicht und Marianne, die französische Symbolfigur, ritt dem Trauerzug voran.

Man kann sich nicht vorstellen, daß in Deutschland Germania als Walküre den toten Dichtern den Weg nach Walhalla weist. (Die es ja immerhin in Regensburg gibt.) So etwas hätte man vielleicht im 19. Jahrhundert mit seinem Schiller- und Goethekult getan. Wie denn auch oft zu beobachten ist, daß sich große, benachbarte Kulturen in bewußter Abgrenzung und Abwendung von der Art des anderen entwickeln.

Man kann es natürlich auch einfacher haben. So ist von Thomas Mann der Ausspruch überliefert: "Wo ich bin, da ist die deutsche Kultur!".

Ich habe mich hier nur mit der deutschen Kultur beschäftigt, denn die Frage nach der deutschen Identität, den Werten, der Bewertung der Geschichte würde je eigene Aufsätze erfordern, da sie eine eigene Thematik haben und daher mit dieser Frage nicht vermischt werden sollen.

Shady
01-12-2002, 03:57
Original geschrieben von Raskolnikow


Wie siehts eigentlich in Österreich aus? Gutes Bier habt ihr zwar seit 1918 nicht mehr aber euer Wein ist ja auch nicht unbedingt so toll. Was nehmt ihr denn so zu euch?

:hmm: wenns nach mir ginge Eistee , Red Bull und ne Coke ..... aber irgendwie dominiert der Alkohol unser Land :ka:

Was nehmen wir Ösis denn noch so zu uns ? ..... Blondinen , Brünette. . . hm ich untergrech jett lieber mal :D ;)

~Memento~
01-12-2002, 04:47
Warum ist unser Bier und Wein nicht so gut?
Ich mein bin kein Wein oder Bier trinker ab und zu trink ich aber schon Bier naja mir schmeckt jedes nicht so gut :D


Was wir sonst nehmen? Naja wenns nach mir geht alles härtere :eg: Vodka-RedBull (Gummibärli), Eristoff Ice,Barcardi,Rum,Tequilla,usw. kommt immer drauf an wo man ist was es gibt usw. bin offen für neues :D

(es ging doch jetzt um alk oder? *g*)

AgentLie
01-12-2002, 09:01
Original geschrieben von TMOA
außerdem war hitler kein deutscher... Dazu faellt mir ein Zitat von Einstein ein: "Wenn ich mit meiner Theorie unrecht habe werden die Deutschen behaupten ich sei Jude und die Franzosen ich sei Deutscher. Wenn ich mit meiner Theorie aber recht habe werden die Deutschen behaupten ich sei Deutscher und die Franzosen ich sei Weltenbuerger.":rolleyes: Zum oesterreichen Bier: Ich finde Goesser durchaus sehr schmackhaft... ;)

maxl
01-12-2002, 09:39
Original geschrieben von Raskolnikow
Ja, hast Recht. Man sollte bloß unterscheiden zwischen Kleinbürgern und kulturvollen Biertrinkern... :D

Wie siehts eigentlich in Österreich aus? Gutes Bier habt ihr zwar seit 1918 nicht mehr aber euer Wein ist ja auch nicht unbedingt so toll. Was nehmt ihr denn so zu euch?

Vor kurzem hab ich gelesen, dass jeder (!) Österreicher jeden Tag durchschnittlich 0,3 l Bier trinkt. :D
Außerdem schmeckt Stiegl und Wieselburger Stammesbräu nicht so schlecht.

Aber irgendwie sollten wir langsam wieder btT kommen. Villeicht sollten wir zumindest über deutsches Bier reden. :D

~Memento~
01-12-2002, 09:43
Original geschrieben von maxl
Vor kurzem hab ich gelesen, dass jeder (!) Österreicher jeden Tag durchschnittlich 0,3 l Bier trinkt. :D

naja auf mich triffts sicher nicht zu! ;) Bei mir könntest das eher mit RedBull rechnen hehe

maxl
01-12-2002, 09:50
Das zeigt nur, was wir für ein Säufer-Volk sind, weil ja Kleinkinder bei der Statistik nicht ausgenommen sind. ;)
Aber wenn's dich beruhigt, dann haben die Deutschen noch statt ca. 115 l/Kopf/Jahr (wie in Österreich) ca. 135 l/Kopf/Jahr (1995)

susiebond
02-12-2002, 22:27
Nun ja... Im Rückblick haben die Deutschen sicherlich eine Menge brillanter Geister hervorgebracht. Vor dem Hintergrund der Pisa-Studie und einer Tendenz zum ausgeprägten Materialismus und damit verbundenen Egoismus wollen wir doch aber mal auf die Kultur der Gegenwart eingehen.

Besonders interessant fand ich bisher z.B. Beiträge, die des Deutschen Hang zum Putzen als kulturelle Auszeichnung beschrieben... Und - gilt das auch für Menschen ausländischer Herkunft, die inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen? Reinlichkeit ist ja durchaus eine Lebensart, und diese hat natürlich auch einen Anteil an der Kultur einer Gesellschaft. Nicht umsonst fiel es "Otto Normalverbraucher" schwer, Beuys' "Fettecke" als Kunst anzuerkennen...

Was macht unsere gegenwärtige Kultur also aus? Amerikanische Einflüsse wie Coke, Disneyland und Hollywood? Was kommt wirklich aus deutschen Landen? 'Nur' Esskultur à la Bier und Wurst?

Veggeto
02-12-2002, 22:51
für mich macht die deutsch kultur aus
1.intiligenz(auch wenn es falsche geschreiben ist)
2.heute noch kaum national stolz
3.zusammen halt
4.unter ander auch noch krig aht die deutschkultur geprägt auch wenn nicht so doll war

Navigator
02-12-2002, 23:07
Ich frage mich ob es überhaupt eine deutsche Kultur gibt. Oder ob es nicht nur eine Erfindung ist. Der deutschsprachige Raum ist ja nun nicht besonders klein und ich finde das es große Unterschiede im Verhalten zwischen den Regionen gibt. Es stellt sich also die Frage ob es soviele Gemeinsamkeiten gibt, daß von einer gemeinsamen Kultur gesprochen werden kann und ich denke die Antwort lautet Nein.

Veggeto
02-12-2002, 23:17
meiner meinung nach gib es schon ein deutsche kultur auch wenn der deutsch sprachige raum sehr groß ist.

Sven
03-12-2002, 03:01
Original geschrieben von Navigator
Ich frage mich ob es überhaupt eine deutsche Kultur gibt. Oder ob es nicht nur eine Erfindung ist. Der deutschsprachige Raum ist ja nun nicht besonders klein und ich finde das es große Unterschiede im Verhalten zwischen den Regionen gibt. Es stellt sich also die Frage ob es soviele Gemeinsamkeiten gibt, daß von einer gemeinsamen Kultur gesprochen werden kann und ich denke die Antwort lautet Nein.
Nun, ich denk schon daß es viel davon gibt.....
Althergebracht haben wir, als Deutsche, davon schon eine Menge (mal wieder nach der Art der Kultur betrachtet).
Sei es in philosophischer, natur- oder geisteswissenschaftlicher Hinsicht oder in Bezug auf Musik und Kunst (Na gut, Musik ist auch Kunst :D)....
In der anderen Richtung denk ich daß wir so langsam wieder von dem wegkommen was uns die letzten Jahrzehnte einen Stempel aufgedrückt hat - die fast willenlose Hinnahme der amerikanischen "Kultur". Sind wir ehrlich so hat uns dies seit dem 2. Weltkrieg erheblich geprägt. Was in USA an "Moden" aufgekommen ist hat uns mit einer Verzögerung von etwa 5 Jahren erreicht - und wir haben es dankbar angenommen.
Vieles davon mag sogar gut sein - letztendlich trägt es, so wie ich eben schon andeutete, zu einer neuen Art der deutschen Kultur bei - einer neuen Selbstfindung in vielen Bereichen ...
Schaut euch doch mal das deutsche Kino vor 10, 20 oder 30 Jahren an.....der größte Teil war einfach *würg*....
Mittlerweile gibt es einen Haufen echt sehenswerter deutscher Streifen. Auch musikalisch, selbst wenn ich vieles davon nicht wirklich als meinen Geschmack bezeichnen würde, hat sich viel getan... Techno kann man getrost als Musikrichtung deutschen Ursprungs bezeichnen (auch wenn es in Wirklichkeit in Indien geboren wurde :D).

Ich schweif ein wenig ab - aber ist das nicht Thema des Threads?

Mal so insgesamt betrachtet denke ich eben daß wir so langsam wieder auf einen Weg kommen der uns von der Annahme fremder Kultur (maßgeblich USA) wieder zu einer finden läßt die wir selber machen.... Darin finden übrigens sehr viele Aspekte eine Heimat die mit der, in diesem Thread oft beschworenen Zuwanderung, einhergehen....

Damit möcht ich dann noch kurz auf die Deutschtümelei eingehen...
Pünktlichkeit, Reinlichkeit etc. pp..... Nee, das ist keine Kultur in dem Sinne - das sind sogenannte deutsche Tugenden.....
Davon ist vieles gar nicht so schlecht - aber man sollte tunlichst vermeiden dies als alseligmachende Eigenschaften "des Deutschen" zu sehen.
Wir haben hier nur die Chance langfristig wirtschaftlich zu bestehen wenn wir erkennen daß Deutschland ein Hochtechnologieland ist...... Um das zu erhalten und fortbestehen zu lassen ist es unabdingbar daß wir einerseits Leute in's Land holen die uns dabei helfen diese Hochtechnologie zu fördern - als auch andererseits Arbeitskräfte haben die, blöd ausgedrückt, bei der Müllabfuhr arbeiten....
Letzteres soll nicht bedeuten daß ich da eine Zwei- oder Mehrklassengesellschaft sehe - im Gegenteil.
Natürlich ist es als "normal" anzusehen daß Menschen aus anderen Ländern, so sie nicht gerade IT Spitzenkräfte sind, zunächst auf einer untergeordneten Stufe der Gesellschaft beginnen ihr Leben bei uns zu gestalten - doch schon die nächste Generation wird anders sein - und sie wird unsere Kultur bereichern.....

susiebond
03-12-2002, 03:28
Meines Erachtens existiert die "nächste Generation" der Zuwanderer längst... Siehe z.B. Kaya Janar, Cem Özdemir oder Xavier Naidoo.

Was den Einfluß der amerikanischen Kultur auf die unsere angeht, kann ich Dir nur zustimmen; und frage mich gerade, was wohl die Russen damit anfangen werden, auf längere Sicht hin... Aber das gehört hier nicht hin ;)

Sven
03-12-2002, 03:36
Original geschrieben von susiebond
Meines Erachtens existiert die "nächste Generation" der Zuwanderer längst... Siehe z.B. Kaya Janar, Cem Özdemir oder Xavier Naidoo.Rangar Jogeshwar....Mojib Latif.... Serdar Somuncu (*klau* :D)....

susiebond
03-12-2002, 03:43
:D :D
Ich bin, ganz ehrlich gesagt, sehr erfreut über die junge, deutsche Kultur, von dieser Warte aus betrachtet. So, wie z.B. auch die Finnen, Franzosen, Engländer, Türken und Serben hochinteressante musikalische Blüten sehr hörbaren Ethno-Pops produzieren, stehen wir dem in nichts nach.

Ich finde es nur mitunter sehr bedauerlich, wenn meine Mutter für Typen wie George Bush und Sohn schwärmt, aus lauter Dankbarkeit für Care-Pakete...

Moltke
03-12-2002, 07:46
Ich hân lande vil gesehen
unde nam der besten gerne war:
übel müeze mir geschehen,
kunde ich ie mîn herze bringen dar
daz im wol gevallen
wolde fremeder site.
nû waz hulfe mich, ob ich unrechte strite?
tiuschiu zuht gât vor in allen.

Von der Elbe unz an den Rîn
und her wider unz an Ungerlant
mugen wol die besten sîn,
die ich in der werlte hân erkant.
kan ich rehte schouwen
guot gelâz und lîp,
sem mir got, sô swüere ich wol, daz hie diu wip
bezzer sint danne ander frouwen.

Tiusche man sint wol gezogen,
rehte als engel sint diu wîp getân.
swer si schildet, derst betrogen:
ich entkan sîn anders niht verstân.
tugent und reine minne,
swer die suochen wil,
der sol komen in unser lant: da ist wünne vil!
lange müeze ich leben dar inne!

Walther von der Vogelweide :D

Raskolnikow
03-12-2002, 16:55
Original geschrieben von Sven
Schaut euch doch mal das deutsche Kino vor 10, 20 oder 30 Jahren an.....der größte Teil war einfach *würg*....
Mittlerweile gibt es einen Haufen echt sehenswerter deutscher Streifen
Komisch... Das sehe ich genau umgekehrt.

TMOA
03-12-2002, 16:59
naja, deutsche filme heute sind echt keine große klasse, wenn man sich damals die unendliche geschichte angeschaut hat und heute...was gibts den für einen guten (neuen) deutschen film?

Psycho Joker
03-12-2002, 18:48
Vielleicht nicht mehr ganz taufrisch aber: Das Experiment (2001).

Moltke
08-12-2002, 21:22
Die unendliche Geschichte? Das ist doch absoluter Babyschrott!

Ein hervorragender deutscher Film ist "Der Untertan" von Wolfgang Staudte.
Auch "Paris-Texas" von Wim Wenders ist akzeptabel.
Auch das Filmschaffen im dritten Reich ist annerkennenswert. Das was dort gemacht wurde, ist eigentlich immer handwerklich in Ordnung. Will sagen: das Gesamtqualitätsniveau ist hoch.

Ich erinnere mich da noch an eine mystische Szene aus "Kolberg", als das Mädchen aus Kolberg der Königin Luise gegenübertritt und ihr die Stimme versagt. Sie wird trotzdem verstanden und die Königin umarmt sie mit den Worten: "So drück ich Preußen und Kolberg an mein Herz!" Aber wie gesagt, die seltsam-mystische Stimmung dieser Szene kann man mit Worten nicht transportieren. Und der übrige Film ist dann auch nur gutes Handwerk. Was aber viel ist.

Auch der Münchhausen-Film ist sehr gelungen.

Wieder handwerklich sehr ordentlich und vor allem geschichtstreu der Bismarckfilm. Den kann man getrost heute noch im Geschichtsunterricht zeigen.

Beachtlich, wenn auch mit einigen Längen, der Olympiafilm von Riefenstahl. Besonders hervorzuheben die Ableitung der Spiele aus der Antike und die heroische Schilderung des Marathonlaufes.

Die bedeutendste Phase hatte aber der deutsche Film zweifellos in der Phase seiner Entstehung mit dem expressionistischen "Kabinett des Dr. Caligari", dem Golem, "Faust" und selbstverständlich mit "Metropolis".

Psycho Joker
08-12-2002, 21:42
Au ja, Metropolis hab ich teilweise mal gesehen. Bei den Grusel- und Horrorfilmen war Deutschland ja zu Beginn der 20er Jahre absolut führend! :eg:

Magicq99
08-12-2002, 23:08
Als guter deutscher Film würde mir im Moment "Das Boot" einfallen.

ComSubVie
08-12-2002, 23:45
"Das Jesus Video" sowie "Anatomie" waren eigentlich für eine deutsche Produktion erstaunlich ok. Ich geb ja zu, das österreichische Produktionen zumeist auch nicht besser sind als die Durchschnittliche deutsche Produktion (geniale ausnahmen wie Muttertag, Wanted oder Poppitz bestätigen diese Regel)

Moltke
09-12-2002, 01:39
Magicq: Ich meinte natürlich Spielfilme, keine Dokumentarfilme! ;)

RedBasti
09-12-2002, 09:00
Original geschrieben von Magicq99
Als guter deutscher Film würde mir im Moment "Das Boot" einfallen.

Der beste U-Boot Streifen überhaupt. Es ist vor allem lustig wie Semmelrogge damals aussah.

Auf die deutsche Kultur bin ich grade nicht so gut zu sprechen. Ich habe mir am Donnerstag "Der Pianist" im Kino angesehen und muss sagen das der Film ausgezeichnet ist und eigentlich Pflicht für alle gebildeten Leute ist.

Deutsche Filme, hier bin ich geteilt, es gibt sehr gute deutsche Filme (Anatomie oder eben Das Boot [Jakob der Lügner, die DDR Verflimung ist weit besser als die neue mit Robin Williams]) dem gegenüber stehen aber auch viele schlechte Filme

Psycho Joker
09-12-2002, 17:23
Original geschrieben von RedBasti
Deutsche Filme, hier bin ich geteilt, es gibt sehr gute deutsche Filme (Anatomie oder eben Das Boot [Jakob der Lügner, die DDR Verflimung ist weit besser als die neue mit Robin Williams]) dem gegenüber stehen aber auch viele schlechte Filme

Das ist überall so. Es gibt zig tausende grottenschlechte Hollywood-Filme aber dazwischen auch mal einige die echt gut sind. ;)

susiebond
10-12-2002, 04:59
Eben. Ich denke, eine Diskussion darüber, ob deutsche Filme generell immer schlecht oder immer gut waren, ist nicht nur an dieser Stelle müßig.

Allerdings nutze ich doch noch mal eben die Gelegenheit unseres Abschweifens, die Filme von Faßbinder und Wenders öffentlich gut zu finden und mich als Fan von Maria Schrader zu outen. ;)

Zeus
06-01-2003, 01:12
"Deutschland, das Land der
Dichter und Denker der
Richter und Henker"

ich denke in einem gewissen grundsatz identifiziere ich mich "als deutscher" sowohl mit unserem Staat und unseren Gesetzen( nicht zu vergessen unsere Geschichte die fast so düster war wie die der Amis) als auch mit meinen Freunden und Lifestyle...

ich denke dass jeder deutsch ist der hier lebt und der sich hier eingelebt hat...

ich denke an den allgemeinen etwas aggressiv negativen alltag der aber in einer kleinen bekannten Gruppe äußerst angenehm sein kann.

Spielfilme und so zeug ist in meinen augen völlig belanglos

aber wie gesagt meine Meinung ;P

Weyounn
06-01-2003, 01:43
Ich definiere die deutsche Kultur auch durch Reinlichkeit und Gründlichkeit.... .

Aber im Ausland werden wir deutschen leider immer noch nach unserer Vergangenheit beurteilt. Ich meine z.B. manchmal in Renegade, wenn amerikaner oder briten auf den Server kommen, dann bist du sofort das "Nazi-Schwein" oder "Hitlerjugend". Oder ich wurde von ner alten Frau in Frankreich noch als "Boche" beschimpft.
Obwohl ich gar nicht dran beteigt war. Bestenfalls mein Großvater.... :(

Was ich damit sagen will ist, das man im Ausland mal mehr von diesem neuen, jungen Deutschland (Xavier Naidoo... ) zeigen müsste.

Zeus
06-01-2003, 18:38
das hab ich, und ich denke fast jeder deutsche auch schon oft erlebt immer als NAZI-Schwein dazustehen,

aber wieso mit reinlichkeit und hygiene???
hast du waschzwang???
denkst du engländer waschen sich nur am samstag??
und holländer baden immer im käseabfällen??
was soll das mit der Reinlichkeit ??

Könnte mich bitte mal jemand aufklären??

biosteel
09-01-2003, 22:10
@ Ich weiss nicht mehr wer, aber es stand weiter oben.
zur deutschen kultur gehört auch das christentum.

weiteres deutsches merkmal: reinlichkeit

Ohja, einige "deutsche Christen" waren sehr reinlich, sie haben Europa von etwa 6 Millionen Juden gesäubert!
Das ist übrigens etwas auf dass ich als Deutscher besonders stolz sein kann! ( vorsicht IRONIE)
Im übrigen kenn ich genug "DEUTSCHE" die die Reinlichkeit eines Stinktiers haben. Gläubige Moslems, waschen sich jedesmal vorm Beten die Füsse (und den Rest natürlich auch) . Wie oft wascht ihr euch die Füsse? Soviel zum Thema Rheinlichkeit!

Irgendwoanders stand, dass 12 schlechte Jahre nicht dass ganze Gute weg machen, was die deutsche Kultur an Postiven hervorgebracht hat. Falsch! Wer denkt Juden wurden in Deutschland nur wärend der Hitler Ära gejagt, liegt Falsch. Von Anfang an, wurden in Deutschland, die ungläubigen in Deutschland verfolgt, gefoltert, vergefaltigt, ihre Häuser angezündet und anschliesend getötet. Ihr denkt dass wäre jetzt anders? Habt ihr mal aus dem Fenster gesehn? Da laufen genug Spinner mit Glatze, Pitbullshirt und steifem Rechtem Arm rum, schlagen irgendwelche Ausländischen Mütter mit Kindern zusammen, und Brandschatzen Asylantenheime. Ja, da fällt mir auch wieder ein, wie stolz ich auf mein Land sein kann. Auf ein Land in dem sich offenbar seit über 1000 Jahren nicht verändert hat! Ja, dass ist in meinen Augen auch DEUTSCHE KULTUR!

Was ist mit den Kreuzzügen? Hexenverbrennungen? ja auch dass sind teile deutscher Kultur! Aber sowas wird ja schnell vergessen!

Holt mal lieber die nationalien Volksdichter raus. Heinrich Heine, Goethe und Konsorten, komisch, dass alle grossen Deutschen Dichter auch immer national eingestellt waren und was gegen Juden geschrieben haben...

Komisch dass Kafka, nicht in der Liste der deutschen Dichter & Denker stand. Lags daran weil er "nur" Jude war?

Und zum Thema, ja im 3. Reich war der Film noch gut!
Ich glaub ich krieg das kotzen!
Hast du, Jud Süß und Der Ewige Jude gesehn? Dass war noch echt gute Filme, was Kammerad? Die hatten auch noch gute Co Produzenten wie Goebbels und Hitler. Komm lass mal ausziehn und paar Omis und kleine Kinder zusammenschlagen!

Ich bin nicht stolz ein Deutscher zu sein! Wie könnte ich? Ist dass nicht Pervers, nach alledem? Dann sowas noch zu behaubten? Zudem, es war keine Leistung Deutscher zu werden! Ich bin ja auch nicht stolz drauf ein Kerl zu sein! Sollte ich?

Damit schlies ich ab!

Raskolnikow
09-01-2003, 22:47
Original geschrieben von biosteel
Holt mal lieber die nationalien Volksdichter raus. Heinrich Heine, Goethe und Konsorten, komisch, dass alle grossen Deutschen Dichter auch immer national eingestellt waren und was gegen Juden geschrieben haben...

Komisch dass Kafka, nicht in der Liste der deutschen Dichter & Denker stand. Lags daran weil er "nur" Jude war?
Du hast in vielem,was du sagst durchaus recht, auch wenn du offenbar zu Überspitzungen neigst.
Doch als Verfasser der Dichter- und Denker-Liste, fühle ich mich gerade mit dem Zitierten angesprochen. In dem Zusammenhang rate ich dir, nicht mit Vorurteilen um dich zuwerfen (und vielleicht deine humanistische Bildung etwas aufzufrischen). Lies meine "Liste" lieber nochmal - Kafka steht auf jeden Fall drauf. Wie könnte ich den vergessen?
Dann möchte ich, dass du mir die antisemitischen Texte von Goethe und ganz besonders Heine (!) zeigst... Ich kenne keine. Oder glaubst du ernsthaft, dass der Jude Heinrich Heine Antisemit war? Aber ich glaube, das ist auch eine Bildungsfrage. :rolleyes:
Also denk nochmal drüber nach...

Übrigens, wenn du auf die Judenverfolgungen im Mittelalter und danach anspielst, auf die Kreuzzüge und Hexenverfolgung, dann lass dir gesagt sein, dass all das nichts originär "deutsches" war, sondern vielmehr ein gesamteuropäisches Problem, bei dem sich unsere gesamte Zivilisation wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat.

biosteel
09-01-2003, 23:58
Ok, ersteinmal, wenn ich dich unberechtigterweise Beleidigt habe, tuts mir leid. Hier steht teilweise soviel Schrott; Ich habs überlesen.
Die antisemitischen Einstellung Goethes zeigte sich nicht unbedingt in Seinen Werken, sondern viel mehr in den Briefen an seinen Herzog Carl August, etc. . Stand glaub ich vor paar Jahren mal im Spiegel...
Du hast Recht, ich hab Heinrich Heine ein unrecht angetan. Er war Jude, und seine Werke wurden in Deutschland verboten! Ich hab ihn im Eifer des Gefechts verwächselt!
Aber dennoch ist es so, dass fast alle grossen Dichter ihre Heimat lobgepriesen haben, und ihre Fürsten, Könige... Und die, die es nicht taten, nichteinmal weil Sie den Staat Kritisierten, sondern weil sie nicht ins Bild passten, wurden Vogelfrei, getötet oder lebten im Exil.

Raskolnikow
10-01-2003, 00:17
Original geschrieben von biosteel
Hier steht teilweise soviel Schrott;
Recht hast du... ;)


Was Goethes Briefe angeht, muss ich sagen, dass ich davon wirklich nichts weiß, aber mich demnächst mal darum bemühen werde.

Original geschrieben von biosteel
Aber dennoch ist es so, dass fast alle grossen Dichter ihre Heimat lobgepriesen haben, und ihre Fürsten, Könige...
Das stimmt natürlich, die gab es - aber es waren doch bei weitem nicht alle. Gerade die größten von ihnen waren im Prinzip fast alle überzeugte Humanisten, die aus tiefster Überzeugung der Menschlichkeit verpflichtet waren. Zumal ich zunächst noch nichts unbedingt verwerfliches darinsehe, "die Heimat zu preisen" (schwierige Formulierung, aber egal). Viele waren aber nicht so mutig wie Büchner oder Heine, dass sie sich offen mit der Obrigkeit angelegt hätten, damit hast du recht, doch man sollte sich wirklich vor Schwarz-Weiß-Malerei hüten.
Es gibt eben nicht nur die "guten" Widerständler und die "bösen" Nationalisten.

Moltke
10-01-2003, 00:30
Nunja, Heine hat sein Judentum als eine schwere Krankheit angesehen. Er wollte gar kein Jude sein, hat sich evangelisch taufen lassen, um der Zurücksetzung zu entgehen. Aber Platen hat ihn geoutet. Dafür hat er Platen in den Bädern von Lucca als warmen Bruder geoutet.
Maß für Maß!

Und übrigens sind viele Juden die schärfsten Antisemiten, Das ist seit langem bekannt.

Ob er von den Juden etwas gehalten hat, bezweifle ich. Jedenfalls hat er von der Religion nichts gehalten.

Das jedenfalls geht aus diesem Gedicht hervor, in dem er über beide seinen Spott auskippt:

http://gutenberg.spiegel.de/heine/romanzro/roman306.htm

Raskolnikow
10-01-2003, 16:00
Und was weiter? Sei doch mal konsequent und sage deine Meinung... :nos:

Weißt du was ich dir entgegen halte?
Den Rabbi von Bacherach...

Du büßt übrigens deinen Ruf (den du zumindest bei mir genießt), als kluger und scharfsinniger Diskutant ein, wenn du mir ernsthaft unterjubeln willst, dass die Juden womöglich den Antisemitismus erfunden hätten, oder dass sie zumindest Antisemiten wären. Diese Aussage zeigt mir nur eines; Dass du nicht mal weißt, was Antisemitismus überhaupt ist. Und komm mir jetzt ja nicht mit Spitzfindigkeiten à la "Was sind überhaupt Semiten"... Die taugen hier nichts, denn es geht um den Antisemitismus, wie er allgemein bekannt ist und wie er in Deutschland besonders schlimm gewütet hat.

Moltke
11-01-2003, 00:47
Mein lieber Raskolnikow, ich habe Schopenhauer gelesen und daher kannst du mich mit so einfachen Kunstgriffen, wie, meine Aussagen unzulässig auszudehnen und ihnen Dinge hinzuzufügen, die ich nicht geschrieben habe, nicht hereinlegen.

So etwas langweilt mich und ich fordere dich auf, solche simplen, leicht durchschaubaren Tricks in Zukunft zu unterlassen. Sie sind billig.

Für diesmal entgegne ich:

1. Ich habe nicht gesagt, daß die Juden den Antisemitismus erfunden haben.
2. Ich habe nicht gesagt, daß alle Juden Antisemiten sind.
Ich habe vielmehr gesagt, daß viele Juden die schärfsten Antisemiten sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Und nun lies mal, was im "Rabbi von Bacharach" auch steht:
»Ja« - fuhr der Spanier fort - »ich liebe Eure Küche weit mehr als Euren Glauben; es fehlt ihm die rechte Sauce. Euch selber habe ich nie ordentlich verdauen können. Selbst in Euren besten Zeiten, selbst unter der Regierung meines Ahnherrn Davids, welcher König war über Juda und Israel, hätte ich es nicht unter Euch aushalten können, und ich wäre gewiß eines frühen Morgens aus der Burg Sion entsprungen und nach Phönizien emigriert, oder nach Babylon, wo die Lebenslust schäumte im Tempel der Götter...«

Bei derart häufiger Wiederholung kann man wohl davon ausgehen, daß dies Heines eigene Meinung über die jüdische Religion ist.

Und nun willst du meine Meinung über die Juden wissen?
Ich habe nichts gegen sie, sie sind ein Volk, daß seine Vorteile, Nachteile und Eigenschaften hat, wie andere Völker. Zu besonderer Blüte ist ihre Geistigkeit und Kultur in der Diaspora gelangt; in Israel wurde sie jedoch in der Masse nivelliert. Die ihnen begegnete Verfolgung haben sie nicht verdient.

Was ist deine Meinung über die Juden?

Raskolnikow
11-01-2003, 01:48
Original geschrieben von Moltke
Mein lieber Raskolnikow, ich habe Schopenhauer gelesen und daher kannst du mich mit so einfachen Kunstgriffen, wie, meine Aussagen unzulässig auszudehnen und ihnen Dinge hinzuzufügen, die ich nicht geschrieben habe, nicht hereinlegen.

So etwas langweilt mich und ich fordere dich auf, solche simplen, leicht durchschaubaren Tricks in Zukunft zu unterlassen. Sie sind billig.
Hihi, was soll ich schon sagen...



Nun zu deinem Spanier: Der ist doch auch bloß ein Getaufter, das heißt ein Anpasser bzw. - da dir dieser Begriff ja eher geläufig ist - ein Assimilierter. Als Juden kannst du ihn, wenn es dir um die Religion geht also nicht gelten lassen.

Über Religion rede ich eigentlich nicht. Ich rede über den üblen Rassen-Antisemitismus. Und der ist nun wirklich den Juden nicht eigen.
Da du offenbar über die Kritik von Juden an ihrer Religion sprichst - das ist doch nichts besonderes. Denn natürlich sitzen auch die stärksten (und überzeugendsten) Kritiker der christlichen Religion unter den Pastorensöhnen und Philosophen des christlichen Kulturraums. Das ist beinahe ein Naturgesetz, dass man - sofern man ein freier Denker ist - die eigene Religion - sofern man eine hat - am ehesten kritisiert und sich erst dann den anderen zuwendet.

Und dass Heine gegen Religion als Herrschaftsinstrument generell atwas hatte, nimmt auch nicht wunder. Denk an das "Eiapopeia vom Himmel, womit man einlullt das Volk, den Lümmel etc." Denn mit dem ganzen Monarchiemist (:D) hatte er wahrlich nichts am Hut.

Meine Meinung über Juden: Es sind Menschen, die von den Herrschenden und vom "gesunden Volksempfinden" zu einer speziellen Art Volk gemacht wurden. Dieses Volk hatte seit seiner Vertreibung aus Palästina viel zu leiden. Unnötigerweise. Und hat dennoch entscheidende Beiträge geleistet zur gesamten europäischen Kultur...

Und überhaupt ist das entscheidende Wort dabei der "Mensch". Es sind Menschen wie alle anderen.

Moltke
11-01-2003, 03:00
Original geschrieben von Raskolnikow
Hihi, was soll ich schon sagen...

Ja, man wird nicht oft so direkt in flagranti erwischt, was? :p

Dem übrigen, was du geschrieben hast, kann ich eigentlich zustimmen. Wir unterscheiden uns nur noch in Nuancen.
So bin ich schon der Meinung, daß die Juden ursprünglich ein Volk waren und nicht erst von anderen dazu gemacht wurden.

Dann hat sich ein großer Teil davon sehr stark, sogar bis zur Unkenntlichkeit assimiliert. Jedoch wurde diese Assimilation von allen anderen Völkern (Russen, Franzosen, Spanier, Deutsche) abgelehnt und die Juden wurden von ihnen ausgestoßen oder zumindestens abgesondert. Diese Tatsache hat die Juden als Volk erhalten, während sie sonst, abgesehen von den orthodoxen Juden, sicher mehr und mehr verschwunden wären.